Sonntag, 26. Juli 2015

Dear Person #2

Dear Person #2

Was ist das? Was ist das, was ich für dich fühlte und immer noch fühle?
Es kam mir nie seltsam, nie anders vor, als das, was ich für meine anderen, besten Freundinnen gefühlt habe. Wobei, doch, es kam mir anders vor, es war stärker. Ich habe dir das sogar mindestens einmal gesagt. Ich erinnere mich ganz genau daran. Ich habe dir einen Kalender gebastelt und gesagt, dass du die erste Person wärst, bei der ich das Gefühl habe, dass sie es verdient hat.
Ich weiß nicht mehr, wie du reagiert hast. Vielleicht hast du gelacht. Du hast dich gefreut, das weiß ich noch. Und ich war glücklich. Ich war einfach nur glücklich. Und ich hätte nie gedacht, dass meine Worte, meine Gefühle vielleicht eine größere, eine tiefere Bedeutung haben.
Vielleicht denke ich auch nur zu viel und es stimmt gar nicht, was ich mir da so zusammengedacht habe. Vielleicht hast du einfach nur so sehr intensive Gefühle in mir ausgelöst und tust es immer noch. Ja, das ist schon möglich. Aber irgendwie ergibt es für mich mehr Sinn, dass ich eigentlich irgendwie in dich verliebt war und vielleicht immer noch bin.
Ich weiß es nicht und ich weiß auch nicht, ob es irgendeinen Sinn hätte, es herausfinden zu wollen. Ich weiß nicht, ob ich das will. Es tut so schon genug weh. Ich muss nicht unbedingt ganz genau wissen, warum. Das würde mir nichts bringen, gar nichts.
Noch immer an dich und unsere gemeinsamen Momente zu denken, bringt auch gar nichts und doch tue ich es. Ich kann einfach nicht anders. Ich kann es nicht lassen. Ein Teil von mir kann anscheinend nicht akzeptieren, dass du nicht mehr zu meinem Leben dazugehörst.
Ich weiß, dass es besser ist, dass du nicht mehr da bist. Es ist besser. Du hast mich zerbrochen, weißt du? Du hast mich sehr schlimm zerbrochen und ich glaube, das hast du nie gesehen, du hast es nie verstanden. Ich habe es zuerst auch nicht verstanden, aber ich denke, ich verstehe es jetzt. Ich war abhängig von dir, aber das war nicht alles. Ich konnte auch ohne dich gut, aber du warst mir wichtig, sehr, sehr wichtig.
Du hast mich neue Dinge gelehrt, weißt du noch? Du sagtest zu mir, dass mir geglättete Haare gut stehen würden, woraufhin ich es ausprobiert habe und ich mag mich noch immer am liebsten mit geglätteten Haaren. Du warst es auch, die mir von Animes erzählte und dann, als ich sagte, dass ich ein unheimlich großer Suchti werden würde, wenn ich damit anfangen würde, gabst du mir eine Liste, mit denen, die dir am Besten gefallen haben.
Ich hab noch immer nicht alle Animes von dieser Liste gesehen, aber viele. Und darum geht es auch nicht. Es geht darum, dass du mich so richtig auf diese Welt aufmerksam gemacht hast und weißt, wie viel mir diese Welt inzwischen bedeutet? Du weißt es, ich habe dich noch vor etwas mehr als einem Jahr ständig damit genervt. Du hast am Ende schon zu mir gesagt, dass ich damit aufhören soll, weil du im Moment nicht so viel schaust. Da hab ich angefangen, einer anderen sehr lieben Freundin, mit der ich auch noch immer befreundet bin, von allem zu erzählen.
Du weißt nicht einmal, wie besessen ich am Ende von Boys Love war, so wie ich es auch jetzt noch bin, oder? Du hast keine Ahnung. Du hast keine Ahnung und ich auch nicht.
Es gibt so vieles, was an unser Freundschaft und an dir wehtut, aber das auf jeden Fall auch. Ich wüsste so gerne, wie es dir jetzt geht, was du jetzt tust, ob du noch mit deinem Freund zusammen bist, ob du manchmal auch an mich denkst und mich zumindest ein kleines bisschen vermisst.
Ich weiß nicht, welche Rolle genau ich in deinem Leben gespielt habe. Du warst mir immer mehr wert, als ich dir, habe ich das Gefühl. Auch warst du sicher nicht in mich verliebt. Nein, das glaube ich nicht. Aber ich kann es auch nicht mit Sicherheit sagen. Rückblickend finde ich, dass du eine sehr verschlossene Person bist. Ja, das bist du oder du bist es zumindest gewesen, die ganze Zeit. Du wolltest nie, dass irgendjemand zu sehr mitbekommt, was in dir vorgeht.
Mit deinem festen Freund hat sich das geändert. Mit ihm hat sich alles geändert.
Ich gebe ihm keine Schuld oder so oder bin wütend auf ihn oder ähnliches, überhaupt nicht. Er ist sehr nett und ihr passt zusammen, wirklich. Ich hoffe, ihr seid glücklich. Das wünsche ich dir.
Ja, ich war eifersüchtig damals. Natürlich war ich das! Ich war zu Recht eifersüchtig. Du hast mich einfach links liegen gelassen, einfach so. Du hast angefangen, mich zu ignorieren und das hat mich in so ein tiefes Loch gestürzt, das ich echt erstaunt bin, dass ich da alleine wieder herausgefunden habe.
Wir sind uns ähnlich, er und ich, weißt du? Keine Ahnung, ob dir das je aufgefallen ist, aber er ist manchmal genauso aufgedreht, wie ich es sein kann und er quatscht genauso gerne über Animes wie ich und ich glaube, da waren noch ein paar andere Dinge. Ich will nicht sagen, dass wir uns super ähnlich sind, aber er hat mich in deinem Leben ersetzt, da bin ich mir sicher.
Ja, es ist auch meine Schuld, weil ich durch meine Eifersucht angefangen habe, wie eine Klette zu werden. Aber du hast nie etwas gesagt! Du hast mich mit meiner Angst und meiner Unsicherheit vollkommen alleine gelassen! Plötzlich hast du mich ignoriert, einfach so! Was bitte habe ich getan, um das zu verdienen!? Was habe ich je getan?! Ich habe nie irgendetwas getan, um dich zu verärgern. Niemals. Und wenn, war es ganz sicher nicht meine Absicht, ganz sicher. Du musst doch wissen, wie wichtig du mir warst. Du musst es doch wissen.
Ich glaube, du weißt es, also, dass du mir sehr wichtig warst. Ja, du weißt es. Du hast es versucht. Du hast versucht, es wieder hinzubekommen, irgendwie. Ich weiß nicht, vielleicht konntest du es einfach nicht besser. Ja, du konntest es nicht besser. Du hast deine Probleme, ich weiß das. Ich weiß das.
Genau deswegen hättest du einfach mit mir reden sollen, ganz offen und ehrlich mit mir reden sollen. Ich hätte dir zugehört und genickt und dich verstanden. Vielleicht hätte ich geweint. Vielleicht hättest du dann gesehen, wie wichtig du mir wirklich warst und irgendwie immer noch bist. Vielleicht.
Vielleicht auch nicht. Ich hätte wohl früher oder später erkannt, wie weh du mir eigentlich ständig tust, auch wenn du das wahrscheinlich gar nicht willst, aber du hast es getan. Du hast mir ständig wehgetan, mit deiner Art und ich habe dich trotzdem immer sehr gemocht. Immer. Auch jetzt noch.
Aber es würde niemals gut gehen. Wir können nicht wieder befreundet sein. Wenn du dich etwas verändert hättest, dann vielleicht. Vielleicht.
Vielleicht wirst du auch eines Tages soweit aus meinem Kopf verschwunden sein, dass du nur noch eine Erinnerung bist und kein stechender Schmerz mehr. Soweit, dass ich einfach nur lächele und denke: Ja, ich habe dich geliebt und das war wichtig und in meinem Herzen wirst du immer sein, aber es ist okay.
Es ist okay. Es ist auch jetzt okay und es wird okay sein. Es ist die Melancholie, die mich manchmal trifft und das ''Was wäre wenn'' und alles, was mich an dich erinnert.
Ich kann dir ja nicht einmal böse sein. Wie könnte ich? Dich hassen? Nein. Nein, das könnte ich niemals. Wie du auch bist, wie du dich auch verhältst, du hast Gründe, so wie wir alle Gründe haben und ich gebe diesen Gründen nicht die Schuld an irgendetwas. Ich gebe auch dir selbst, deinem handelnden Ich, das etwas hätte anders machen können, nicht die Schuld. Auch ich habe nicht Schuld. Niemand hat Schuld.
Es musste so kommen. Aus irgendeinem Grund musste es so kommen.
Aber weißt du, es wäre sehr schön, wenn wir uns irgendwann wiedersehen und uns wie das begegnen, was wir sind, alte Freunde. Bitte, ignoriere mich dann nicht und bitte, tue nicht so, als wären wir Fremde oder als wären wir mal flüchtige Freunde gewesen. Du hast mir viel bedeutet, okay? Das weißt du. Du weißt es. Erinnere dich daran, denke daran, wenn wir uns wiedersehen. Denke daran, was ich alles für dich tun würde, jederzeit, auch wenn du es nicht weißt. Würdest du ganz plötzlich vor meiner Tür stehen und mir irgendetwas erzählen oder einfach nur mit mir schweigen wollen, ich wäre da. Ich wäre immer da und ich wäre immer da gewesen. Immer.
Das ist die Art von Freundin, die ich bin, weißt du? Ich würde immer mein Bestes versuchen. Immer.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum es so kommen musste. Vielleicht hätte ich irgendwann etwas sehr Dummes getan oder du und es wäre alles noch viel, viel schlimmer gekommen. Vielleicht.
Ich werde es nie wissen und das will ich auch nicht. Aber die Möglichkeit ist da. Sie ist da und das bricht mir manchmal, so wie jetzt gerade, einfach das Herz.
Auch du wirst manchmal sicherlich von Dingen zerrissen. Wirst du, das weiß ich. Und es tut mir leid. Es tut mir wirklich leid. Aber das ist das Leben, richtig? Ich will nicht, dass es dich zerreißt, dass wir nicht mehr befreundet sind und ich glaube nicht, dass es das tut. Nicht so sehr, wie mich.
Aber ich kann es nicht wissen, richtig? Ich kann es nicht wissen.
Also tue ich vielleicht einfach ein bisschen so, als wäre es so. Als würdest du auch manchmal an mich denken, dich an mich erinnern und traurig darüber sein, dass wir keine Freunde mehr sind. Denn trotz allem warst du eine tolle und wichtige Freundin für mich und das weißt du. Das weißt du. Ich habe darauf nie ein Geheimnis gemacht. Du weißt es.
Aber du weißt nichts von den Tränen, die ich jetzt vergieße. Das weißt du nicht und du wirst es nie wissen, niemals. Das tut weh. Ich wünschte, da wäre ein Weg, es dich wissen zu lassen. Ob vielleicht gerade dein Herz ein klein bisschen sticht, weil ich mir wünsche, dass du weißt, dass ich gerade wegen dir weine? Nur ein kleines bisschen, sodass du ein klein wenig verwirrt bist.
Keine Sorge, es wird gleich vorbei gehen. Gleich wird es vorbei gehen und du wirst es vergessen, aber für diesen kleinen Moment haben dich meine Gefühle erreicht. Das ist irgendwie ein schöner Gedanke.
Aber auch, dass du glücklich bist, dass es dir gut geht, ist ein schöner Gedanke. Bitte vergiss nicht, dass ich dich irgendwie bedingungslos liebe, auch wenn ich das selbst erst jetzt verstehe. Vergiss das nicht, auch wenn du es gar nicht weißt, glaube ich doch, dass du es spüren konntest. Vergiss dieses Gefühl nicht.
Ich hoffe, dein Freund lässt dich genauso fühlen und wenn er es nicht kann, dass jemand anders kommen wird und es dich fühlen lässt. Das hast du verdient. Trotz allem hast du das verdient. Vergiss das nicht.
So wie ich nicht vergessen werde, was du mich alles gelehrt hast. Du hast mich gelehrt, mehr ich selbst zu werden, mutiger zu werden, stärker zu werden. Du hast mich auch gebrochen, aber du hast mich auch wundervolle Dinge gelehrt, die ich nie mehr missen möchte. Deshalb werde ich dich nie vergessen und irgendwann werde ich lächeln, wenn ich zurückdenke, einfach nur lächeln und wissen: Ja, das warst du. Du hast mit dazu beigetragen, wer ich bin und das macht mich unheimlich glücklich.


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