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Dienstag, 26. Februar 2019

Anime: Dakaretai Otoko 1-i ni Odosarete Imasu.

Dear Anime.


So ein guter Boys Love Anime! ♥

Genre: Shounen Ai bis Yaoi, Comedy, Drama, Romance
Länge: 13 Episoden je 23 Minuten (Staffel 1)
Jahr: 2018
Kurzbeschreibung: Saijou Takato's five year reign as the "Most Huggable No. 1" has been snatched. Stealing his thunder is the newbie actor with a three-year debut, Azumaya! Toward the stuffy hostile Takato, Azumaya's sincere sparkling smile starts to become effective. Even as Takato sets his alert level on MAX, Azumaya catches Takato in his shameful drunken state and uses it to blackmail him! In exchange for Azumaya's silence, Azumaya states, "Please let me hold you...?! Embrace me, who was the Most Huggable No.1?" What the heck is he saying?! This series also includes a large quantity of other high suspense erotic stories.

Gesamteindruck: Ich hab's ja oben schon verraten. ;D Und ich hatte es echt nicht erwartet! Zeigt mal wieder so schön, wie gut es sein kann, mit keinen oder niedrigen Erwartungen an eine Geschichte heranzugehen. Ich find's immer wieder spannend, wie sehr sowas meine Freude an einer Geschichte beeinflussen kann. In diesem Fall war dieser Einfluss sehr sehr positiv. :D

Story: Nicht gerade wenig hat meine positive Überraschung bei diesem Anime damit zu tun, dass Shounen Ai als Genre angegeben war und eben nicht Yaoi, obwohl es ganz eindeutig mehr in Richtung Yaoi geht. Shounen Ai sind nämlich häufig auch nur eher angedeutete Elemente und der Fokus solcher Anime liegt dann oft nicht auf der Beziehung, das wird nur hin und wieder mal eingestreut oder es gibt vielleicht einen Kuss, manchmal geht es dann auch schon fast eher in Richtung Queerbaiting, aber na ja, das Fass will ich jetzt mal gerade nicht unbedingt aufmachen.
Auf jeden Fall geht es bei diesem Anime hier tatsächlich um die Beziehung und zwar tatsächlich bis ganz zum Ende nur um eine einzige Beziehung, was ich bei Boys Love Stories jetzt auch spontan mal als etwas eher selteneres ansehen würde, zumindest wenn es sich um einen Anime mit dieser Anzahl von Folgen handelt.
Light Spoiler Ein anderes Paar wird noch ganz am Ende im Ansatz eingeführt. Light Spoiler Ende
Wie in der Kurzbeschreibung bereits erwähnt wird, sind die zwei Hauptcharaktere Stars und zwar Schauspiel-Stars. Dieses Setting finde ich wirklich sehr sehr interessant und wirklich gut umgesetzt! Es ist toll in die Story und die Charaktere eingearbeitet und spielt auch tatsächlich die meiste Zeit über eine sehr wichtige Rolle. Heißt also: Auch wenn die Beziehung eindeutig im Vordergrund steht, nimmt das Schauspielen und auch das Star sein ebenso seinen Raum ein, was ich sehr gut finde.
Auch die Art, wie die Charaktere aufgebaut sind und nach und nach den Zuschauenden nähergebracht werden, finde ich sehr gut gemacht und gerade die Charakter- und Beziehungsentwicklung ist toll mitzubeobachten. ♥
Am Anfang war ich ein bisschen irritiert von der Art, wie die Schatten, besonders auf den Charakteren, dargestellt sind, aber über alles andere habe ich das mit der Zeit vergessen und mich auch dran gewöhnt.
Wie die Handlung voranschreitet und die Probleme sich mit der Zeit wandeln, finde ich auch gut gehandhabt, gerade auch was typische Plot-Tropes betrifft, die ich oftmals schon ziemlich nervig finde und wo ich mir oft zumindest eine etwas andere Umsetzung wünsche. Dakaretai geht mit diesen Tropes, meiner Meinung nach, echt gut um. Sie sind zwar trotzdem vorhanden, aber mir persönlich kamen sie wenig nervig vor, sondern eher tatsächlich relevant für die Charaktere, deren Beziehung und auch das Setting der Story.

Charaktere (Mild Spoilers!): Ich gebe mal gleich direkt zu – ich liebe den Hauptcharakter sehr! :D Takato ist einfach Liebe. ♥ Ich mag seine mies gelaunte, genervte Art und auch das genaue Gegenteil davon. Ich mag seine schwarzen Haare und ach, einfach die Art, wie er sich verhält und ach. Eben ein Charakter genau nach meinem Geschmack. ;D
Dabei habe ich sonst eigentlich gar nicht unbedingt so starke Gefühle für den Uke? Würde ich jetzt mal behaupten, so beim drüber nachdenken bin ich mir da doch wieder eher unsicher, weil ich auch nicht sagen würde, dass ich die Seme-Charaktere oftmals mehr mag als die Uke-Charaktere. So ganz stimmt das also gar nicht. Aber gut, Takatos Charakterkonzept ist einfach etwas, was mir sehr gut gefällt – dieses mies Gelaunte, schon fast Kalte und Berechnende und im Kontrast dazu dann doch das weiche Herz, aufgrund dessen der Charakter schwach wird und ach, ich mag das. :'D
Azumaya ist dagegen eigentlich eher ein Charaktermodel, was ich nicht so mag und zeitweise als sehr nervig empfinden kann. In diesem Fall war das aber wenn höchstens sehr schwach. Die eher nervigen Verhaltensweisen und so waren zwar da, waren mir aber nicht zu aufdringlich, sondern noch im Rahmen. Und ich mag seine... ich nenne es mal 'wütende' Art. Wie angespannt und schon fast aggressiv er werden kann. Das hat irgendwie was. ;D Vor allem in Kombination damit, dass er sonst ein sanfter Charakter ist.
Was auch beide definitiv haben, ist Tiefe und ahhh, es ist so schön, dass endlich mal wieder in einem längeren Anime erleben zu können! (Wow, jetzt habe ich gerade ein sehr starkes Bedürfnis danach, Sekaiichi Hatsukoi mal wieder zu schauen. xD) Also die Charaktere wirken auf jeden Fall kein bisschen flach, was sehr schön ist. Selbst der eine Charakter, der eher gegen Ende eingeführt wird, hat Tiefe, obwohl er nicht viele Szenen hat (Spoiler!) und erst sehr spät überhaupt eröffnet wird, dass auch bei ihm die Beziehung zu einem anderen Mann ein Ding ist. (Spoiler Ende!)
Es gibt dann da noch ein paar Nebencharaktere, die ich teilweise schon eher als nervig empfunden habe. In einer Folge sogar sehr extrem. (Strandfolge... Ach ja...) Ansonsten ist zumindest der eine ziemlich gut in die Story eingearbeitet und ich finde ihn auch irgendwo interessant. Der andere Nebencharakter kommt mir eher allerdings ein bisschen sehr sinnlos und höchstens hier und dort mal ein klein wenig plotserving vor. Kann aber gut sein, dass er im Manga vielleicht eine größere Rolle spielt oder aber, dass er und eventuell auch der andere benannte, auch noch ein Paar bilden könnten oder einer von ihnen beiden oder beide irgendwie auch noch Teil eines Paares werden. (Also im Manga oder dann eben in einer eventuellen zweiten Staffel.)

Fazit: Ein wirklich toller Boys Love Anime, den ich nur jedem empfehlen kann, der sowas mag. Die Charaktere, vor allem der Hauptcharakter, sind toll und das Setting in der Welt der Schauspieler ebenso. Die bekannten Plot-Tropes sind meines Empfinden nach nicht nervig, sondern sogar sehr gut und sinnvoll umgesetzt. Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, dass es auch innerhalb des Plots und der Art wie die Charaktere reagieren und sich verhalten, nochmal einiges an schönen Überraschungen gibt. Ich hatte sehr viel Spaß beim Schauen und habe mich sehr gefreut, endlich mal wieder diesen wirklich guten und auch erwachseneren Boys Love Anime zu schauen.


Mittwoch, 10. Oktober 2018

Buch: Sehnsucht nach uns von Isabel Shtar

Dear Books.


Wie mein Schreiben dieser Blogposts mal wieder super zu meinem Lese-Verhalten passt, aber auch gleichzeitig so gar nicht und!? Wie habe ich das jetzt eigentlich wieder hinbekommen? xD

Genre: Gay-Romance, Drama
Umfang: 458 Seiten (Taschenbuch Ausgabe)
Sprache (gelesen in): Deutsch
Erstausgabe: 17.03.2014 Verlag: Cursed Verlag
Kurzbeschreibung: Was bedeutet Freiheit – und ist sie für jeden Menschen gleich? Für Landmaus Bruno sind Großstadt und Studium das Abenteuer seines Lebens. Weit weg von seinem behüteten Dorfleben ist er von vielen neuen Eindrücken manchmal reichlich überfordert. Alles scheint plötzlich möglich – vor allem für eine schwule Jungfer. Doch als dann Gideon auf den Plan tritt, wird Brunos Welt vollkommen auf den Kopf gestellt, denn Gideons Vorstellungen von Freiheit sind so ganz anders als Brunos...

Gesamteindruck: So schön, wie ich bei diesem Buch mal wieder gemerkt habe, wie sehr ich Gay Romance einfach liebe. Es ist und bleibt so und ach, ich bin so froh, dieses Buch endlich gelesen zu haben und hatte so Spaß dabei! Zusätzlich wurde ich auch noch mindestens einmal wirklich sehr positiv überrascht und hach, ich mag hier gerade mal wieder am liebsten die ganze Zeit mit ganz vielen Herzen werfen.
Auch noch erwähnenswert wäre, dass ich auf dieses Buch gekommen bin, weil ich 'Froschprinz' gelesen habe, ebenfalls von Isabel Shtar. Ich weiß jetzt gerade nicht genau, welches Buch zuerst rauskam, aber rein zeitlich betrachtet würde 'Sehnsucht nach uns' vor 'Froschprinz' spielen. Die Charakter in diesem Buch hier jetzt kommen auch in 'Froschprinz' vor und andersrum, mehr oder weniger. Dadurch bin ich überhaupt auf das Buch gekommen. Ich liebe solche Verknüpfungen, auch wenn es in diesem Fall keine besonderen Auswirkungen auf die jeweiligen Geschichten hat. Ich mag es einfach, dass mehrere Geschichten in dem gleichen Universum spielen.

Story: Wie die Kurzbeschreibung ja bereits erwähnt, sind die Hauptcharaktere im Uni-Alter, was ich selber als Student super cool finde. Schon allein weil es eben nicht dieses typische High School Zeugs ist, was bei 'Froschprinz' zum Beispiel ja schon der Fall ist. High School hat auch definitiv einen besonderen Reiz, aber dieses Uni/College-Alter verdient definitiv mehr Aufmerksamkeit!
Diese Zeit im Leben ist so eine Schwelle zwischen dem Schulchaos, der 1. Findungsphase sozusagen und dem „richtigen“ Erwachsenen- und Arbeitsleben. Es ist eine Zeit mit viel Ausprobieren, viel Neuem und den ersten, festeren Grundsteinen des eigenen Lebens. Ich finde, dass 'Sehnsucht nach uns' dieses Gefühl wirklich sehr gut einfängt, ohne zu sehr zu über oder zu untertreiben.
Die Geschichte hat so so viele unendlich coole Entwicklungen und ich war echt jedes Mal wieder positiv überrascht. Mit einer guten Geschichte, die mir sehr gefällt, hatte ich so oder so gerechnet, aber die allerhöchsten Erwartungen oder so hatte ich nun auch nicht. Umso cooler ist es, da dann wiederholt überrascht zu werden.
Ich will jetzt auch gar nicht zu viel verraten. Auf jeden Fall wird die Story an keinem Punkt langweilig. Immer, wenn ich dachte, dass nicht sonderlich viel passiert, kam wieder irgendwas total überraschendes. Einiges davon war natürlich auch irgendwo vorhersehbar, aber trotzdem jedes Mal wieder eine interessante Storyentwicklung.
Neben nicht gerade wenig Drama gibt es aber auch einiges an Fluff, soviel kann ich ja schon sagen, ohne dass es allzu sehr spoilernd ist.
Was auch wieder sehr toll ist, ist der Humor. Da bin ich auch immer sehr glücklich, wenn der passt und ich daran Spaß haben kann, was bei diesem Buch definitiv der Fall ist und viel vom Charme des Schreibstils ausmacht.
Was mir beim Lesen auch noch aufgefallen ist: Manchmal quatschen die Charaktere echt eine ganze Menge und das auch am Stück und ahhh, irgendwie gibt mir das sehr viel positive Feels in Bezug auf mein eigenes Geschreibsel, weil ich das auch des öfteren mal mache und mich immer frage, ob das eigentlich so okay ist oder ob ich übertreibe. Da es hier in dem Buch auch so war, fasse ich das einfach mal als gutes Zeichen auf, dass man es schon machen kann.
Dann nochmal etwas Wichtiges: Neben allem anderen wird es zwischenzeitlich auch wirklich sehr dramatisch und psychische Probleme spielen eine große Rolle in der Geschichte. Dem sollte man sich bewusst sein, denn eine luftig lockere Lovestory ist 'Sehnsucht nach uns' in dem Sinne eher nicht.
Und eines will ich auch unbedingt erwähnen, weil es mich so unfassbar glücklich gemacht hat. Ich fasse es jetzt mal schlicht in einem Wort zusammen und lasse es dann mal so stehen, ohne genauer zu benennen, was für eine Rolle es in der Geschichte spielt: Polyamorie. Es ist kein Hauptthema oder so in der Geschichte, aber ich finde es sehr schön, dass es überhaupt Thema ist und wie damit umgegangen wird.
Das ist thematisch ein toller Übergang zu den Charakteren.

Charaktere (leichte Spoiler!): Es ist so toll, wie unterschiedlich die Ansichten der zwei Hauptcharaktere sind und wie ähnlich sie sich doch gleichzeitig in vielerlei Hinsicht wieder sind. Sie passen einfach so unfassbar gut zusammen. Da, wo sie unterschiedlich drauf sind, ergänzen sie sich und das, was sie gemeinsam haben, verbindet sie. Sex ist da bei den beiden das, woran es sich am besten zeigt.
Mal abgesehen von dieser coolen Beziehungsdynamik haben Bruno und Gideon auch jeder für sich einen tollen und interessanten Charakter und ich liebe liebe liebe es, dass sie sich selbst ganz anders wahrnehmen, als sie von anderen wahrgenommen werden und wie das im Laufe der Geschichte deutlich wird und sich bei den Beiden vor allem auch wieder durch und aneinander zeigt.
Insgesamt mag ich es bei der Story sehr, wie bei Gideon und seinem besten Freund mit deren Ruf umgegangen wird und mir gefällt in der Hinsicht auch wirklich sehr Brunos charakterliche Entwicklung, die so ganz unaufgeregt und quasi nebenbei passiert und doch so ausschlaggebend ist. <3
Sowieso liebe ich es, wie allen voran Bruno mit bestimmten Themen und Problemen umgeht und ach ach, dieses Buch macht einfach in vielerlei Punkten so vieles richtig!
Die Nebencharaktere sind da natürlich keine Ausnahme. Sie sind sehr individuell und ich mag es, wie unterschiedlich Brunos Eltern und dann dazu noch seine Oma sind und wie sie doch letztendlich irgendwie alle eine Familie sind. Ach ja, diese Familiendynamik ist auch einfach so Liebe, weil sie eben nicht diesem klassischen Model entspricht und trotz aller Schwierigkeiten funktioniert.
Es ist auch die ganze Zeit über deutlich, wie menschlich all die Charaktere sind und dass sie Fehler machen und dass sie das nicht gleich zu 'dem Bösen' schlechthin macht. Das hat mir auch wirklich sehr gut gefallen.

Fazit: Wer gerne Gay-Romance liest, eine schöne Mischung aus ernsthaftem Drama, einiges an Fluff und viel Hoffnung mag, ist mit diesem Buch auf jeden Fall gut bedient. Die Dynamiken zwischen den Hauptcharakteren und auch in Brunos Familie sind wirklich toll und ich wurde ein paar Mal sehr positiv von den Story-Entwicklungen überrascht, wodurch die Geschichte immer interessant blieb. Von mir eine ganz klare Empfehlung.

Dienstag, 19. Juni 2018

Buch: Two Boys Kissing von David Levithan

Dear Books.


Hm, ich weiß gar nicht, wie ich hier genau anfangen soll. Aber weiß ich das je? Auf jeden Fall ein sehr interessantes Buch, so viel ist sicher.

Genre: Young Adult, LGBT, Romance, Fiction
Umfang: 196 Seiten (Taschenbuch Ausgabe)
Sprache (gelesen in): Englisch
Erstausgabe: 27.08.2013 Verlag: Ember (Random House Children's Books)
Kurzbeschreibung: While the two increasingly dehydrated and sleep-deprived boys are locking lips, they become a focal point in the lives of other teen boys dealing with languishing long-term relationships, coming out, navigating gender identity, and falling deeper into the digital rabbit hole of gay hookup sites—all while the kissing former couple tries to figure out their own feelings for each other.

Story: So, jetzt nochmal. Ich weiß wirklich nicht genau, was ich zu diesem Buch sagen soll. Ja, interessant ist es und es beschäftigt sich mit einem sehr wichtigen Thema beziehungsweise wichtigen Themen und es ist definitiv nicht schlecht, aber... Hm.
Ich denke mal, es lässt sich am besten so beschreiben: Es ist nicht wirklich meine Art von Buch. Vieles, was ich sehr an Geschichten schätze, hat dieses Buch nicht, was es nicht grundsätzlich schlecht macht, absolut nicht, aber es gibt mir eben nicht das, was ich gerne habe und was Begeisterung und Feels und all sowas in mir auslöst.
Zum Teil hat das vielleicht auch mit der Erzählweise zu tun, wobei ich diese wirklich sehr interessant finde. Zusätzlich ist es auch mal was anderes und ein cooler Ansatzpunkt, durch den der Geschichte und der ganzen Message nochmal eine ganz besondere Gewichtung gegeben wird. In der Hinsicht hat mir das Buch echt gut gefallen, da es eben diese ganz eigene Erzählweise hat, die alles auf eine starke Weise unterstreicht.
Zu Anfang ist diese Erzählweise etwas verwirrend, da nicht gleich klar ist, wer da eigentlich erzählt und warum und so weiter, aber nachdem es aufgeklärt wird, macht es alles Sinn und fügt sich schön zusammen.
Davon abgesehen sind es mehrere verschiedene Geschichten, die in diesem Buch erzählt werden und ich denke, hier liegt mein Hauptproblem mit dem Buch und warum meine Meinung zu dem Buch irgendwie ziemlich neutral und nicht sehr gefühlsmotiviert ist. Denn dadurch, dass das Buch nicht besonders viele Seiten besitzt, alles also insgesamt recht kurz gehalten ist, fiel es mir sehr sehr schwer, mit den Charakteren auf einer emotionalen Ebene mitzufühlen.
Natürlich werden schon recht viel Gefühle und Gedanken beschrieben und auch die Interaktionen der Charaktere, die Dialoge, die Ereignisse sind gut beschrieben, aber es fehlt irgendwie an der Zeit und dem Mehr an Handlungen und allem weiteren, um sich wirklich enger mit den Charakteren verbunden zu fühlen.
Ich denke auch, dass es bei diesem Buch gar nicht das Ziel war, dass der Leser sich unbedingt genauer in die Charaktere reindenkt und mitfühlt, zumindest kommt es mir so vor. Viel eher sollten einzelne Schicksale beispielhaft für alle Menschen, die ähnliches durchmachen, sich in ähnlichen Situationen wiederfinden, aufgezeigt und beschrieben werden, um zu zeigen, dass immer noch für gewisse Recht, Anerkennung, Akzeptanz und so weiter gekämpft werden muss, auch wenn bereits vieles passiert ist.
Vom Ansatz her finde ich das Ganze echt interessant und es ist ein cooles Konzept, aber in der Realität fällt es mir eben ziemlich schwer, wenn ich Charaktere nur über eine kurze Zeit kenne, eine wirkliche Bindung zu ihnen aufzubauen. Das heißt natürlich nicht, dass mir die Charaktere völlig egal waren und ich ihre Stories nicht interessant und spannend fand, das waren sie definitiv. Aber dieses letzte, entscheidende Etwas hat gefehlt.
Trotzdem, wie geschrieben, haben mich die einzelnen Geschichten zumindest genug mitgenommen, dass ich wissen wollte, wie sie ausgehen und wie die Message des ganzen Buches dadurch transportiert wird. Und an sich sind die Geschichten der einzelnen Charaktere wirklich gut erzählt und decken alle samt wichtige Aspekte und Probleme ab, die ''anders sein'' in unserer Gesellschaft nach wie vor mit sich bringt. Das finde ich echt gut gelungen.
Und ich denke, das genau dieses Ziel mit dem Erzählen der Geschichten in Zusammenspiel mit der Erzählweise beziehungsweise -perspektive erreicht werden sollte. In dem Sinne hat das Buch ganze Arbeit geleistet und wäre auch definitiv weiter zu empfehlen.
Nur mich persönlich hat es halt nicht so sehr mitgenommen, was auch noch einmal durch den manchmal etwas sehr schlichten Schreibstil verschlimmert wurde. Es sind auch sehr schöne, poetische Zeilen dabei, auf jeden Fall. Und kurze, klare Sätze können auch eine sehr große Macht haben, das will ich gar nicht bestreiten. Auch passt es an sich zum ganzen Stil des Buchs und zur Message.
Im großen Ganzen hat es mir also schon gefallen, aber eben nicht in einem besonderen Maße.

Charaktere: Zu denen habe ich tatsächlich nicht viel mehr zu sagen, als das, was ich schon beschrieben habe. Sie nehmen alle eine gewisse Rolle im Gesamtbild ein und decken alle zusammen ganz unterschiedliche, wichtige Felder ab.
Sie sind mir auch allesamt sympathisch und ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen sind auf jeden Fall nachvollziehbar und ganz gut beschrieben, abgesehen von der fehlenden Zeit, um eine richtige Bindung zu ihnen aufzubauen, gibt es da eigentlich nichts zu meckern.
Was mich stört, ist eben, dass sie wirklich alle dafür da sind, um ihren gewissen Part im großen Ganzen zu erfüllen. Ich mag zwar, was das zeigen soll, welches Ziel das verfolgt, aber es lenkt vielleicht, zumindest meiner Meinung nach, den Fokus ein bisschen von den Charakteren selbst weg. Kann auch sein, dass das nur mein Empfinden ist und die Erklärung für die Distanziertheit, die ich irgendwie zu den Charakteren habe, könnte auch durchaus eine andere sein.
Aber so oder so fehlt mir da einfach das Gefühl von Bindung, nach dem ich immer suche und das ich so sehr liebe.
Die Schicksale der Charaktere haben mich an sich aber natürlich trotzdem interessiert und mich auch bewegt, nur eben nicht so intensiv, wie es sein könnte.

Fazit: Es ist auf keinen Fall ein schlechtes Buch oder schlecht geschrieben oder ähnliches. Ich würde sogar sagen, dass es ein sehr wichtiges Buch ist, das es leider irgendwie verpasst hat, mich so richtig abzuholen. Nichtsdestotrotz ist die Message, die vor allem auch über die besondere Erzählweise und das Beleuchten unterschiedlicher, individueller Geschichten unterstrichen wird, sehr wichtig und wird gut rübergebracht.
Ich war gespannt, wie sich die einzelnen Handlungsstränge entwickeln, aber hätte mir hier und dort einfach noch mehr gewünscht, um eine tiefere Bindung zu den Charakteren aufbauen zu können. Das, was mir aber als Ziel des Buches vorkommt, wurde aber definitiv erreicht – die Wichtigkeit des Kämpfens für Rechte, Anerkennung, Akzeptanz und alles, was in diese Richtung geht, deutlich zu machen.

Freitag, 1. Dezember 2017

Anime: Merman In My Tub

Dear Anime.


Ach ja, dieser Anime. xD

Genre: Comedy, Fantasy, Shoujo
Länge: 13 Episoden je 4 Minuten
Jahr: 2014
Kurzbeschreibung: Das Bad des jungen Tatsumi wurde von einem heißen Meermann namens Wakase eingenommen. Dieser niedliche doch egoistische Schmarotzer stellt den perfekten Gegensatz zum ausgeglichenen doch empfindlichen Tatsumi dar. Lasst uns sehen, wie die beiden miteinander auskommen.

Gesamteindruck: Ich weiß gar nicht so genau, was ich überhaupt zu diesem Anime sagen soll, ähm... Ich glaube, die Episodenlänge spricht schon ziemlich für sich? Lustig war es in jedem Fall. Also ich hatte Spaß.

Story: Die Kurzbeschreibung fasst das schon ziemlich gut zusammen und joa, es ist in etwa das, was man von so einem verrückten Setting erwartet. Beim Genre fehlt eigentlich noch Shounen-Ai, da es eindeutig ein paar kleine Andeutungen und rote Wangen gibt, aber ich denke mal, dass hier Shoujo das mit abdecken soll. Es ist auch wirklich nicht allzu explizit, eigentlich gar nicht, aber es ist schon ziemlich eindeutig, dass da eventuell Gefühle im Spiel sind.
Ansonsten besteht die Story neben kleineren Konflikten, die ein solches Zusammenleben eben verursachen, viel daraus, dass Wakase so einiges an Freunden hat, die dann und wann mal zu Besuch kommen und auch teilweise über längere Zeit bleiben. Diese Freunde sind natürlich auch alle männlich und es ist recht offensichtlich, dass sie alle ein gewisses Klischee von Charakter verkörpern.
Harem wäre als zusätzliches Genre hier definitiv auch nicht verkehrt, denn all diese Charaktere haben irgendwie ein gewisses Interesse an Tatsumi und sorgen damit für weitere, kleine Konflikte, die aber alle ziemlich schnell (siehe Episodenlänge) und problemlos gelöst werden.
Es ist einfach etwas kleines, lustiges für Zwischendurch, das mich das ein oder andere Mal zum Grinsen gebracht hat und manchmal finde ich dieses angekratzte Shounen-Ai doch ganz niedlich und angenehm zu schauen. Zumindest war das bei diesem Anime der Fall.
Ich hatte keine sonderlich großen Erwartungen und wollte einfach mal schauen, was dieser Anime zu bieten hat. Überrascht wurde ich zwar nicht, aber es war ganz lustig.

Charaktere: Wirklich viel gibt es da nicht zu sagen und allzu viel lernt man auch nicht von den Charakteren kennen, außer ihren Klischee-Eigenschaften. Die Charaktere, die noch am meisten ausgebaut werden, sind Tatsumi und Wakase. Letzterer noch ein wenig mehr, da die Haupteigenschaft des ersten seine stille Art ist und dementsprechend auch nicht sonderlich viel Einblick in sein Gefühlsleben gewährt wird. Umso niedlicher ist es, wie er teilweise auf Wakase reagiert, der eine sehr viel lebhaftere Art hat.
Ich finde die Kombi ganz cool. Die ganzen anderen Charaktere hätten vielleicht nicht unbedingt sein müssen, lockern das ganze Setting aber ein wenig auf, da es sonst nur ständig Wakase, Tatsumi und die Badewanne wären und ganz so viel Story hat das alleine dann nun wirklich nicht zu bieten.
Aber nervig fand ich die anderen Charaktere nun auch nicht unbedingt. Es hielt sich noch alles im Rahmen und war zum Zwischendurch schauen gut geeignet.

Fazit: Für eine kleine Prise Shounen-Ai im Alltag lässt es sich anschauen. Es hat nichts wirklich besonderes, ein lustiges Setting und ziemlich klischeehafte Charaktere, aber für die paar Minuten kann man sich das mal antun und darüber grinsen. Wer nichts von Harem-Konstellationen hält und auch sonst eher nicht so der Fan von etwas albernen Ideen ist, wird hier nicht glücklich werden und auch tiefsinnig oder ähnliches ist der Anime definitiv nicht. Er ist wirklich was leichtes für Zwischendurch, mehr nicht. Aber manchmal will man ja genau das.

Freitag, 24. November 2017

Buch: Zwischen den Zeilen von Rona Cole

Dear Books.


Nein, es ist gar nicht Ewigkeiten her, dass ich dieses Buch gelesen habe. Das bildet ihr euch nur ein und ich mir auch und so.
Aber, selbst wenn es schon ewig her wäre, dass ich das Buch gelesen habe, kann ein verspätetes Kommentar zumindest zeigen, was alles bei mir hängen geblieben ist. Also es hat, äh hätte, auch sein Gutes.

Genre: Liebesromane, Gay Romance/Boys Love
Umfang: 513 Seiten (Taschenbuch Ausgabe)
Sprache (gelesen in): Deutsch
Erstausgabe: 17.03.2014 Verlag: Cursed Verlag
Kurzbeschreibung: Sich in den heißen Floristen zu verknallen – damit hätte Josh auf der Hochzeit seiner Cousine wohl am allerwenigsten gerechnet. Doch Ben ist eine echte Zehn, Grund genug ihm für ein Date wenn nötig auch hartnäckig hinterherzulaufen. Und dann könnte alles so schön sein, wäre da nicht der leise Verdacht, dass Ben etwas zu verbergen hat. Denn Josh ist sich sicher: Jede Zehn hat einen Haken.

Story: Inzwischen habe ich es mir ja längst eingestanden – ich stehe einfach sehr auf Boys Love Liebesgeschichten, also Liebesgeschichten zwischen Männern. Mir hat es dieses Genre so sehr angetan, dass ich am liebsten in einem Verlag arbeiten möchte, der sich darauf konzentriert und ich schreibe es auch selber so unheimlich gerne. Das erwähne ich hier an dieser Stelle nochmal, weil es natürlich heißt, dass ich das Genre schon mal auf jeden Fall sehr mag und das erstmal eine sehr gute Grundvoraussetzung dafür ist, dass ich diese Geschichte mögen könnte.
Und ich habe sie wirklich sehr gemocht. Als ich sie dann endlich gelesen habe, nachdem das Buch, so wie all meine Bücher, Ewigkeiten im Regal lag, konnte ich kaum aufhören zu lesen und das hatte ich davor echt eine ganze Weile nicht mehr gehabt, aus verschiedenen Gründen. Umso glücklicher war ich, dass dieses Buch mich wieder richtig in einen Lesefluss bringen konnte und in mir auch sehr dieses Bedürfnis hervorrief, immer weiter und weiter lesen zu wollen. Dazu muss aber auch gesagt sein, dass ich zu dem Zeitpunkt, als ich das Buch gelesen habe, auch wirklich viel Zeit hatte und sie mir zum Lesen nehmen konnte und das eben auch getan habe.
Nichtsdestotrotz spricht das, meiner Meinung nach, auf jeden Fall sehr für das Buch.
Die Spannung, die ich beim Lesen gefühlt habe und weshalb ich immer weiterlesen wollte, kam neben dem „Kommen/Bleiben sie jetzt zusammen!?“ durch das zustande, was Ben zu verbergen hat. Tatsächlich hat es, obwohl die Geschichte abwechselnd aus Josh und Bens Sicht erzählt wird, sogar bei Bens Sichtweise etwas gedauert, bis genau klar war, worum genau es sich bei diesem Etwas, das er verbirgt, handelt und ich fand das echt ziemlich toll gemacht. Vielleicht war ich auch etwas zu doof, um es gleich zu erkennen, das kann natürlich auch sein. Aber für mich hat es sehr zur Spannung der Geschichte beigetragen.
Auch nachdem es für den Leser dann klar ist, was Ben verbirgt, bleibt die Spannung erhalten und hm, an dieser Stelle wird es etwas schwierig. Mir persönlich hat diese Spannung wie geschrieben wirklich gut gefallen und Bens Geheimhaltung dieser Sache ist neben der Entwicklung der Beziehung eben der Kern der Geschichte, aber ich war schon irgendwann etwas von dieser Geheimhaltung genervt. Einerseits wollte ich einfach, dass es endlich raus kommt und/oder Ben es Josh einfach erzählt, andererseits hat mich aber auch genau diese Geheimhaltung gefesselt.
Schließlich ist es nicht einfach nur so, dass Ben ein Geheimnis vor Josh hat, dass er nicht mit ihm teilen will, sondern auch darunter leidet. (Ohne jetzt allzu groß spoilern zu wollen.) Es ist etwas, dass ihn verfolgt und niemals loslassen kann, mit dem er immer und immer wieder konfrontiert wird, vor allem je näher Josh und er sich kommen.
Es geht nicht einfach nur darum, dass er es geheim hält und Josh nicht davon erzählt, sondern, da auch aus seiner Sicht erzählt wird, eben genauso viel darum, wie er selber damit zu kämpfen hat – mit dieser Sache an sich und dem Geheimhalten vor Josh.
Ich fand es sehr interessant und herzzerreißend, was dabei für Situationen entstanden sind und teilweise war es auch wirklich sehr witzig. Der Humor in der Geschichte hat mir sowieso sehr gut gefallen, weil er einfach sehr gut gepasst hat, auch wenn ich manche Sachen selber vielleicht nicht unbedingt so formuliert, verglichen und benannt hätte. Aber es passte eben zu den Charakteren und von daher war es wieder okay.
Ich konnte mir auch alles in der Geschichte sehr gut vorstellen, mit den Charakteren mitfühlen und zum größten Teil auch Bens Verhalten und Entscheidungen nachvollziehen.
Mich stört ein bisschen das Ende, da mir nicht ganz gefällt, wie sich der Konflikt aufgelöst und Josh von Bens Geheimnis erfahren hat. Auch die tatsächliche Endszene habe ich deshalb als etwas zu rosiges Happy End empfunden, falls diese Formulierung Sinn macht. Ich will nicht zu viel verraten, aber falls ihr es lesen solltet oder gelesen habt, werdet ihr vielleicht verstehen, was ich meine. Es war eben am Ende dann alles sehr schnell vorbei. Ja, ich denke, so könnte man es sagen.
Aber an sich fand ich diesen Konflikt mit Bens Geheimnis wirklich wirklich gut und sehr interessant, da es mal etwas komplett anderes war und ein Thema, das einem ziemlich selten begegnet. Ich finde, dass es sehr gut dargestellt ist und im Rahmen der Geschichte gut damit umgegangen wird.
Insgesamt herrscht meiner Meinung nach wirklich ein gutes Gleichgewicht zwischen romantischen (& erotischen) Szenen, also mehr Beziehungsentwicklung, und Bens Geheimnis bzw. dem Konflikt, den das auslöst. Das hat einerseits noch einmal mit zu der Aufrechterhaltung der Spannung beigetragen, ohne langweilig zu werden oder allzu langgezogen zu wirken, und andererseits gibt es einfach eine angenehme Mischung ab und schafft eine schöne Balance, sodass Bens Geheimnis nicht gleich zu sehr wie das eine Thema der Geschichte wird. (Was zum Ende hin dann doch unweigerlich passiert, aber das macht ja nur Sinn, da es der zentrale Konflikt ist.)

Charaktere: Ich habe die Charaktere recht schnell lieb gewonnen, auch wenn sie jetzt, abgesehen von Bens Geheimnis, erstmal so nicht unbedingt etwas besonderes sind, aber das müssen sie ja auch gar nicht. Sie sind menschlich, verständlich und mit gutem Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt beschrieben und mehr braucht es meiner Meinung nach auch gar nicht. Sie sind jetzt zwar keine Charaktere, an die ich mich total leidenschaftlich erinnere, aber sie sind definitiv greifbare und, auch wenn seit meinem Lesen schon einiges an Zeit vergangen ist, habe ich sie gerade sehr gut vor Augen.
Dadurch, dass Bens Konflikt und sein Geheimnis neben der Entwicklung der Beziehung den Mittelpunkt von der Geschichte bilden, konzentriert sich Joshs Konflikt sehr auf Ben, was ich, da es eine Liebesbeziehung ist, nicht schlecht finde und es ist auch nicht so, als hätte er außerhalb von Ben kein Leben. Gerade durch diese Konzentration auf Bens Geheimnis bleibt sogar die ganze Zeit über eine gewisse Distanz zwischen den Beiden, da Josh ja so seine Vermutungen hat und nach einer Weile sehr deutlich mitbekommt und fühlt, dass Ben nicht ganz offen und ehrlich zu ihm ist.
Insgesamt sind das Leben und der Alltag der beiden Charaktere ziemlich deutlich aufgezeigt und fügen sich gut in die tatsächliche Handlung hinein, vor allem auch indem sie ab und an den Fokus von Bens Geheimnis weglenken, zwar um letztendlich wieder darauf zurückzukommen, aber es gibt definitiv auch genug schöne Momente, in denen Bens Geheimnis fast vergessen erscheint.
Was ich auch einfach mögen muss: Die etwas (aber nicht zu sehr) selbstmitleidige Art der Charaktere. Selbstironie und all sowas gefällt mir einfach immer unheimlich gut und ich schreibe es selber unheimlich gerne. Es ist etwas schwierig in der Hinsicht nicht zu übertreiben, aber ich bin der Meinung, dass Rona Cole es sehr gut hinbekommt, da einen guten Mittelweg zu gehen.
Auch im Ganzen haben ihre Charaktere, trotz ihrer nicht großartigen ''Besondersheit'', ganz eindeutig ihre Eigenarten, die eben bei mir dafür gesorgt haben, dass ich sie recht schnell liebgewonnen und auch jetzt noch immer recht gut vor Augen habe. Es mögen vor allem kleinere Details sein, aber das reicht schon um ihnen diese gewisse Lebendigkeit zu verleihen.

Fazit: Wer gerne Gay Romance liest, nichts gegen ein bisschen mehr Sex-Szenen hat und dazu noch ein sehr selten thematisiertes Problem behandelt sehen mag, der ist bei diesem Buch auf jeden Fall nicht falsch. Die Charaktere haben ihre Eigenarten, die sie lebendig und glaubwürdig machen, auch werden durch die Sichtwechsel zwischen Josh und Ben die Gedanken und Gefühle von beiden Seiten schön beleuchtet.
Der Konflikt der Geschichte zieht sich zwar etwas, was mir persönlich die gewisse Spannung und das Bedürfnis, weiterzulesen, erhalten hat. Allerdings hat mir die Auflösung der ganzen Sache nicht ganz so gut gefallen, einfach weil ich es mir etwas anders gewünscht hätte und es auf gewisse Weise ein bisschen hastig wirkt.
Aber abgesehen davon hat mich diese Liebesgeschichte ziemlich gefesselt und mitgerissen, da mir auch der Humor gut gefallen und in Zusammenspiel mit den Charakteren sehr sympathisch war.  

Donnerstag, 2. April 2015

Anime: Hybrid Child

Dear Anime.


Feels. Ganz, ganz viele Feels bei diesem Anime ;__;

Kurzbeschreibung:
Ein Hybrid Child ist eine Art Maschine in Menschenform, die wachsen kann, wenn ihr Besitzer ihr genügend Liebe und Zuneigung gibt. Sie sind halb Mensch und halb Roboter und tendieren dazu, starke Gefühle für ihre Besitzer zu entwickeln.
Der junge Kotaro erkennt die Bedeutung von Verantwortung als die Lebensspanne seines Hybrid Childs zu Ende geht, der Schwertkämpfer Seya lernt mit Hilfe seines Hybrid Childs Yuzu wieder zu lieben und die letzte Geschichte handelt von Kuroda, wessen verlorene Liebe ihn dazu inspirierte, die Hybrid Childs zu entwickeln.
(Quelle: http://proxer.me/info/9087#top ~ leicht abgeändert)

Animation bzw. Zeichenstil:
Schöne, klare Linien, ''modern'' und ja, ich beschreibe sonst keine Animationen. Ich beschreibe das nur, wenn es da etwas besonderes gibt, dass ich erwähnen möchte. In diesem Fall bezieht sich das aber eher auf den Zeichenstil, den von Shungiku Nakamura, den ich bereits aus Junjou Romantica und Sekaiichi Hatsukoi kenne. Beides ebenfalls tolle Animes,
Bei Hybrid Child handelt es sich leider nur um ein OVA, dafür ein Vierteiliges. Aber der Zeichenstil bzw. die Animation ist die Selbe, natürlich, dass ich ja wohl auch das Markenzeichen, der Wiedererkennungswert einer Zeichnerin.
Ich mag den Zeichenstil auf jeden Fall, weil er etwas eigenes hat. Vieles, besonders die Charaktere sehen sich zwar oftmals ziemlich ähnlich, aber wenn man sich davon nicht allzu sehr stören lässt, kann man damit gut leben.

Charaktere & Beziehungskonstellationen:
Dass der Zeichenstil bei der gleichen Zeichnerin gleich ist, ist logisch. Allerdings würde ich auch behaupten, dass es bei den Charakteren und Beziehungskonstellationen bei Shungiku Nakamura auch immer sehr große Ähnlichkeiten gibt.
Zum Beispiel eher mürrische, ältere Charaktere, oftmals auch schwarzhaarig. Und die dazugehörigen jüngeren, naiven Charaktere, oftmals braunhaarig. Die, die die Animes bzw. Mangas kennen, werden wissen, was ich meine.
Na ja, die ''Wiederverwertung'' von Charakteren, sprich die Nutzung der gleichen charakterlichen Struktur, kann man als Streitpunkt und als schlecht und unkreativ ansehen. Aber ich finde, obwohl sich manche Charaktere von Shungiku Nakamura echt eigentlich schon zu sehr ähneln, kann man sie doch ganz gut als eigenständige Charaktere sehen. Also denke ich, dass das schon in Ordnung ist.

Story:
Anders als Junjou Romantica und Sekaiichi Hatsukoi spielt Hybrid Child nicht in der heutigen Zeit und hat auch nichts mit Verlegen oder Autoren zu tun. Die Geschichten, die in Hybrid Child erzählt werden, ereignen sich zu der Zeit, in der in Japan noch Klans existierten. (Keine Ahnung, wann das zeitlich genau war. o.o)
Die einzelnen Liebesgeschichten sind wundervoll erzählt. Manche Stellen sind auch witzig, aber ich habe bei allen vier Folgen, bei der dritten etwas weniger, dafür bei der vierten sehr viel, geweint. Also seid vorsichtig, an alle, die nah am Wasser gebaut sind. ;)
Bei Hybrid Child stehen wirklich die Liebesgeschichten im Vordergrund, wobei Sex natürlich ein Teil davon ist, wird aber in Hybrid Child kaum angeschnitten. Also auch für die, die mit Yaoi nicht so viel anfangen können, aber nichts gegen Shounen-Ai haben, etwas.
Auf das historische Zeugs mit den Klans wird nur in der dritten und vierten Folge eingegangen.
Reichen vier Folgen? Hm, ich hätte sehr gerne noch mehr gesehen. Aber ehrlich gesagt hätte es wahrscheinlich unnötig hinausgezögert gewirkt, wenn die einzelnen Geschichten noch viel mehr Zeit bekommen hätten. Es war okay so wie es ist. Wobei ich nichts dazu sagen kann, wie das im Vergleich zum Manga ist, darüber weiß ich nichts.
Alles in allem sind es wundervolle, kleine Geschichten.

Tiefere Bedeutung:
Ich finde die Idee von Hybrid Childs unglaublich toll. Eine Puppe (bzw. ein Roboter), die heranwächst wie ein Mensch, bloß dass seine Nahrung aus Liebe besteht. Liebe von seinem Besitzer, wodurch sie zu einem Spiegelbild seines Besitzers und dessen Gefühle wird.
Die Idee ist so fantastisch und so fantastisch umgesetzt. <3
Wie die Entwicklung und auch die Entstehung der Hybrid Childs in den einzelnen Geschichten auf ganz unterschiedliche Weise gezeigt wird, ist toll. Vor allem auch, dass die Besitzer und der Erfinder der Hybrid Childs immer am Ende auch etwas über sich selbst lernen, gefällt mir. Damit schließt sich der Kreis, der hinter der Idee steht.
Denn dadurch, dass man jemanden liebt und zurück geliebt wird, lernt man in erster Linie etwas über sich selbst, über die Stärke seiner eigenen Liebe, seiner eigenen Gefühle und wie sehr diese jemand anderen beeinflussen können.
Ja, eigentlich geht in Hybrid Child um die Stärke von Liebe. Denn das ist es, wodurch die Puppen wachsen – Liebe. Das ist es, wodurch die Besitzer und der Erfinder der Hybrid Childs etwas sehr wichtiges über sich selbst lernen – Liebe.

Fazit:
Boys Love auf höchstem Niveau, wie man es von Shungiku Nakamura gewohnt ist. Die Idee ist fantastisch, die Umsetzung eben so. Die Charaktere erinnern zwar an andere Charaktere der Zeichnerin, aber ich finde, das ist schon okay.

Es sind herzzerreißende, kleine Geschichten, die mich auf jeden Fall sehr berührt und zu Tränen gerührt haben. Ich werde mir Hybrid Child wahrscheinlich irgendwann noch einmal anschauen und vielleicht sogar eine Fanfiktion schreiben, die in der jetzigen Zeit spielt, weil die Idee mit den Hybrid Childs einfach wundervoll ist. <3

(Entschuldigt die Spoiler bei den Bildern.^^)
Aus dem ersten OVA.
Ebenfalls 1. OVA, gleiche Charaktere.
Zweites OVA.
Zweites OVA, gleiche Charaktere.
Drittes&Viertes OVA.
Drittes&Viertes OVA.
Viertes OVA.


Mittwoch, 29. Oktober 2014

Anime: Kyou Kara Maou!

Dear Anime.



Womit soll ich anfangen?

Also eigentlich hat mir der Anime nicht so gut gefallen. Am Anfang fast überhaupt nicht, zum Ende hin ist es um einiges besser geworden. Aber die meiste Zeit über war das nicht so mein Fall.

Kurzbeschreibung:
Shibuya Yuri war eigentlich ein ganz normaler High-School-Schüler - bis zu dem Tag, als er, um einen Schulkollegen vor Schlägern zu schützen, unabsichtlich eine Toilette hinuntergespült wird. Er landet dabei aber nicht im Abwasserkanal sondern im Dämonenreich, in welchem er prompt, aufgrund seiner schwarzen Haare und seinen tiefschwarzen Augen, zum "Maou" (Dämonenkönig) ernannt wird. Von nun an herrscht Yuri als König über das menschenhassende Volk der "Mazoku". Doch da Yuri selbst ein Mensch ist und ein reines Herz hat, versucht er - ganz anders als seine Maou-Vorgänger - ein guter Dämonenkönig zu werden und Probleme ohne Gewalt zu lösen. Doch wird es ihm mit dieser Taktik auch gelingen, den anstehenden Krieg im Dämonenreich zu verhindern? Und was vielleicht noch viel wichtiger ist: Wird Yuri den Mazoku ewigen Frieden mit den Menschen bringen?

Das klingt an sich ganz interessant und ich habe es mir auch recht cool vorgestellt. Wahrscheinlich hatte ich in dem Punkt zu viele Erwartungen.
Im Grunde ist es auch sehr interessant und cool, der Hintergedanke alleine schon und die Umsetzung eigentlich auch.

Animation:
Ich setzte das jetzt mal hier als ersten Punkt, weil es der Punkt ist, der mich eigentlich am meisten abgeschreckt hat. Ich schaue eher Animes mit den neusten Animationen, wo die Farben und Linie alle sehr klar sind und so. Falls jemand versteht, was ich meine ;D
Kyou Kara Maou ist jetzt schon ein bisschen älter und das sieht man halt ein bisschen. Es ist nicht die Art von Animation, die ich wirklich gerne mag. Aber es stört jetzt auch nicht so sehr. Man kann damit leben und wenn ich nicht was an den Augen habe oder es daher kommt, dass ich den Anime zum Schluss doch mochte, verändert sich die Animation zum Schluss auch wieder.

Story:
Die Hauptgeschichte zieht sich ziemlich. Das Ganze erinnert mich etwas an die erste Staffel von D. Gray-man. Es gibt halt immer wieder irgendwelche Aufträge und Ereignisse, die dann zu Abenteuern oder gewissen Aufgaben führen, die es zu bewältigen gilt. Davon bin ich persönlich nicht so sehr der Fan.
Wobei ich schon sagen muss, dass diese kleinen Geschichte eigentlich sehr schön sind und alle schön ausgearbeitet sind und eine Bedeutung haben. Manche, das sind dann auch die, die mir besser gefallen haben, zeigen auch Personen, die später in der Story nochmal auftauchen und somit wichtiger sind.
Die einzelnen Elemente der Hauptstory werden immer nur Stück für Stück herausgerückt, sodass man immer gespannt auf sie wartet.
Das wirklich Coole an der ganzen Geschichte ist, dass man Ende bestimmte Dinge einen Sinn ergeben, die vorher irgendwie seltsam und unlogisch waren. Sowas liebe ich ja. Vor allem, wenn man nicht mehr damit rechnet und es eigentlich schon in seinem Blog-Post als Kritik-Punkt angeben will ;D Somit ist es jetzt zu einem sehr positivem Punkt geworden.
Überhaupt ist das Ende das Beste an der ganzen Geschichte, würde ich behaupten. Es hätte noch etwas epischer sein können an einigen Stelle, aber an sich ist es sehr cool. Ich würde nicht direkt sagen, dass es sich dafür gelohnt hat, das vorherige alles zu sehen, aber es führt zumindest dazu, dass die Zeit, die ich mit dem Anime verbracht habe, nicht ganz verschwendet ist.

Die Charaktere:
Man schließt sie nach einer Weile schon sehr ins Herz. Das hab ich besonders am Ende gemerkt. (Es gibt noch eine dritte Staffel, also müsste das, was ich gesehen habe, die erste und zweite sein.)
Der Hauptcharakter Yuri ist ein typischer Normalo-Charakter, wie es auch aus der Beschreibung schon herauszulesen ist. Bei Katekyo Hitman Reborn ist das mit Tsuna ja genauso. Yuri hat natürlich ziemlich starke magische Kräfte. Ansonsten ist er ziemlich naiv, aber immer fest entschlossen. Diese Entschlossenheit und sein Sinn für Gerechtigkeit machen ihn zu einem liebenswürdigen Charakter.
Die anderen Hauptcharaktere sind die Kinder der letzten Dämonenkönigin. Hinzu kommt noch Günter. Später kommen noch Yuris bester Freund und eine andere Person hinzu.
Konrad, Gwendal und Wolfram sind jeder für sich sehr interessante und tolle Charaktere. Konrad kommt die Rolle des unerschrockenen Soldaten zu, der aber auch mal verletzlich sein kann. Zu Yuri hat er eine sehr enge Bindung. Gwendal übernimmt den Part des immer zu mies gelaunten. Er ist die meiste Zeit am Arbeiten und hat eine geheime Vorliebe für niedliche Kuscheltiere, die er selbst macht. Wolfram ist das jüngste Kind der Königin und wir aus Versehen zu Yuris Verliebtem. Er ist ziemlich selbstverliebt und engstirnig, entwickelt gegenüber Yuri aber Gefühle und lässt sich dadurch positiv durch Yuris Art verändern.
Günter ist ein ziemlich lustiger Charakter. Er unterrichtet Yuri über die Geschichte der anderen Welt, von der er Dämonenkönig geworden ist. Dabei ist er immer ziemlich besessen von Yuri. Er tritt ziemlich weiblich auf, ist aber ein sehr guter Schwertkämpfer.
Yuris bestem Freund, Murata fällt später eine sehr wichtige Rolle zu, was ihn dann mit einem Mal und besonders auch zum Schluss nochmal sehr interessant macht.
Auch die anderen Nebencharaktere haben ihre Geschichten und einiges, was sie interessant macht.
Was die Charaktere betrifft, wirft Kyou Kara Maou zwar mit Klischees um sich, aber auf eine doch ganz sympathische Weise.

Tieferer Sinn:
Im Grunde geht es um den Unterschied zwischen zwei Völkern, den Dämonen und den Menschen. Einen wirklichen Unterschied gibt es da aber gar nicht wirklich. Yuri hat sozusagen die Aufgabe Dämonen und Menschen zusammenzuführen und die immer wieder ausbrechenden Kriege zu unterbinden.
In dem Sinne geht es also darum, dass alle gleich sind, das Gleiche fürchten, das Gleiche wollen.
Ein bisschen geht es auch um Gerechtigkeit, da Yuri und besonders sein Dämonenkönig-Ich ziemlich besessen davon ist. Jeder, der unrecht tut, wird und muss dafür bestraft werden. Dabei geht es Yuri selbst um eine friedliche Lösung, sein Dämonenkönig-Ich greift auch zu Gewalt, die aber ''im Sinne der Gerechtigkeit'' also angebracht ist (Wobei das natürlich Ansichtssache ist.)

Shounen-Ai:
Schwule! :D
Das war mit einer der Gründe, warum ich den Anime überhaupt angefangen habe ;D
Bei meiner Beschreibung der Charakter ist ja schon deutlich geworden, dass sich da Beziehungen entwickeln und die auf jeden Fall alle nicht so ganz hetero sind bzw. sich so verhalten.
Aber alle Fans muss ich enttäuschen. Es gibt nicht einmal einen Kuss. Nicht einmal zwischen Yuri und Wolfram und die sind immerhin verlobt! Wenn auch aus Versehen. (Die Geschichte war auch einer der Gründe, warum ich den Anime angefangen habe.)
Na ja, der Anime begnügt sich, was das Shounen-Ai Genre angeht mit Andeutungen. Bei Wolfram sind es ziemlich deutliche Andeutungen. Auch die anderen haben ihre Szenen, aber bei einem Anime ohne Shounen-Ai Genre Bezeichnung hätte es solche Szenen genauso geben können. Wer außer Wolfram noch wirklich Shounen-Ai mäßig wirkt, ist Günter. Aber der ist einfach nur sehr feminin und vergöttert Yuri, mehr auch nicht.
Da hätte ich mir wirklich mehr gewünscht, zumindest zwischen Yuri und Wolfram.

Shipping:
Tja, wenn's schon Shounen-Ai ist^^ Das ist ja dann schon eine Aufforderung ;D
Natürlich shippt man Yuri und Wolfram, aber ich bin auch so Ships wie Konrad und Yuri nicht abgeneigt. Eins meiner liebsten Shipping-Pärchen ist Günter & Gwendal. Die Zwei zusammen, das hat einfach irgendwas. Konrad shippe ich auch mit Yozak, der sein bester Freund ist und zusammen mit ihm kämpft.
Also shippen kann man schon sehr gut.

Fazit:
Würde ich nur die Hauptstory, das Ende und die Charaktere sehen, wäre der Anime echt sehr klasse. Aber na ja, da spielen ja auch noch ein paar andere Dinge rein. Wie geschrieben, diese ganzen kleinen Geschichten sind nicht so wirklich mein Ding. Wären es nur die ''Guten'' gewesen, hätte ich damit leben können, dann wäre es sogar sehr cool gewesen. Aber so, wie es ist, ist es an einigen Stellen schon etwas unerträglich. Ich hab mehrmals überlegt abzubrechen und es hat auch wirklich lange gedauert, bis ich den Anime endlich durch hatte.

Ich würde den Anime nicht wirklich empfehlen, weil er zu denen gehört, die mir weniger gut gefallen haben. Aber ich bereue es, nachdem ich das Ende gesehen habe, auch nicht, ihn geschaut zu haben. Ich würde also sagen, es ist eher was für Zwischendurch, ein Zeitvertreib, kein Muss.

Ich hab vergessen, zu erwähnen, was für süße Tierchen es bei Kyou Kara Maou gibt *-*
Kein Fanart! Das passiert wirklich im Anime ;D
Yuris Dämonenkönig-Ich und sein ''gewöhnliches'' Ich

So und nicht anders hätte der Anime enden müssen!
:D



Mittwoch, 22. Oktober 2014

Challenge 52/52: Wo alle Fragen und alle Antworten liegen

Ich habe es geschafft, mal wieder eine Kurzgeschichte für die Challenge fertig zu stellen. Dies ist die Achte.

Kurze Info vorweg: Bei dieser Kurzgeschichte handelt es sich um eine Fanfiktion. Die Charaktere gehören mir nicht und die Art, wie ich sie darstelle, basiert auf dem Originalwerk. Ohne Vorwissen könnte die Kurzgeschichte etwas verwirrend sein, aber ich denke, man kann sie trotzdem genießen.
(Kommentar zu dem Anime, der mir diese Kurzgeschichte beschert hat: Free! Iwatobi Swim Club)

Wort: Wasser
Wörter: 922


Wo alle Fragen und alle Antworten liegen

Es leckte an meinen Füßen, umspielte meine Beine, rauschte mir in den Ohren. Ich formte meine Hände zu einer Schale und schöpfte etwas hinein, betrachtete es gedankenverloren und doch gedankenklar.

Ich war verloren in der Klarheit meiner Gedanken und klar in der Verlorenheit.

Ein kleines Lächeln umspielte meine Lippen.

Wie das Wasser. Es war, wie das Wasser.
Man konnte versinken oder an der Oberfläche treiben. Und wenn man dicht unter der Wasseroberfläche schwamm, konnte man beides – an der Oberfläche treiben und gleichzeitig war man versunken. Das Wasser war auch genauso eine eigene Welt wie meine Gedankenwelt.

Langsam ließ ich es mir durch die Finger gleiten, öffnete den Spalt zwischen meinen Händen und die Spalten zwischen meinen Fingern, bis nur noch einzelne Wassertropfen von meiner Haut perlten.

Bedächtig hob ich den Kopf und blickte hinaus auf das Meer, das vor mir lag. Immer wieder und wieder wurden die Wellen ans Ufer gespült, leckten an dem Strand, umspülten den unteren Teil meines Körpers.

Ein ums andere Mal war ich froh, immer meine Badehose unter meinen Klamotten zu tragen. Das war eine Angewohnheit, die ich mir mehr zufällig angeeignet hatte und nie wieder ablegen wollte.

Tief atmete ich ein und aus und blickte gen Horizont.

Was genau tat ich hier eigentlich?

Natürlich, ich bewunderte die Schönheit des Wassers und das hätte ich noch ewig, bis an mein Lebensende tun können. Es wurde nie langweilig und es war ganz sicher keine verschwendete Zeit.

Und doch war das Wasser nicht der Grund, warum ich hier saß. Es wäre schön, wenn es so wäre. Das wäre schön und einfach. Ich würde einfach nur hier sitzen und das Wasser betrachten, nichts anderes. Wie gerne würde ich das tun.

Viel eher saß ich aber wohl hier, damit das Wasser mich abholte, mich mitnahm und verschluckte und befreite. Mir alles nahm, was ich nicht wollte. Mir alles nahm, was mich daran hinderte, jetzt und hier bloß die Schönheit des Wassers zu betrachten.

Mir entwich ein tonloses Seufzen und ich schöpfte wieder eine handvoll Wasser, blickte hinein und sah alles und gleichzeitig nichts.

Da waren sie: all die Fragen, die ich mir stellte und auf die ich keine Antwort hatte und all die Antworten, nach denen ich nicht gefragt hatte. Keine Frage passte zu einer Antwort und keine Antwort passte zu einer Frage. Keins dieser Puzzelteile wollte sich ineinander fügen.

Suchte ich bloß in dem falschen Wasser?

Rasch schöpfte ich eine neue handvoll, blickte hinein und sah das Selbe, wie zuvor.

Es war nicht das Wasser, was ich sah. Ich sah mich darin, meine Gedanken, meine Wünsche und Träume, meine Ängste und Sorgen, alles, alles von mir. Es war alles da, in dem Wasser, in diesem Spiegel.

Ich konnte meine eigenen, blauen Augen sehen und fragte mich, wie sie so ruhig und gleichzeitig so stürmisch sein konnten.

Könnte ich nicht immer die ruhige See sein?

Sturm. Rin war der Sturm.
Er war der Sturm, der über alles hinwegfegte und bloß Verwüstung und Chaos hinterließ. Unbedacht, ungestüm riss er alles an sich und ließ nichts als Traurigkeit, Verzweiflung, Verwirrung und Sehnsucht zurück, widerstreitige Gefühle, die nicht zusammenzupassen schienen und doch beide gleichermaßen da waren. Wie die Fragen und die Antworten.

Erneut ließ ich das Wasser durch meine Finger fließen und vergrub das Gesicht in ihnen, atmete das Meerwasser ein, fühlte es, lebte es.

Was war Makoto? War er die ruhige See?

Vielleicht. Vielleicht war er meine ruhige See.
Das war ein schöner Gedanke. Ein sehr schöner Gedanke.
Ich brauchte eine ruhige See.
Nach dem Sturm brauchte ich eine ruhige See.

Ich brauchte auch den Sturm.
Oder?

Was war schon eine ruhige See ohne einen wütenden Sturm zuvor?

Ich senkte meine Hände und presste die Lippen aufeinander. Am Horizont leuchtete golden die Sonne und ließ das Wasser golden schimmern. Die ganze Umgebung war in dieses goldene Licht getaucht. Es war wunderschön. Fast so wunderschön wie das Wasser.

Für einen Moment spielte ich mit dem Gedanken mich einfach von dem auffordernd an mir ziehendem Wasser mitreißen zu lassen. Ich würde rausschwimmen, ganz weit rausschwimmen. So weit, bis ich alles hinter mir gelassen hatte. So weit, bis weder die Fragen noch die Antworten mehr existierten. So weit, bis ich vergaß, was Sturm und ruhige See bedeuteten.
So weit, bis ich Rin und Makoto nicht mehr kannte.

Erschrocken stand ich auf.

Ich konnte nicht weglaufen. Ich konnte davor nicht weglaufen. Ich konnte nicht vor Rin weglaufen. Einem Sturm konnte man nicht entfliehen.
Ich konnte nicht davonschwimmen. Wie sehr ich es auch wollte. Wie schön es auch wäre.
Das war nur ein Traum, eine Vorstellung, aber keine Option.

Eine ganze Weile stand ich noch da und blickte auf das Meer, das sich stetig in Bewegung befindende Wasser. Hin und wieder umspülte es meine Füße. Ich spürte und roch es. Ich wusste, wie es war, wenn man es lebte.

Doch daran dachte ich nicht. Daran dachte ich kein bisschen. Das waren unbedeutende Hintergrundgedanken.

Ich dachte an Rin und an Makoto und an mich selbst.
Und ich wollte das Wasser sein, denn das Wasser wusste immer, was zu tun war. Es schlängelte sich drum herum, überschwemmte, durchnässte und das ohne zu zögern. Es brauchte keine Fragen und keine Antworten. Es war einfach.

Warum konnten wir Menschen das nicht auch? Einfach sein?

Irgendwann – irgendwann würden wir das vielleicht können. Irgendwann würde ich das vielleicht können. Einfach nur sein. Irgendwann, wenn die Fragen sich beantworten ließen und die Fragen der Antworten keine Bedeutung mehr hatten.
Das war mein Lebensziel. Irgendwann zu sein. Ganz und vollkommen zu sein, wie das Wasser.