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Dienstag, 7. November 2017

Dear Person #5

Das Erste, was ich zu dir sagte, war, dass ich deine Stimme mag.
Ein Jahr, ein Jahr ist das jetzt her. Vor einem Jahr hat es angefangen. Drei Monate später war es vorbei. Eine kurze Zeit, nicht? Und viel passiert ist auch nicht. Es waren nur Gespräche über Skype. Nur...

Besser als nichts, richtig? Alles ist besser als nichts. Daran glaube ich wirklich. Deshalb bin ich froh, dass wir hatten, was wir hatten. Auch wenn nichts davon übrig geblieben zu sein scheint.
Auf meiner Seele, auf meinem Herzen ist was zurückgeblieben und es wird für immer dort sein. Es ist eine Narbe, in der ein Splitter von Sehnsucht steckt. Ein Splitter von einem Traum, der von uns handelte und jetzt wohl für immer ungeträumt bleibt.

Der Splitter ist aber auch eine Erinnerung, an das, was war. Er enthält dieses Gefühl, dieses ganz besondere Gefühl, das nur du mir geben konntest. Noch nie zuvor habe ich mich so gefühlt wie durch dich. Es war echt und es war heftig und überwältigend. Es war schön. Was wir hatten, war schön. Und dieser Traum, den ich von uns hatte, war schön.

Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, das da eine Verbindung ist, eine Verbindung zwischen uns, die stärker ist, tiefer geht, als alles, was ich je zuvor gefühlt hatte.
Und das Schönste daran war: Es fühlte sich an, als würde es dir genauso gehen. Ich dachte wirklich, du könntest es auch fühlen – diese Verbindung, dieses Mehr. Dieses Etwas, das wohl immer nur ein Etwas bleiben wird. Eine verstrichene Möglichkeit, eine verpasste Chance. Ein Traum, der wie eine Seifenblase platzte. Einfach so.

Nein, nicht einfach so. Du warst das. Du hast es beendet.
Ich kenne deine Gründe nicht und ich werde sie wohl nie erfahren. Das macht mich verrückt, ja. Ich wüsste so gerne das Warum. Ich wüsste so gerne... Aber letztendlich würde es wohl nichts ändern, oder? Du bist gegangen und was auch immer der Grund war, du hast mich nicht weiter an dich herangelassen.

Das ist okay, weißt du. Es ist wirklich okay. Natürlich tut es verdammt weh, aber es ist okay. Es ist deine Sache.
Ich wünschte nur, dass es anders gelaufen wäre. Ich wünschte... Gott, so vieles! Ich wünschte mir so vieles und ich wünsche es mir noch immer! Es mag kaum mehr als eine träumerische Vorstellung sein, aber es war so zum Greifen nahe. Du warst so zum Greifen nahe.

Wir haben uns nie wirklich getroffen. Ich habe dich nie wirklich gesehen, dich nie wirklich berühren können. Und doch... Du warst da und da war etwas zwischen uns! All die Stunden, die wir auf Skype verbracht haben. Diese endlosen Gespräche. Und das Flirten. Wir haben geflirtet, nicht? Ich habe auf jeden Fall mit dir geflirtet.
Es hat sich so gut angefühlt, alles davon. So richtig. So real.

Wenn ich dir noch eine Sache sagen könnte, wäre es: Ich habe mich in deine Stimme verliebt.
Natürlich war es nicht bloß deine Stimme, aber das war der Anfang und es ist alles, was ich je wirklich von dir als Person hatte – deine Stimme. Und es brauchte nicht mehr, nur dich und deine Stimme, deine Worte, unsere Gespräche – mehr brauchte es nicht, um mich so unfassbar glücklich zu machen.
Mehr brauchte es nicht, um mir das Gefühl zu geben, als könnte ich tatsächlich diese Liebe haben, die ich mir wünsche.

Durch dich habe ich so vieles über mich selber gelernt, besser verstanden und endlich richtig akzeptiert.
Ja, ich stehe auch auf Frauen und zwar so viel mehr, als ich bis dahin realisiert hatte! Ja, es kann tatsächlich eine Person dort draußen geben, die mich genauso sehr mag wie ich sie! Ja, ich liebe es, andere zum Lachen zu bringen! (Dein Lachen war so schön.) Ja, ich kann mich wirklich richtig verliebt fühlen! Ja, ich kann flirten!

Ja, ich wollte mit dir zusammen sein. Ich wollte das wirklich. Ich wollte so vieles. Wollte ich zu viel? War es das? Ich wollte definitiv nie, dass es dir zu viel wird. Ich wollte nie, dass... dass es endet. Aber es endete. Es war zu schön. Viel zu schön, um wirklich mehr sein zu können.
Zumindest denke ich das jetzt. Deine Sicht, deine Sicht kenne ich nicht. Da bin nur ich. Aber wie schon geschrieben, das ist okay. Wir hatten etwas. Wir hatten drei Monate. Wir hatten Yuri on Ice. Ich hatte deine Stimme, dein Lachen. Ich hatte diesen wunderschönen Traum, dieses wunderschöne Gefühl.

Danke! Verdammt, danke dafür!
Du hast meine Augen geöffnet, obwohl ich dachte, sie wären längst offen. Danke.
Ich hoffe, du hast auch irgendetwas mitgenommen, nicht nur Schmerz und ein schlechtes Gewissen, ein schweres Herz. Ich hoffe, ich konnte dir etwas vorher nicht dagewesenes geben, so wie du mir. Ich hoffe, dir geht es gut und dass du glücklich bist, bleibst, wirst.

Ich für meinen Teil werde mich an diese drei Monate erinnern und sie in meinem Herzen bewahren, denn auch wenn du es gebrochen hast, so hast du es ebenfalls mit viel mehr Leben erfüllt, als ich es bis dahin kannte.

Freitag, 6. Januar 2017

Dear Person #4

Ich weiß gerade gar nicht, was ich eigentlich genau schreiben will, aber ich wollte das hier schon sehr lange mal machen und irgendwie ist mir jetzt gerade danach, also warum sollte ich es nicht jetzt machen.
So ähnlich hat es mit uns damals überhaupt erst angefangen – dass ich dachte, ich könnte ja mal auf einen Tweet von dir antworten, weil ich das schon länger mal machen wollte und warum eigentlich nicht jetzt, wo dieser eine Tweet sich so gut anbietet.
Und ich bin so so froh, das damals getan zu haben. So unendlich froh. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie froh.

Haha, ich weiß, ich habe es dir auch schon oft geschrieben, aber irgendwie kann man sowas einfach nicht genug sagen. Du bist wirklich einer der allerwichtigsten Menschen in meinem Leben und ich fühle mich dir auf eine Weise nahe, wie noch nie zuvor einem anderen Menschen! Auch das habe ich dir, glaube ich, schon mal gesagt, aber ich habe das Gefühl, es wiederholen zu müssen.

Es ist seltsam, wie Dinge sich verändern. Was du alles an meinem Leben geändert hast. Ohne dich wäre ich nie auf die Idee gekommen, nach Frankfurt zu ziehen. Ohne dich würde ich heute nicht das studieren, was ich studiere. Ohne dich hätte ich nicht so jemanden wie dich, mit der ich Rin und Haru so sehr lieben kann. Mit der ich mich darüber freuen kann, eine Geschichte zu schreiben, in der wir beide schwule Männer sind, die sich ineinander verlieben.
Ohne dich hätte ich vielleicht längst vergessen, wie schön dieses Zwischenmenschliche sein kann.

Du bist für mich der Beweis, dass ich zu Recht mein Herz immer wieder öffne, dass es Menschen gibt, die das wirklich verdienen und es nicht am Ende auf irgendeine Weise gegen mich benutzen. Du bist für mich der Beweis, wie tief eine Verbindung zwischen zwei Menschen gehen kann.

Ein Teil von mir, sogar ein sehr großer Teil, hätte es eine Zeit lang absolut nicht für möglich gehalten, dass es eine solche Verbindung wirklich geben kann. Ich wollte immer daran glauben, aber eine Zeit lang hatte ich den Glauben daran tatsächlich verloren gehabt und hatte mich eigentlich nur noch alleine gefühlt.
Zu der Zeit hatte ich schon Twitter und das Schreiben als meinen Anker gefunden, aber in gewisser Weise warst es du, die mich da richtig rausgerettet hat und das werde ich dir einfach niemals vergessen. ♥

Ich weiß, ich bin nicht gut darin, meine Gefühle rüberzubringen und ich bin nicht gut darin, Kontakt zu halten und es kommen so oft so viele Dinge dazwischen und das tut mir in der Seele weh. Ich wünschte so sehr, dass das alles, vor allem auch das Leben um einiges einfacher wäre und wir einfach... keine Ahnung, einfach mehr Zeit miteinander verbringen könnten.

Ich verbringe so so gerne Zeit mit dir. Bei dir kann ich einfach ich sein und das ist so ein befreiendes Gefühl, weil ich so oft das Gefühl habe, mich zurückhalten und mich verstellen zu müssen, einfach weil das Leben das eben so mit sich bringt.
Aber bei dir muss ich das nicht. Bei dir muss ich das nicht.

Und du weißt auch, wie ich bin und ich weiß, wie du bist. Wir kennen einander inzwischen so gut. Das ist so wundervoll. Es macht mich so glücklich.

Wirklich, jemanden wie dich zu haben, das habe ich mir immer so sehr gewünscht! Ich kann einfach noch immer nicht glauben, dass dieser Wunsch tatsächlich wahr geworden ist.

Ein Teil von mir hat auch irgendwie Angst. Das letzte Mal, als ich irgendwie den Ansatz etwas solch Tiefen gefühlt zu haben glaubte... Ich wurde so hart fallen gelassen und ich weiß verdammt nochmal, dass du jemand ganz anderes bist und ich das absolut nicht vergleichen sollte! Und das tue ich auch nicht! Du bist ganz anders und bei dir kann ich ich sein, was sowieso schon mal alles anders macht.
Aber da ist trotzdem manchmal Angst. Angst, Dinge falsch zu machen. Angst, Dinge durch Kleinigkeiten kaputt zu machen. Angst, Dinge zu übertreiben oder zu unaufmerksam zu sein. Angst, dass alles irgendwie verloren geht, Distanz entsteht und wir uns auseinander leben oder sowas...

Ich glaube, dich zu verlieren, ist eins der Dinge, vor denen ich die größte Angst überhaupt habe.

Allein, der Gedanke, dass du irgendwann kein Teil mehr von meinem Leben sein könntest... Oder überhaupt, wenn wir Recht wenig Kontakt haben... Ich vermisse dich dann immer sehr.

Gerade an letzter Zeit muss ich irgendwie daran denken, wie alles angefangen hat und wo wir uns teilweise 10 Minuten lange Sprachnachrichten geschickt haben. Dass das schließlich dazu geführt hat, dass wir ganze Wochenenden miteinander verbringen, zeigt, wie gut Veränderungen sind.
Aber manchmal macht es mir auch einfach nur Angst, wie weit weg ich mich von dir fühle. Klar, da wir als Freunde über Twitter angefangen haben, ist das natürlich immer Teil davon gewesen und ständig aufeinander zu hocken, wäre vielleicht auch nicht das Wahre, aber ich habe schon zu oft Menschen einfach so aus meinem Leben verschwinden sehen...

Am liebsten wäre ich egoistisch und würde dich darum bitten, mir zu versprechen, das niemals zu machen, niemals zuzulassen.
Doch wer weiß schon, was die Zukunft bringt? Wer weiß schon, was noch passieren wird? Ich will und kann nicht so egoistisch sein und ich würde sowas nie von dir verlangen. Letztendlich solltest du an dich selbst denken, so wie wir alle das tun sollten, egal wie schwer das oft ist.

Oh wie gerne ich mich an dieser Stelle dafür entschuldigen würde, wie aufdringlich und nervig ich sein kann und dass ich dir sicherlich nie mit irgendetwas weh tun wollte, falls ich das getan haben sollte. Wirklich, ich möchte nur, dass du glücklich bist. Ganz egal wie.

Vielleicht macht das mich momentan so fertig. Je mehr man eine Person kennenlernt umso besser kennt man auch ihre tiefsten Gefühle. Oder vielleicht ist das auch unsere seltsame Verbindung. Aber ich habe zur Zeit teilweise wirklich das Gefühl, dass es dir nicht gut geht und ich kann gar nichts machen, kann nicht mal für dich da sein, nichts.
Vielleicht übertreibe ich auch, aber ich würde einfach so gerne helfen. Egal wie. Einfach irgendwie.

Ich bin immer für dich da, okay? Vergiss das nicht. Niemals. Bitte.

Haha, ich glaube, ich bin gerade viel zu emotional und ich habe dir das Alles in ähnlicher Form schon öfters gesagt, aber ja, sowas kann eben nicht genug gesagt werden. In dieser Welt kann es viel zu leicht vergessen werden.

Also: Ich werde immer da sein. Immer.
Und ich hoffe, du auch.

Samstag, 27. Februar 2016

Dear Person #3

Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Davon wie verrückt das mit Uns angefangen hat? Davon wie verrückt es immer noch für mich ist? Davon wie verrückt es ist, dass du mich so sehr magst? Ich weiß es nicht.
Ich weiß gar nichts.
Nein. Nein, das ist natürlich nicht wahr. Ein paar Dinge weiß ich schon. Zum Beispiel, dass du mich sehr magst. Dass du mich liebst. Ich weiß das und ich weiß das auch schon länger. Es ist nichts Neues, was ich erst durch den Brief erfahren habe oder so. Es ist nichts Neues.
Trotzdem fühlt es sich an, als würde es mir den Boden unter den Füßen wegreißen und gerade mehr auf eine schlechte Weise, als auf eine gute.

Ich weiß nicht, was mit mir nicht stimmt. Also, ich weiß, dass eine ganze Menge wahrscheinlich nicht mit mir stimmt, aber hey, mit vielem habe ich umzugehen gelernt und es beeinträchtigt mich jetzt nicht so groß, dass ich direkt sagen würde, dass ich irgendwelche schlimmen Probleme habe. Es ist okay. Für mich ist es okay. Ich komme damit klar.
Ich weiß nicht, ob das runterspielen ist, ob ich mich damit selbst belüge. Vielleicht. Vielleicht tue ich das. Vielleicht erzähle ich mir die meiste Zeit über nur selbst Lügen.

Dabei empfinde ich Ehrlichkeit als das Wichtigste überhaupt. Ohne Ehrlichkeit funktionieren keine Beziehungen. Ich will ehrlich sein können. Ehrlich sein können und verstanden werden.
Aber in vielen Punkten verstehe ich mich selbst kaum und es ist etwas, dass nur für mich Sinn macht, ich aber niemand anderem erklären kann, zumindest nicht so, dass er es auch versteht.
Dabei ist das doch so wichtig, oder nicht? Einander verstehen zu können.
Für mich ist das wichtig, sehr wichtig.

Liebe ist für mich eine Art von Verstehen, von einander so gut zu kennen oder so sehr kennen zu wollen, dass man so gut wie alles über die andere Person weiß. Liebe heißt auch, die Dinge, die man nicht verstehen kann oder will, zu verstehen, sie zu akzeptieren und der anderen Person zuzuhören. Liebe ist, einfach Zeit miteinander verbringen zu wollen und nur dadurch oder durch die kleinsten Nachrichten der Person, glücklich sein zu können.
Liebe ist etwas so schlichtes und doch so großes, dass niemand es so wirklich begreifen kann. Ich kann es nicht begreifen und ich glaube nicht, dass ich das je werde tun können.
Es fängt bei so kleinen Dingen an und ist dennoch so allumfassend und mächtig. Liebe ist groß in ihrer Kleinheit.

Liebe fängt schon bei einfacher Zuneigung zu einer Person an. Und von dort aus kann sie noch viel, viel weiter gehen, kann wachsen und wachsen und wachsen. Sie nimmt immer unterschiedliche Wege, diese Liebe. Wichtig ist, dass am Anfang etwas da ist. Das ist das Wichtige.

Ich weiß, dass da etwas ist. Da muss etwas sein. Sonst hätte ich dieser ganzen verrückten Sache nicht zugestimmt. Sonst wären wir nicht zusammen. Da muss etwas sein.
Nur was?
Oder vielleicht nicht was, sondern eher: Wie stark?

Liebe ist immer unterschiedliche. Die Liebe zu jedem Menschen und auch jeder Sache ist anders. Sie ist nie gleich. Das, was geliebt wird, ist ja immer anders. Diese Andersartigkeit hat nicht unbedingt was mit der Stärke zu tun. Wie stark man etwas liebt, das lässt sich nicht miteinander vergleichen, weil die Liebe jedes Mal anders ist.

Was heißt das jetzt? Heißt das irgendetwas? Bringt mich das irgendwie weiter? Und geht es überhaupt darum – weiterzukommen, wie stark dieses Gefühl ist? Ist das überhaupt wichtig?

Ich weiß es nicht.
Ich weiß es nicht.

Aber eines glaube ich zu wissen und ich denke, das ist der Grund, warum ich so zurückhaltend und unsicher und einfach überfordert dir gegenüber und durch dich bin.

Deine Liebe ist laut.
Du würdest sie mir am liebsten ins Gesicht schreien. Ich weiß das. Ich merke das. Und du bist einfach so jemand und verdammt, ich will das ja auch nicht ändern! Auf keinen Fall. Ich will nicht, dass du dich für mich änderst. Durch mich vielleicht. Weil Menschen einander eben verändern. Aber nicht wegen mir, weil ich dich in irgendeiner Weise dazu treibe, dazu zwinge. Nein, ganz bestimmt nicht. Das würde ich niemals wollen.

Aber das ändert nichts daran, dass diese Direktheit und Lautheit und allgemein wie du damit umgehst, deine Zukunftsträumerei und all das, in mir den Wunsch hervorruft, weglaufen zu wollen. Ich will am liebsten rennen und nicht mehr stehen bleiben!

Allerdings weiß ich, dass ich vor meinen Gefühlen nicht werde wegrennen können und vor deinen auch nicht. Sie sind ja längst da. Es ist alles längst da und es ist nichts, das einfach so wieder verschwindet. Es ist nichts, das plötzlich wieder weg ist und ich glaube, wenn dem so wäre, würde ich damit auch nicht klarkommen.

Es macht mir Angst. Es macht mir Angst, weil ich es nicht kennen, weil es so viel und so laut ist. Es macht mir Angst, weil es etwas von mir verlangt, von dem ich nicht weiß, ob ich es geben kann. Es macht mir Angst, weil Menschen mir Angst machen.
Menschen, die sind wie ich; Menschen, von denen ich denke, dass sie mich verstehen oder zumindest verstehen wollen – bei denen ist es einfacher.
Bei Freunden ist es einfacher. Bei der Familie ist es einfacher. Bei manchen Menschen ist es einfacher als bei anderen.

Bei dir ist es irgendwie schwer und leicht gleichzeitig.
Ich weiß nicht, es ist komisch. Manchmal habe ich das Gefühl, das mir mein Kopf eine Menge Dinge einredet, meinem Herzen und mir. Da ist es schwer, noch zu wissen, was denn nun eigentlich Sache ist. Aber andererseits, wenn mein Kopf es schafft, meine Gefühle auf eine Weise zu verändern, dass ich nicht mehr weiß, was ich eigentlich fühle...
Wenn ich bei dir bin, ist es leichter. Leichter, nicht nachzudenken. Leichter, einfach nur zu sein. Und ist das nicht eigentlich der Sinn? Einfach zu sein, miteinander? Oder was ist der Sinn einer Beziehung? Gibt es einen Sinn? Muss es einen geben?

Reicht es nicht, wenn es einem einfach irgendwie gefällt? Ist das nicht genug? Es sollte doch genug sein, oder?

Irgendwie fühlt es sich nicht so an.
Vielleicht ist das die Gesellschaft. Vielleicht habe ich da irgendwie eine komische Vorstellung. Vielleicht bin ich einfach nur sehr, sehr kaputt. Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht.

Ich weiß, dass du wahrscheinlich sagen wirst, dass ich genug bin. Du liebst mich. Natürlich würdest du das sagen. Für dich ist es dadurch wahr. Für dich. Aber für mich?
Wenn es dir reicht, aber mir nicht... Ist das dann trotzdem okay? Ist es einfach nur etwas, das ich akzeptieren muss? Oder etwas, das noch mit der Zeit wachsen wird? Geht das? Wird es mir dann irgendwann auch genug sein? Und wann ist dieses Irgendwann? Und wenn dieses Irgendwann nie kommt? Was dann? Was dann, wenn es dann keinen Weg zurück mehr gibt? Was mache ich dann?

Ich weiß, dass du dir Mühe gibst, mich zu verstehen, auch wenn ich das selbst oft nicht tue. Und verdammt, es sollte reichen. Das sollte es.
Aber im Moment und das ist normal, weil wir ja noch am Anfang stehen, im Moment weiß ich nicht, ob du mich je verstehen wirst. Ob es reichen wird. Ob du mich überhaupt verstehen kannst, ob das überhaupt möglich ist. Ob ich das überhaupt will.

Natürlich will ich verstanden werden und ich will von dir verstanden werden. Aber was es da alles zu verstehen gibt, wie tief manche Dinge gehen, was da vielleicht begraben liegt – will ich das herausfinden und fühlen? Will ich, dass du das siehst? Musst du das sehen?

Ich habe das Gefühl, du musst es sehen und dass du es auch willst und dass du damit klarkommen würdest. Aber würde ich das? Will ich dich so nah an mich heranlassen? Kann ich das?

Und ja, diese Gedankengänge gehen schon viel zu weit. Müssen sie das? Muss ich mir über all das jetzt Gedanken machen? Muss ich diese Dinge wissen, um mit dir zusammen sein zu können?

Was ist überhaupt eine Beziehung, verdammt!? Worum geht es? Was soll das Ganze?
Beziehung, Beziehung! Das klingt so ernst! So furchtbar und bitter ernst!

Ich mag keine ernsten Dinge. Ich hasse ernste Dinge. Warum gibt es die? Warum machen sie uns den Spaß so oft kaputt? Was wollen sie? Wofür sind sie gut?
Nein, ich will nicht, dass alles immer Friede-Freude-Eierkuchen ist. Nein, ich will nicht ständig lustig sein. Nein, so meine ich das nicht.
Aber warum sollte man sich durch starre Ernsthaftigkeit, den Spaß verderben lassen? Warum sollte man sich durch Ernsthaftigkeit, Gefühle zerstören lassen? Warum sollte man sich selbst Dinge wegen dieser Ernsthaftigkeit verbieten?

„Ich liebe dich“ klingt so ernst. Es klingt nach etwas so starkem, nach einer Art Verantwortung. Ich habe jetzt die Verantwortung, das du mich liebt.
Klingt bescheuert, oder? Es ist bescheuert. Aber so fühlt es sich nun einmal an. So fühlt es sich an.

Mir macht es Angst, wie sehr ich dir weh tun könnte. Ich, ich habe auch Angst verletzt zu werden. Aber irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass du mich verletzten würdest? Ich weiß nicht. Vielleicht ist es auch einfach, dass ich mit meinem Schmerz schon irgendwie umgehen kann, dass ich meine Gefühle nicht so tief gehen lasse(n kann). Ich weiß es nicht.
Aber ich will dir nicht wehtun und ich habe solche Angst, dass ich das tun werde. Ich will dich nicht verletzten. Ich will dich nicht verlieren! Und ich werde dieses Gefühl nicht los, dass ich das werde. Dass ich dich mit meiner Art verletzten werde, einfach weil ich... weil ich...

Weil ich eben so bin wie ich bin.
Weil ich eben so fühle wie ich fühle.

Und wenn ich sage, dass deine Liebe laut ist und mich überfordert, meine ich damit auch, dass meine Liebe, meine Zuneigung zu dir so leise ist, dass ich sie kaum hören kann. Sie ist da! Aber sie ist so leise und ich weiß nicht, ob sie je lauter werden wird. Muss sie das? Muss meine Liebe auch laut sein? Ist es nur dann „richtige“ Liebe? Gibt es das überhaupt – „richtige“ Liebe, „die richtige Liebe“, „das richtige Maß an Liebe“, „die richtige Stärke an Liebe“!? Und was soll das überhaupt sein!?

Fühle ich nicht genug für dich, nur weil ich nicht „Ich liebe dich“ sagen würde?

Muss ich das sagen können, nur weil du es sagen kannst? Muss ich es fühlen, nur weil du es fühlst?

Beziehungen sind auch immer Geben und Nehmen, oder nicht? So funktioniert das doch. Geben und Nehmen von Liebe. Das ist es doch. Das sollte es doch sein. Oder?
Ich habe das Gefühl, dass du mir so viel gibst und ich nichts habe, dass ich dir zurückgeben kann. Nichts ist vielleicht nicht ganz wahr. Aber es ist viel weniger als das, was du mir gibst.
Das macht es so schwer für mich, das, was du mir gibst, anzunehmen. Es einfach nur anzunehmen. Ich kann es nicht einmal richtig annehmen.

Dabei erwartest du ja erstmal gar nicht unbedingt mehr, oder? Du... möchtest einfach nur mit mir zusammen sein, richtig?
Du möchtest, dass ich glücklich bin.

Ich wäre nicht glücklich damit, dir jetzt auf dein „Ich liebe dich“ mit „Ich dich auch“ zu antworten. Für mich sind das viel zu große Worte und ja, es gibt abgesehen von meiner Familie zwei Personen zu denen ich das wahrscheinlich sagen würde. Aber zumindest das eine ist eine ganz andere Art von Liebe und sowieso ist es immer eine andere Art von Liebe. Ich kann und will das nicht miteinander vergleichen.

Und eigentlich will ich auch nicht deine Gefühle mit meinen vergleichen müssen. Ich will das nicht tun! Ich will das nicht tun müssen!
Ich will mich nicht fühlen, als gäbe es irgendwelche Erwartungen an mich. Ich mag keine Erwartungen!

Ich will einfach nur... sehen wie es weitergeht. Ohne Druck. Ohne Erwartungen. Ohne irgendetwas. Einfach nur das, was es ist und das, was daraus werden kann, werden wird. Nur das. Mehr nicht.
Ich will, dass mir das reicht. Ich will, dass es nicht mehr braucht. Ich will, dass es genug ist.

Ich will nicht, keine Angst haben. Angst ist auch gut. Angst macht es irgendwie realer. Realer ist gut. Realer heißt fühlen.
Aber ich will keine Angst davor haben müssen, dass meine Gefühle nicht genug sind. Ich will nicht, dass das ein Grund ist, etwas zu bereuen oder zu beenden. Ich will nicht, dass es Dinge kaputt macht. Ich will nicht, dass es dich verunsichert. Ich möchte, dass du es verstehst und dass du weißt, dass es nichts schlimmes ist. Es ist einfach so.
Ich will auch nicht, dass es für mich etwas schlimmes ist. Es ist so. Ich kann daran nichts ändern. Ich kann es nur akzeptieren und damit leben. Vielleicht für immer. Vielleicht nicht.

Niemand kann wissen, was morgen sein wird. Und ich mag keine Erwartungen. Ich will nicht sagen, es wird so sein und so werden. Das will ich nicht.
Ich will, dass es wird. Irgendwie. Einfach nur irgendwie. Es soll ein gutes Irgendwie sein, ein schönes Irgendwie. Das wünsche ich mir. Und das zählt doch auch, oder nicht?

Ich will nicht wegrennen. Ich will nicht wegrennen wollen. Ich will... einfach nur schauen, was passiert. Schauen, wie weit es gehen wird. Schauen, was ich kann. Einfach nur schauen.
Und ich glaube, ich kann das und ich glaube, es ist okay. Ich will, dass es okay ist. Es muss okay sein.

Warum sollte es nicht? Warum sollte es nicht auf diese Weise okay sein?
Es wird schon werden. Irgendwie wird es schon werden. Und irgendwie ist doch genug, oder? Ich glaube, für mich ist irgendwie genug.

Und ich hoffe, für dich auch. ♥

Sonntag, 26. Juli 2015

Dear Person #2

Dear Person #2

Was ist das? Was ist das, was ich für dich fühlte und immer noch fühle?
Es kam mir nie seltsam, nie anders vor, als das, was ich für meine anderen, besten Freundinnen gefühlt habe. Wobei, doch, es kam mir anders vor, es war stärker. Ich habe dir das sogar mindestens einmal gesagt. Ich erinnere mich ganz genau daran. Ich habe dir einen Kalender gebastelt und gesagt, dass du die erste Person wärst, bei der ich das Gefühl habe, dass sie es verdient hat.
Ich weiß nicht mehr, wie du reagiert hast. Vielleicht hast du gelacht. Du hast dich gefreut, das weiß ich noch. Und ich war glücklich. Ich war einfach nur glücklich. Und ich hätte nie gedacht, dass meine Worte, meine Gefühle vielleicht eine größere, eine tiefere Bedeutung haben.
Vielleicht denke ich auch nur zu viel und es stimmt gar nicht, was ich mir da so zusammengedacht habe. Vielleicht hast du einfach nur so sehr intensive Gefühle in mir ausgelöst und tust es immer noch. Ja, das ist schon möglich. Aber irgendwie ergibt es für mich mehr Sinn, dass ich eigentlich irgendwie in dich verliebt war und vielleicht immer noch bin.
Ich weiß es nicht und ich weiß auch nicht, ob es irgendeinen Sinn hätte, es herausfinden zu wollen. Ich weiß nicht, ob ich das will. Es tut so schon genug weh. Ich muss nicht unbedingt ganz genau wissen, warum. Das würde mir nichts bringen, gar nichts.
Noch immer an dich und unsere gemeinsamen Momente zu denken, bringt auch gar nichts und doch tue ich es. Ich kann einfach nicht anders. Ich kann es nicht lassen. Ein Teil von mir kann anscheinend nicht akzeptieren, dass du nicht mehr zu meinem Leben dazugehörst.
Ich weiß, dass es besser ist, dass du nicht mehr da bist. Es ist besser. Du hast mich zerbrochen, weißt du? Du hast mich sehr schlimm zerbrochen und ich glaube, das hast du nie gesehen, du hast es nie verstanden. Ich habe es zuerst auch nicht verstanden, aber ich denke, ich verstehe es jetzt. Ich war abhängig von dir, aber das war nicht alles. Ich konnte auch ohne dich gut, aber du warst mir wichtig, sehr, sehr wichtig.
Du hast mich neue Dinge gelehrt, weißt du noch? Du sagtest zu mir, dass mir geglättete Haare gut stehen würden, woraufhin ich es ausprobiert habe und ich mag mich noch immer am liebsten mit geglätteten Haaren. Du warst es auch, die mir von Animes erzählte und dann, als ich sagte, dass ich ein unheimlich großer Suchti werden würde, wenn ich damit anfangen würde, gabst du mir eine Liste, mit denen, die dir am Besten gefallen haben.
Ich hab noch immer nicht alle Animes von dieser Liste gesehen, aber viele. Und darum geht es auch nicht. Es geht darum, dass du mich so richtig auf diese Welt aufmerksam gemacht hast und weißt, wie viel mir diese Welt inzwischen bedeutet? Du weißt es, ich habe dich noch vor etwas mehr als einem Jahr ständig damit genervt. Du hast am Ende schon zu mir gesagt, dass ich damit aufhören soll, weil du im Moment nicht so viel schaust. Da hab ich angefangen, einer anderen sehr lieben Freundin, mit der ich auch noch immer befreundet bin, von allem zu erzählen.
Du weißt nicht einmal, wie besessen ich am Ende von Boys Love war, so wie ich es auch jetzt noch bin, oder? Du hast keine Ahnung. Du hast keine Ahnung und ich auch nicht.
Es gibt so vieles, was an unser Freundschaft und an dir wehtut, aber das auf jeden Fall auch. Ich wüsste so gerne, wie es dir jetzt geht, was du jetzt tust, ob du noch mit deinem Freund zusammen bist, ob du manchmal auch an mich denkst und mich zumindest ein kleines bisschen vermisst.
Ich weiß nicht, welche Rolle genau ich in deinem Leben gespielt habe. Du warst mir immer mehr wert, als ich dir, habe ich das Gefühl. Auch warst du sicher nicht in mich verliebt. Nein, das glaube ich nicht. Aber ich kann es auch nicht mit Sicherheit sagen. Rückblickend finde ich, dass du eine sehr verschlossene Person bist. Ja, das bist du oder du bist es zumindest gewesen, die ganze Zeit. Du wolltest nie, dass irgendjemand zu sehr mitbekommt, was in dir vorgeht.
Mit deinem festen Freund hat sich das geändert. Mit ihm hat sich alles geändert.
Ich gebe ihm keine Schuld oder so oder bin wütend auf ihn oder ähnliches, überhaupt nicht. Er ist sehr nett und ihr passt zusammen, wirklich. Ich hoffe, ihr seid glücklich. Das wünsche ich dir.
Ja, ich war eifersüchtig damals. Natürlich war ich das! Ich war zu Recht eifersüchtig. Du hast mich einfach links liegen gelassen, einfach so. Du hast angefangen, mich zu ignorieren und das hat mich in so ein tiefes Loch gestürzt, das ich echt erstaunt bin, dass ich da alleine wieder herausgefunden habe.
Wir sind uns ähnlich, er und ich, weißt du? Keine Ahnung, ob dir das je aufgefallen ist, aber er ist manchmal genauso aufgedreht, wie ich es sein kann und er quatscht genauso gerne über Animes wie ich und ich glaube, da waren noch ein paar andere Dinge. Ich will nicht sagen, dass wir uns super ähnlich sind, aber er hat mich in deinem Leben ersetzt, da bin ich mir sicher.
Ja, es ist auch meine Schuld, weil ich durch meine Eifersucht angefangen habe, wie eine Klette zu werden. Aber du hast nie etwas gesagt! Du hast mich mit meiner Angst und meiner Unsicherheit vollkommen alleine gelassen! Plötzlich hast du mich ignoriert, einfach so! Was bitte habe ich getan, um das zu verdienen!? Was habe ich je getan?! Ich habe nie irgendetwas getan, um dich zu verärgern. Niemals. Und wenn, war es ganz sicher nicht meine Absicht, ganz sicher. Du musst doch wissen, wie wichtig du mir warst. Du musst es doch wissen.
Ich glaube, du weißt es, also, dass du mir sehr wichtig warst. Ja, du weißt es. Du hast es versucht. Du hast versucht, es wieder hinzubekommen, irgendwie. Ich weiß nicht, vielleicht konntest du es einfach nicht besser. Ja, du konntest es nicht besser. Du hast deine Probleme, ich weiß das. Ich weiß das.
Genau deswegen hättest du einfach mit mir reden sollen, ganz offen und ehrlich mit mir reden sollen. Ich hätte dir zugehört und genickt und dich verstanden. Vielleicht hätte ich geweint. Vielleicht hättest du dann gesehen, wie wichtig du mir wirklich warst und irgendwie immer noch bist. Vielleicht.
Vielleicht auch nicht. Ich hätte wohl früher oder später erkannt, wie weh du mir eigentlich ständig tust, auch wenn du das wahrscheinlich gar nicht willst, aber du hast es getan. Du hast mir ständig wehgetan, mit deiner Art und ich habe dich trotzdem immer sehr gemocht. Immer. Auch jetzt noch.
Aber es würde niemals gut gehen. Wir können nicht wieder befreundet sein. Wenn du dich etwas verändert hättest, dann vielleicht. Vielleicht.
Vielleicht wirst du auch eines Tages soweit aus meinem Kopf verschwunden sein, dass du nur noch eine Erinnerung bist und kein stechender Schmerz mehr. Soweit, dass ich einfach nur lächele und denke: Ja, ich habe dich geliebt und das war wichtig und in meinem Herzen wirst du immer sein, aber es ist okay.
Es ist okay. Es ist auch jetzt okay und es wird okay sein. Es ist die Melancholie, die mich manchmal trifft und das ''Was wäre wenn'' und alles, was mich an dich erinnert.
Ich kann dir ja nicht einmal böse sein. Wie könnte ich? Dich hassen? Nein. Nein, das könnte ich niemals. Wie du auch bist, wie du dich auch verhältst, du hast Gründe, so wie wir alle Gründe haben und ich gebe diesen Gründen nicht die Schuld an irgendetwas. Ich gebe auch dir selbst, deinem handelnden Ich, das etwas hätte anders machen können, nicht die Schuld. Auch ich habe nicht Schuld. Niemand hat Schuld.
Es musste so kommen. Aus irgendeinem Grund musste es so kommen.
Aber weißt du, es wäre sehr schön, wenn wir uns irgendwann wiedersehen und uns wie das begegnen, was wir sind, alte Freunde. Bitte, ignoriere mich dann nicht und bitte, tue nicht so, als wären wir Fremde oder als wären wir mal flüchtige Freunde gewesen. Du hast mir viel bedeutet, okay? Das weißt du. Du weißt es. Erinnere dich daran, denke daran, wenn wir uns wiedersehen. Denke daran, was ich alles für dich tun würde, jederzeit, auch wenn du es nicht weißt. Würdest du ganz plötzlich vor meiner Tür stehen und mir irgendetwas erzählen oder einfach nur mit mir schweigen wollen, ich wäre da. Ich wäre immer da und ich wäre immer da gewesen. Immer.
Das ist die Art von Freundin, die ich bin, weißt du? Ich würde immer mein Bestes versuchen. Immer.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum es so kommen musste. Vielleicht hätte ich irgendwann etwas sehr Dummes getan oder du und es wäre alles noch viel, viel schlimmer gekommen. Vielleicht.
Ich werde es nie wissen und das will ich auch nicht. Aber die Möglichkeit ist da. Sie ist da und das bricht mir manchmal, so wie jetzt gerade, einfach das Herz.
Auch du wirst manchmal sicherlich von Dingen zerrissen. Wirst du, das weiß ich. Und es tut mir leid. Es tut mir wirklich leid. Aber das ist das Leben, richtig? Ich will nicht, dass es dich zerreißt, dass wir nicht mehr befreundet sind und ich glaube nicht, dass es das tut. Nicht so sehr, wie mich.
Aber ich kann es nicht wissen, richtig? Ich kann es nicht wissen.
Also tue ich vielleicht einfach ein bisschen so, als wäre es so. Als würdest du auch manchmal an mich denken, dich an mich erinnern und traurig darüber sein, dass wir keine Freunde mehr sind. Denn trotz allem warst du eine tolle und wichtige Freundin für mich und das weißt du. Das weißt du. Ich habe darauf nie ein Geheimnis gemacht. Du weißt es.
Aber du weißt nichts von den Tränen, die ich jetzt vergieße. Das weißt du nicht und du wirst es nie wissen, niemals. Das tut weh. Ich wünschte, da wäre ein Weg, es dich wissen zu lassen. Ob vielleicht gerade dein Herz ein klein bisschen sticht, weil ich mir wünsche, dass du weißt, dass ich gerade wegen dir weine? Nur ein kleines bisschen, sodass du ein klein wenig verwirrt bist.
Keine Sorge, es wird gleich vorbei gehen. Gleich wird es vorbei gehen und du wirst es vergessen, aber für diesen kleinen Moment haben dich meine Gefühle erreicht. Das ist irgendwie ein schöner Gedanke.
Aber auch, dass du glücklich bist, dass es dir gut geht, ist ein schöner Gedanke. Bitte vergiss nicht, dass ich dich irgendwie bedingungslos liebe, auch wenn ich das selbst erst jetzt verstehe. Vergiss das nicht, auch wenn du es gar nicht weißt, glaube ich doch, dass du es spüren konntest. Vergiss dieses Gefühl nicht.
Ich hoffe, dein Freund lässt dich genauso fühlen und wenn er es nicht kann, dass jemand anders kommen wird und es dich fühlen lässt. Das hast du verdient. Trotz allem hast du das verdient. Vergiss das nicht.
So wie ich nicht vergessen werde, was du mich alles gelehrt hast. Du hast mich gelehrt, mehr ich selbst zu werden, mutiger zu werden, stärker zu werden. Du hast mich auch gebrochen, aber du hast mich auch wundervolle Dinge gelehrt, die ich nie mehr missen möchte. Deshalb werde ich dich nie vergessen und irgendwann werde ich lächeln, wenn ich zurückdenke, einfach nur lächeln und wissen: Ja, das warst du. Du hast mit dazu beigetragen, wer ich bin und das macht mich unheimlich glücklich.


Sonntag, 19. April 2015

Dear Person #1

Dear Person.

Ich hatte dir schon mal einen solchen Text geschrieben. Ich wollte ihn dir zeigen, falls ich es nicht fertig bringe, es dir so zu erklären, falls ich den Mut, die Worte auszusprechen, nicht finde.
Doch, dass ist eins der Dinge, die dich und unsere Freundschaft so besonders machen – du schaffst es, dass ich die Worte, die ich früher nie aussprechen konnte, doch aussprechen kann und sie auch so ankommen, wie sie sollen. Du schaffst es, dass ich mutig genug bin, so ehrlich zu sein, wie ich es sein will.
Diese Ehrlichkeit und das Vertrauen, das ich dir entgegen bringe, mag damit zusammenhängen, wie bzw. worüber wir uns kennengelernt haben. Und es liegt auch daran, dass du mir gezeigt hast, dass ich so akzeptiert werden kann, wie ich bin. Das ist das Wichtigste, was man einem Menschen schenken kann – das Gefühl akzeptiert zu werden, so wie man ist und nichts ändern zu müssen.
Dafür bin ich dir unfassbar dankbar, denn so sein zu können, wie ich bin, hat mir so vieles ermöglicht. Es hat mir den Mut gegeben, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Ohne dich hätte ich wohl vieles nicht geschafft, einiges nicht erlebt und auch tolle Menschen nicht kennengelernt.
Was wir in den letzten zwei Monaten hatten, war okay. Es war wirklich okay und ich bin mir sicher, du wirst jemanden finden, der dich glücklich machen kann und will.
Es tut schon ein bisschen weh, dass ich nicht das fühle, was ich fühlen könnte. Aber das Herz ist eben etwas, das man nicht kontrollieren kann. Danke, dass du das verstehst und es akzeptierst.
Ich weiß jetzt, wie einfach es sein kann, wie unkompliziert. Wenn man denn ehrlich ist. Ehrlichkeit ist einer der Schüssel zum Glück.
Jetzt weiß ich nicht, wie ich diesen Text beenden soll, denn nichts ist zu Ende, weil nichts je richtig begonnen hat. Es war bloß eine Vorstellung, eine Idee, ein Plan. Wir sind Freunde und das ist gut so. Wir werden als Freunde noch viel erleben und das ist gut so.
Danke, dass du ein Teil meines Lebens bist.


PS: Ich hoffe, es war okay, dass ich das hier geschrieben und veröffentlicht habe.^^