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Donnerstag, 17. Dezember 2015

PWP: I'm your toy

Ein weiterer OS, der zum 11. Dezember, den ich ebenfalls für meinen Shipping-Adventskalender geschrieben habe.
Viel Spaß beim Lesen. :D
Pairing: AkaKuro
Fandom: Kuroko no Basuke


I'm your toy

Kurokos Sicht


Ich weiß nicht mehr, wie es anfing, wann es anfing, warum es anfing. Ob ich glücklich darüber gewesen war. Ob ich es gewollt hatte. Ob ich ihn vielleicht geliebt hatte. Ob er mich vielleicht liebte. Trotz allem. Wegen allem. Ich weiß es nicht mehr.
Nein, die Wahrheit ist, dass ich es noch ganz genau weiß. Ich kann mich an jede Sekunde erinnern, jede einzelne. Ich weiß, wie es anfing und wann und warum. Ich weiß, dass ich am Anfang glücklich war. Ich weiß, dass ich es wollte. Und ich weiß, dass ich ihn liebe.
Was er fühlt, was er denkt, was seine Gründe, seine Motive sind, das weiß ich nicht. Ich habe es nie gewusst und wahrscheinlich werde ich es nie wissen, nicht vollkommen, nicht wirklich. Manchmal, manchmal war es, als könnte ich es sehen, könnte es erahnen, in seinen Augen, im Unterton seiner Stimme, in dem, was er nicht sagte, in den kleinen Gesten, die er unbewusst tat. Doch andererseits tat er nichts unbewusst. Alles, was er machte, war beabsichtigt, verfolgte einen Plan, war von einer Strategie bestimmt. Selbst die Dinge, die er nur zum Spaß tat. Nichts war unkontrolliert an ihm, rein gar nichts.
Und ich hasste das! Alles! Gleichzeitig konnte ich nicht anders, als deshalb zu ihm aufzublicken, ihn deshalb noch mehr zu lieben und noch intensiver dahinter kommen zu wollen, wer er denn nun wirklich war, welcher Kern hinter all dem steckte. Die Frage nach dem Warum. Warum er so war, wie er war.
Doch ich dachte oft, dass Akashi das selbst nicht einmal wusste. Er war sich seiner Selbst vollkommen bewusst. Aber das, was tief in seinem Herzen verborgen lag, was er vergraben und verdrängt hatte, was er nicht sehen, nicht wahr haben wollte, davon wusste er nichts und davon wollte er auch nichts wissen. Aber ich wollte es wissen, mehr als alles andere.
Vielleicht war das der Grund, warum ich ihn machen ließ. Immer und immer wieder, egal wann und wo und egal was, ich ließ ihn machen. Selbst wenn es mich manchmal wütend machte, mich verletzte, ich ließ ihn machen. In der Hoffnung irgendwann, eines Tages hinter seine Fassade blicken zu können, ihm nah genug zu sein, um ihn zu verstehen, wirklich zu verstehen und dann würde ich ihn besser kennen, als jeder andere, besser, als er sich selbst.
Bis dahin war ich gerne sein Spielzeug, vielleicht manchmal etwas zu gerne.
Es war... seltsam. Es machte mir Angst. Die meiste Zeit über machte es mir eine Heidenangst. Aber es war auch aufregend und faszinierend. Es war wie eine fremde Welt, von der ich ein Teil war. Und in dieser Welt gab es nur Akashi und mich. Es war unsere Welt.
Es gab Zeiten, da wartete ich tagelang darauf, wieder in diese Welt einzutauchen. Begierig, sehnsüchtig konnte ich es kaum aushalten. Zu anderen Zeiten fürchtete ich fast, dass es passierte. Furcht, Furcht war fast immer da. Es war wie ein Adrenalin-Kick. Es gehörte dazu. Es machte das besondere Etwas aus.
Inzwischen sollte ich mich vielleicht ein wenig daran gewöhnt haben, aber es war jedes Mal wieder wie eine Art Schock. Zuerst erstarrte ich. Dann kam die Angst, das Adrenalin. Vorfreude, Aufregung und Ungeduld mischten sich darunter. Dieser Gefühlscocktail wurde gut durchgeschüttelt und langsam aber sicher wurden die Gefühle auf die Spitze getrieben. So war es jedes Mal.
Als ich dieses Mal im Unterricht kurz vor der zweiten Pause Akashis Blick spürte, lähmte der Schock wieder meine Glieder. Gleich darauf rauschte die Angst und das Adrenalin durch mich hindurch. Ich schnappte nach Luft, als auch der Rest der, teilweise widerstreitigen Gefühle, mich überkam. Für den Rest der Stunde war es unmöglich, mich zu konzentrieren.
Mit angezogenen Schultern, angespannten Muskeln packte ich nach der Stunde meine Sachen ein. Ein Teil von mir wollte sich ganz viel Zeit lassen, der andere wollte losrennen. Welcher Teil nun eigentlich genau was wollte, war schwer zu sagen. Beides konnte dazu führen, dass Akashi und ich schneller alleine waren oder es länger dauerte. Je nachdem, was Akashi im Sinn hatte.
Dieses Mal führte es dazu, dass er zu mir an den Tisch kam. Mit einer Hand stürzte er sich auf dem Tisch ab. Im ersten Moment konnte ich nicht aufsehen, obwohl ich unbedingt wollte. Wollte ich? Oder wollte ich nicht? Ich wusste es nicht mehr. Ich wusste gar nichts mehr.
Ich wusste in etwa, was Akashi tun würde. Oder? Nein. Nein, ich wusste nicht einmal das. Selbst nach all der Zeit konnte ich ihn kaum einschätzen. Gut, so viel Zeit war es nun auch wieder nicht gewesen. Aber genug eigentlich. Doch für Akashi war nie etwas genug. Ob ich ihn je entschlüsseln würde? War das überhaupt das, was ich eigentlich wollte? Es war das, was ihn faszinierend und anziehend machte. Aber ich hatte dieses Ziel eigentlich schon seit einer Weile etwas aus den Augen verloren, hatte vielleicht sogar schon meine Hoffnung verloren.
Da ich es aber trotzdem weiter zu ließ, trotzdem weitermachte, konnte es nur heißen, dass ich es wollte. Ich wollte, was Akashi mit mir tat. Ich wollte es. Alles davon. Ich wollte nicht bloß ihn. Ich wollte dieses Spiel, diese Angst, die Aufregung, den Schmerz. Ich wollte das.
Trotzdem zuckte ich etwas zusammen und riss die Augen auf, als Akashi eine Hand in mein Haar schob, grob hineingriff und es zu sich zog, während er sich zu mir beugte. Seine Lippen waren überraschend weich, die Bewegungen seiner Zunge bedacht. Es war ein zärtlicher Kuss. Er küsste mich selten auf diese Weise, sehr selten.
War ich enttäuscht, weil ich mehr wollte, weil ich härter, leidenschaftlicher, verlangender geküsst werden wollte? Oder war ich glücklich, weil er so selten auf diese Weise küsste und es somit nur etwas ganz Besonderes, ein ganz spezielles Geschenk sein konnte?
Beides. Es war wohl eine Mischung aus Beidem. Bei Akashi war alles eine Mischung aus Beidem. Ganz am Anfang hatte ich das nicht gedacht, nicht für möglich gehalten. Doch inzwischen wusste ich es, zumindest das wusste ich. Er konnte auch sanft sein, furchtbar sanft manchmal, aber hin und wieder auch auf eine gute, liebevolle Weise. Auf eine solche Weise, dass ich dachte, ich könnte ihm vielleicht wirklich etwas bedeuten.
„Tun wir es gleich hier, hm? Was denkst du?“, seufzte er an meinem Ohr. Sein Atem war heiß. Ich erschauderte und konnte schon jetzt kaum mehr normal atmen.
An der Hand in meinem Haar zog er mich von meinem Platz hoch, legte die andere Hand an meinen Rücken und presste mich an sich. Kurz schaute er mich aus lustverschleierten Augen an. Er lächelte, ein vorfreudiges, herausforderndes Lächeln und amüsiert, amüsiert sah er auch aus, fast ein wenig spöttisch, aber auf eine gute Weise. Wie unschuldig ich schaute jedes Mal am Anfang, das erregte ihn immer wieder unheimlich.
„Ja“, hauchte ich, bevor unsere Lippen erneut aufeinander trafen, härter und ungestümer dieses Mal. Er packte mich noch fester, ließ die Hand an meinem Rücken unter mein Oberteil wandern und kratzte leicht über meine Haut. Eine Welle der Erregung überkam mich und kribbelte bis in meine Zehen- und Fingerspitzen. Ich stöhnte laut in den Kuss hinein. Ruckartig löste er sich von mir.
„Wir sind hier in einer Schule, weißt du. Da solltest du nicht so ungezügelt sein“, sagte er tadelnd und biss mir in die Unterlippe. Ich schmeckte Blut und schaffte es endlich, die Arme um seinen Nacken zu schlingen, drückte mich meinerseits an ihn, rieb mich an ihm, schlang ein Bein um seine Mitte.
„Ungezügelter, süßer, unschuldiger Kuroko“, murmelte er und seine Hand glitt von meinem Rücken runter hinten in meine Hose. Aufreizend rieb er über meinen Anus.
„Ahhhhhh!“ Ich warf den Kopf in den Nacken und drückte den Rücken durch, wodurch meine Härte sich noch mehr gegen seine rieb. Unsanft drückte er meinen Kopf wieder in eine aufrechte Position, um seine geschickte Zunge wieder in meinen Mund zu schieben.
Er quälte mich eine Weile, schob einen Finger in mich, zwei. Aber es war kaum Platz in meiner Hose. Seine Hand war zwar ziemlich gelenkig, aber er kam dennoch nicht sehr tief in mich hinein, was mich verzweifelte Laute von mir geben ließ. Doch vor allem wollte ich auch vorne berührt werden, wollte, dass er meine Hose öffnete, mein Glied rausholte und es berührte oder seinen Mund darum legte, es in seinen Mund aufnahm, an mir saugte. Ich wollte, dass wir beide nackt waren, wollte über seine Brust lecken, sein Glied in meinen Mund nehmen... Es gab nur noch das – nur noch all dieses Verlangen, all diese Dinge, die ich wollte, nach denen ich mich sehnte, nach denen mein Körper schrie.
„Es ist so unbefriedigend“, murmelte er. „Und doch so erregend.“ Als hätte er meine Gedanken gelesen. „Hmmmmm...“ Er leckte über die Haut an meinem Hals, biss leicht hinein, saugte. Es war noch immer recht sanft, fast vorsichtig. Als hätte er Angst, dass es zu intensiv sein könnte. Oder, dass wir erwischt wurden. Oder er wollte es einfach auskosten, mich quälen. Mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit war es letzteres.
Mit einem Ruck drehte er mich plötzlich um und riss mir mit einem weiteren Ruck die Hose runter. Wann hatte er meinen Gürtel und den Reißverschluss aufgemacht? Ich hatte es gar nicht mitbekommen, derartig gefangen war ich in meinen widerstreitigen Gefühlen.
„Auf den Tisch“, befahl er und drückte meinen Kopf nach unten, bis ich mit dem Gesicht und der Brust auf meinem Tisch lag, den Hintern ihm entgegen gestreckt. An der Seite nach hinten zu ihm schauend sah ich, wie er sich die Lippen leckte, bevor er erneut seine Finger in mir versenkte und mich jetzt richtig zu weiten begann.
„Ahhh... Ahhh...“ Ich presste mir eine Hand auf den Mund und hielt mich am Rand des Tisches fest. Meine Beine wurden ganz weich. Mein entblößter Penis rieb jetzt gegen eines der Tischbeine, was sich furchtbar verboten und furchtbar gut anfühlte.
Akashi beugte sich über meinen Rücken, leckte über mein Ohr und stöhnte tief. „Du fühlst dich immer noch so wunderbar eng an, kein bisschen ausgeleihert“, murmelte er. „Du machst es dir gar nicht selber, oder? Wartest immer auf mich. Sparst dich für mich auf. Hmmm... So romantisch. So sexy.“ Seine säuselnde Stimme machte mich schwindelig, besinnungslos. Ich war ganz sein.
Mit einem schmatzenden Geräusch zog er seine Finger aus mir und an ihre Stelle trat sein hartes, geschwollenes Glied. Er biss sich auf die Unterlippe. Weil ich kurz die Augen geöffnet hatte, konnte ich es sehen.
„Tetsuya“, stöhnte er, ein Geräusch, das er bedacht über seine Lippen ließ. Selbst jetzt, als er dabei war, mich hier in unserem Klassenraum zu ficken, war er voll und ganz bei sich. Sein Gesichtsausdruck, der zwar losgelöst wirkte, war dennoch ganz genau so gewollt. Er überließ nichts dem Zufall, tat nichts unbeabsichtigt. Er gab sich mir nicht hin. Er nahm mich.
„Tue es“, stieß ich ungeduldig hervor. „Tue es, Akashi.“ Mein Körper zitterte vor ungeduldiger Erwartung. Meine untere Körperhälfte pochte. Nicht Herr über meinen Körper rieb ich meinen Penis gegen das Tischbein, um mich irgendeiner Art der Erlösung näher zu bringen. Aber es gab keine Erlösung, keine wirkliche, keine von Akashi.
„Du bist so ungeduldig.“ Er schüttelte mit dem Kopf, schob seinen Penis langsam zwischen meinen Arschbacken auf und ab. „Ich sollte dich dafür bestrafen. Für deine Zügellosigkeit.“
„Tue es. Tue es“, kam es mir nur erneut über die Lippen und ja, damit meinte ich auch die Strafe. Ich wollte das, wollte von ihm ''schlecht'' behandelt werden.
Er durfte das. Er durfte alles. Denn ich war sein. Sein allein. Er konnte mit mir machen, was immer er wollte. Ich wollte es. Ich wollte alles. Alles von ihm. Er hatte mich und ich wollte, was immer ich von ihm bekommen konnte.
War das krank? War ich krank? Es war doch nur normal, nur logisch, dass ich ihm alles von mir gab und er mir dafür alles von sich gab. Auch wenn ''alles'' bei mir und bei mir unterschiedliche Bedeutungen hatten. Es war einfach seine Art, seine Art menschlichen Kontakts, seine Art von Nähe, seine Art zu... zu lieben.
„Du stehst drauf, hm? Wenn ich dir über den Rücken kratze, dich warten lasse, dich ein bisschen quäle, dich beiße, bis es ein wenig blutet. Du bist gar nicht so unschuldig.“ Seine Fingernägel gruben sich in meine Haut, kratzten über meine Schulter. Der Schmerz war elektisierend.
„Du hast sie mir genommen“, flüsterte ich heiser. „Du hast sie mir genommen, meine Unschuld.“
Er lachte leicht. „Ja. Und wie ich das genossen habe. Wie ich es immer wieder genieße, zu sehen, wie du deine Unschuld verlierst und ganz ungestüm in meinen Armen wirst.“ Er beugte sich wieder über meinen Rücken, ließ jetzt seine Zunge über meine Haut kratzen, hinterließ kleine Bissmale. Tief mich immer höher und höher. Allein dadurch. Allein durch dieses kleine Schmerzspiel.
„Tue es“, kam es mir [wieder] über die Lippen. „Nimm sie mir nochmal. Nimm mir nochmal meine Unschuld. Ahhhhhhh!“ Ich hatte den Satz kaum beendet, da war er bereits mit einem einzigen harten Stoß in mich eingedrungen.
„Leise“, sagte er. „Du musst leise sein.“ Befehlston. Ich schob mir meine eigene Hand in den Mund, biss auf sie. Das Alles erregte mich nur noch mehr. Unablässig drückte ich jetzt meinen Penis gegen das Tischbein. Da war keinerlei Beherrschung, keinerlei Zurückhaltung mehr übrig.
„Was machst du denn da? Böser Junge.“ Seine Stimme klang ein wenig verärgert. Zuerst wusste ich nicht, was er meinte. Doch dann schloss sich seine Hand um mein Glied. „Hahhhnghhh“, stöhnte ich unterdrückt und bewegte meine Hüfte noch heftiger, wollte, dass er mich befriedigte, aber er schloss seine Hand nur fester um mein Glied, den Daumen auf meine Spitze drückend. „Dummer Junge.“
„Aka... shi...“ Endlich begann er sich in mir zu bewegen und er hielt sich nicht zurück. Wie er gesagt hatte, wir hatten nicht viel Zeit.
„Haaahh... Haaaahhh...“ Er atmete mehr schwer, als wirklich zu stöhnen. Seine Finger gruben sich tief in meine Seite, während er sich immer wieder rein und raus bewegte und das immer schneller und immer härter.
Er traf meinen Punkt, mehrmals. Aber er ließ mich nicht kommen, hielt mein Glied eisern umfasst. Irgendwann verlor ich jegliches Gefühl für Raum und Zeit. Wie lange taten wir das hier schon? Würde es jemals ein Ende haben? Oh bitte, es sollte niemals ein Ende haben, niemals! Einfach immer auf dieser Lustwelle weiterreiten... Ich nahm die Hand aus dem Mund und stöhnte lauter und lauter, um den Druck, der sich in meinem Unterleib aufbaute, irgendwie Ausdruck und ein wenig Erleichterung zu verschaffen.
Akashi hielt inne. Verwirrt und keuchend sah ich zu ihm. Er schüttelte bloß mit dem Kopf, beugte sich über mich und presste mir seine Hand auf den Mund. Hilflos stöhnte ich dagegen, als er weitermachte. Ich fasste nach seinem Arm, wollte... Seine Finger glitten in meinen Mund. Das war besser. Das war sehr viel besser. Ich umspielte sie mit meiner Zunge, saugte an ihnen, biss leicht in sie.
„Tetsuya“, seufzte er meinen Namen dicht an meinem Ohr. Sanft, er sagte meinen Namen irgendwie sanft. Sanft und vorsichtig, wie dieser Kuss am Anfang. Hatte... Hatte er vor irgendetwas Angst?
Der Gedanke verflog gleich wieder, ging unter im Meer der Lust. Denn er fing an, mit seinem Daumen über meine Eichel zu reiben und das gab mir den Rest. „Ahhhhhhhghhhh!“, stöhnte ich, gedämpft durch seine Finger und spritzte unter den Tisch ab.
„So... eng...!“, murmelte Akashi genießerisch und bewegte sich weiter grob in mir, rieb heftig über meine Eichel. „Ahhhhhhhhh!“, stöhnte er schließlich leise direkt an meinem Ohr, als er kam. Er küsste mich, stöhnte in meinen Mund und ich kam tatsächlich ein zweites Mal.
„Ah, wir können nicht... Verdammt, ich würde wirklich gerne...“, seufzte er zusammenhangslos und schüttelte über seine eigenen Worte den Kopf. Er lächelte mich an, ein ehrliches Lächeln, das gleich wieder verschwand. Er schüttelte erneut mit dem Kopf, lehnte sich zurück und zog sich aus mir raus, entsorgte das Kondom, schloss seine Hose wieder und verließ einfach den Klassenraum.
Ich schaffte es irgendwie, mir die Hose hochzuziehen und mir das Oberteil, das Akashi irgendwann auf meinen Stuhl gelegt hatte, wieder überzuziehen. Dann sank ich auf den Boden, zog die Beine an die Brust. Mit dem Handrücken wischte ich mir über die feuchten Augen, lachte freudlos, lachte mich selbst aus. Warum weinte ich denn? Ich wusste es nicht.
Vielleicht wollte ich doch etwas anderes. Vielleicht war das Alles nicht richtig. Akashi war nicht richtig, das dachte ich manchmal. Etwas mit ihm, an ihm war nicht richtig. Er war nicht richtig für mich. Er machte mich falsch, machte mich kaputt, machte mich schmutzig.
Ich schlang die Arme um meinen Oberkörper, versuchte das Zittern verschwinden zu lassen, versuchte, mich zusammenzureißen. Ich konnte das. Ich konnte tun, als wäre alles normal. Als wäre Akashi bloß mein Mitschüler, der Captain des Basketballteams. Nicht mehr und nicht weniger.
Doch was hatte das für einen Sinn? Was hatte das Alles überhaupt für einen Sinn? Hatte es einen? Gab es überhaupt sowas wie ''Sinn''?
Ich drückte das Gesicht auf meine Knie und dachte an sein Lächeln von eben. Er war so schön, so wunderschön, wenn er so ehrlich lächelte. Er strahlte dann. Ich wollte dieses Lächeln öfter sehen, wollte ihn immer so lächeln lassen. Ob ich das könnte? Ob ich es schaffen könnte, bevor er mich zerstörte? Ich würde es probieren. Ich würde alles probieren, für ihn.

PWP: Im Verlieren gefunden

Diesen OS habe ich als Beitrag zu meinem Shipping-Adventskalender geschrieben, zum 3. Dezember.
Viel Spaß beim Lesen. :)

Pairing: RinHaru
Fandom: Free!


Im Verlieren gefunden

Rins Sicht


In letzter Zeit kam er oft vorbei und blieb lange. Es störte mich nicht, überhaupt nicht. Wir redeten über Literatur, Literaturtheorien, Geschichten, die wir gelesen und gehört hatten, Geschichten, die wir uns selbst zusammenspammen. Manchmal saßen wir nur da und dachten uns Geschichten aus. Es war verrückt. Wir waren verrückt. Und ich liebte es. Ich liebte es so sehr.
Und ich liebte ihn.
Oh, wie sehr ich ihn liebte. Ich liebte alles an ihm. Wie abwesend sein Blick wurde, wenn er in einer Träumerei versank und vergaß, wo er war und dass er nicht alleine war. Wie stark die Gefühle in seinen Augen glänzen konnten, obwohl sein Gesichtsausdruck kaum verriet, dass er überhaupt in irgendeiner Weise berührt war. Wie leidenschaftlich er von manchen Dingen reden konnte. Wie fantasievoll seine Gedanken waren. Wie er formulieren und erzählen konnte. Wie weich und voller Begeisterung seine Stimme dabei war.
Wenn er bei mir war und wir redeten, schien er immer voller feuriger Leidenschaft zu sein. Ob da zum Teil auch Leidenschaft für mich drinsteckte? Das wusste ich nicht und ich war mir nicht sicher, ob ich es wissen wollte, wissen wollen sollte.
Es würde die Dinge sehr kompliziert machen, wenn wir... das Gleiche fühlen und... uns näher kommen würden. Es könnte alles zerstören, unsere beiden Leben, unsere beiden Träume.
„Rin?“
„Hm?“
Ich blickte zu ihm. Er saß mir gegenüber auf meinem Sofa, die Beine in meine Richtung ausgestreckt, sodass sie leicht meine berührten. Ich saß im Schneidersitz, ein paar Unterlagen auf den Beinen. Er hatte auch Sachen auf seinen Beinen liegen, Mappen, einen Ordner, einen Block, Hefte, ein mit Delfinen bedrücktes Mäppchen, in dem seine Stifte drin waren.
Allein, dass er mich Rin nannte, war eigentlich schon nicht richtig. Ich sollte Matsuoka-senpai oder wenn zumindest Rin-san für ihn sein, nicht einfach nur Rin. Er sollte mich nicht einfach so beim Namen nennen. Aber na ja... irgendwann hatte ich ihm das mehr oder weniger angeboten, weil ich außerhalb der Arbeit nicht wirklich auf meinen Nachnamen reagierte und er hatte entschieden, jegliche Höflichkeit wegzulassen und es hatte mich nicht gestört. Es störte mich auch jetzt nicht. Aber das sollte es! Das sollte es!
Ach verdammt.
„Ich hab keine Lust mehr“, seufzte Haru und begann kurzerhand die Sachen auf seinen Beinen aufzuräumen und in seine Tasche, die neben dem Sofa auf dem Boden stand, zu räumen.
„Hast du nicht gesagt, du musst das bis morgen fertig haben?“, fragte ich.
„Es bringt nichts, wenn ich mich nicht konzentrieren kann“, erwiderte er und ich wollte etwas erwidern, aber sein Blick war viel zu intensiv. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte.
Mit einem kleinen Seufzen legte ich meine Unterlagen ebenfalls zur Seite. „Ich denke, ich kann das auch später noch machen“, murmelte ich. Haru hatte ja recht. Wenn man sich nicht konzentrieren konnte, hatte es recht wenig Sinn und es war nicht fair den Dingen, die ich zu tun hatte und den Leuten, die von diesen profitieren sollten, gegenüber.
Aber ich fragte mich gerade, ob ich mich jemals wieder würde konzentrieren können, wenn das hier so weiterging. Vielleicht sollte ich ihm besser sagen, dass er nicht mehr kommen durfte. Ich sollte Arbeit und Privatleben strikter trennen, zumindest was den Umgang mit den Studenten anging. Nicht, dass ich jeden Student in meine Wohnung einladen und mit ihm den ganzen Rest des Tages oder auch meine freien Tage verbringen würde. Da war Haru der Einzige.
Haru. Ich sollte ihn auch nicht einfach Haru nennen. Nanase-san wäre das Richtige oder Haru-san. Nicht einfach nur Haru. Aber dafür war es zu spät, längst zu spät.
Es war wohl für alles längst zu spät, als Haru mir plötzlich näherkam, gefährlich nahe und er löste seinen Blick dabei nicht von mir, sodass ich gar nichts machen konnte. Ich starrte ihn bloß an, den Mund halb geöffnet, überrascht, erwartungsvoll, ein wenig ängstlich vielleicht. Ja, das Alles machte mir eine Scheißangst.
Das letzte Mal, als ich verliebt gewesen war, war das Ganze nicht sonderlich gut ausgegangen und jetzt hatte ich mich in einen Studenten, der bei mir die Vorlesung und das Seminar besuchte, verliebt! Das Schicksal schien es echt nicht gut mit mir zu meinen.
Haru schien mich auch quälen zu wollen, aber es war eine süße Qual, die süßeste Qual überhaupt. Er schob sich zwischen meine Beine und lehnte sich mit dem Rücken an meine Brust, den Kopf an meine Schulter gelehnt. Mein Herz stotterte und überschlug sich abwechselnd, was er sicherlich spüren konnte. Ob seines sich genauso verhielt? Er war doch nicht so ruhig, wie er nach außen hin wirkte, oder?
Obwohl wir uns jetzt schon fast seit zwei Monaten jeden Tag sahen und er mindestens zwei Mal unter der Woche und meist noch am Wochenende bei mir war, fiel es mir noch immer schwer, ihn einzuschätzen. Was dachte er? Was fühlte er? Was wollte er? Und wusste er, wie es mir ging? Was ich fühlte? Was ich dachte? Was ich wollte?
Wollte ich, dass er das wusste?
„Du bist ganz verkrampft“, meinte er und nahm einfach meine Hand. Ich hatte sie wohl zur Faust geballt. Behutsam strich er über meine Finger und ich öffnete meine Hand vorsichtig. Es kitzelte und kribbelte, als er mit dem Finger über die Innenfläche meiner Hand strich. Das Kribbeln strahlte bis in jeden Winkel meines Körpers. Ich konnte kaum noch atmen. Und das nur von einer so simplen Berührung! Ich träumte aber auch schon viel zu lange davon und er tat es einfach, als wäre es das Leichteste und Selbstverständlichste der Welt. Ich beneidete ihn darum, um diese Ungezwungenheit in allem, was er tat. Vielleicht war das aber auch nur ich, der ihn auf diese Weise sah. Ich wusste einfach nicht, was in ihm vorging. Ob ich...?
„W-Woran denkst du?“, brachte ich hervor und versuchte mich ein wenig zu entspannen. Er war warm, sein Körper und er roch gut, nach Apfel oder so, vielleicht auch Limette oder Zitrone.
„Daran, dass es nicht fair ist“, sagte Haru und drehte leicht den Kopf, dass er mich jetzt anblickte. Sein Gesicht war meinem so nah, ich spürte seinen Atem auf meiner Haut. Seine Lippen sahen einladend weich aus.
„W-Was meinst du?“ Ich wusste nicht, warum ich das sagte. Denn natürlich wusste ich, was er meinte, wovon er sprach. Er war nicht doof. Ihm war bewusst, dass wir etwas taten, was wir nicht tun sollten, was wir nicht tun durften, was eigentlich verboten war.
Mein Herz blieb fast stehen, als er sich umdrehte und mir nun ganz zugewandt war, auf den Knien zwischen meinem Beinen saß und mich ansah, sein Gesicht dicht vor meinem. In seinen Augen brannten seine Gefühle, doch sein Gesicht war unbewegt, wie so gut wie immer. Ich hatte keine Ahnung, was er als nächstes tun würde. Ein Teil von mir konnte es sich denken, aber der Rest von mir konnte und wollte und durfte es nicht glauben. Wir hatten doch schon genug Grenzen überschritten, wenn wir jetzt auch diese hinter uns ließen... Uns würde nichts mehr halten können.
Und fuck, das war genau das, was ich wollte.
Es war so falsch, aber es fühlte sich so richtig an. Er und ich, das war einfach... sowas wie Schicksal. Wenn es sowas wie Schicksal gab. Ich wollte, dass es das gab, für Haru und mich. Es sollte unser Schicksal sein, zusammen zu sein. Denn wir konnten nichts dagegen tun, gegen das Schicksal waren wir machtlos. Wir hatten keine Wahl. Selbst wenn wir uns zusammenreißen würden...
Er tat es. Seine Finger berührten die eine Seite meines Gesichts, seine Hand umschloss meine Wange. Gleich darauf berührten seine Finger auch die andere Seite meines Gesichts und seine Hand umschloss auch die Wange. Seine Lippen teilten sich und ein wunderschönes Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus. Er lächelte so selten. Doch wenn er es tat, war es, als würde die Welt anhalten, damit sein Lächeln gebührend bewundert werden konnte. Dennoch war er immer viel zu schnell vorbei, dieser eine, unendliche Moment seines schönsten Lächelns.
Ich konnte meine Augen nicht gleich schließen, als er seine schloss und sein Gesicht sich auf meines zu bewegte. Er sah so losgelöst aus. Seine Mundwinkel waren noch immer ein wenig nach oben gerichtet. Er war glücklich. Wie könnte ich ihn jetzt von mir stoßen? Wie könnte ich jetzt sagen, dass er es lassen sollte? Ich wollte es viel zu sehr und meine Kehle war viel zu zugeschnürt. Es gab jetzt keine Worte mehr, kein Zurück, kein Nein, kein Aber. Nur uns.
Das hatte es schon immer gegeben, von Anfang an. Nur uns. Nur uns beide. Vielleicht war es wirklich Schicksal.
Seine Lippen waren noch weicher, als ich gedacht hatte und sein Mund noch feuchter, seine Zunge unheimlich geschickt. Es fing zärtlich an, fast vorsichtig, aber ich konnte deutlich spüren, wie sehr er sich danach gesehnt hatte. Es ließ mein Herz verrückt spielen. Ihm war es genauso ergangen wie mir.
Der Kuss wurde härter, gröber, verlangender, haltloser. Es gab so viele wunderschöne Worte dafür. In diesem Moment fielen sie mir nicht alle ein, aber jedes Einzelne von ihnen traf es und traf es auch wieder nicht. Worte waren dafür, für dieses Gefühl, für diesen Moment nicht genug. Aber wer brauchte auch schon Worte? Körper sprachen eine so viel deutlichere Sprache.
Meine Hände fanden ganz von selbst den Weg an seine Hüfte, strichen über den Stoff seines Oberteils. Ich wusste schon in dieser Sekunde, dass es nicht dabei bleiben würde. Es war keine bewusste Entscheidung oder gar etwas Geplantes, rein gar nichts von all dem hier war in irgendeiner Weise geplant! Es passierte einfach, wir passierten.
Harus Hände wanderten in mein Haar und er saugte an meiner Unterlippe und ich dachte, ich müsste sterben.
Ich hatte nicht mehr daran geglaubt. Ich hatte meinen Glauben an die Liebe so gut wie aufgegeben gehabt. Ich war zu oft enttäuscht worden. Na ja, nicht wirklich zu oft, aber zu sehr. Jedes Mal hatte ich solche großen Hoffnungen, solche großen Erwartungen und so viele Vorstellungen und Wünsche und Träume. Die beiden Male, dass ich das Glück gehabt hatte, zumindest ansatzweise zurückgeliebt zu werden, war alles, was so schön in meinem Kopf gewesen war, auf die eine oder andere Weise, auf lange oder kurze Sicht zerstört worden. Ich war daran selber mit Schuld gewesen, eben wegen dieser bescheuerten, überspitzten Fantasien. Aber ich hatte stets mein Bestes gegeben, hatte nie aufgeben wollen, zu keinem Zeitpunkt. Ich hatte diese zwei Menschen wirklich geliebt und ich tat es immer noch, weil sie so wichtig für mich und mein Leben waren, immer sein würden, ob sie nun wirklich Teil meines momentanen Lebens waren oder nicht.
Jetzt kam mir das Alles unbedeutend vor. Ob Haru und ich eine Zukunft hatten? Ich wünschte es mir mehr, als alles andere. Aber es war nicht wichtig. Wichtig war nur dieser Moment. Bisher war es immer nur der Moment gewesen. Ich hatte nie gewagt, weiter zu denken. Ich würde jetzt nicht weiterdenken. Ich wollte nicht weiterdenken. Nur hier und jetzt.
„Rin“, löste Haru sich seufzend von mir. Tief ausatmend sah ich ihn an, hob eine Hand und berührte seine Lippen. Mir entwich ein kleines, ungläubiges, überraschtes Lachen. Als ich den Blick von seinen Lippen löste, musste ich doch tatsächlich feststellen, dass seine Wangen rot geworden waren. Er drehte das Gesicht zu Seite. Nervös. Er war nervös und es war ihm unangenehm und wichtig. Er tat das immer, wenn etwas... ein wenig zu viel war, ihn überwältigte. Das hatte ich schon herausgefunden.
Ich beugte mich vor und dieses Mal trafen meine Lippen auf seine. Wie er wollte ich eigentlich zärtlich und vorsichtig sein, aber ich konnte mich nicht zurückhalten, nicht mehr, nie wieder. „Haru“, flüsterte ich an seinen Lippen und legte meine Hände auf seine Schultern. Es passierte so schnell, dass ich es kaum mitbekam, aber im nächsten Moment lag er unter mir und blickte aus seinen wundervollen, blauen Augen zu mir auf. Seine Lippen waren gerötet vom Küssen und seine Wangen ebenfalls. Er atmete schwer. Ich wollte meinen Kopf auf seine Brust legen und seinem Herzschlag lauschen.
Aber vor allem wollte ich noch etwas ganz anderes tun und ich wollte nicht mehr warten, keine Sekunde länger. In einer Bewegung zog ich mir das Shirt über den Kopf und ließ in der nächsten Sekunde meine Hand unter Harus Oberteil gleiten. Er seufzte leise auf, fasste nach meinen Schultern und hob den Kopf. Ich neigte mich zu ihm runter und dieses Mal hörten wir nicht auf, uns zu küssen.
Seine Arme schlang er um meinen Nacken, hielt mich bei sich unten und grub die Hände in mein Haar, was einen heftigen Schauer über meinen Rücken schickte. Währenddessen fuhren meine Hände über seinen Oberkörper. Mit den Fingern der einen streifte ich seine Brustwarzen. Die andere Hand streichelte über seinen Bauch und steifte wie versehentlich den Bund seiner Hose.
„Rin!“ Es war schon fast ein Stöhnen, als mein Name erneut aus seinem Mund kam. Ich liebte es, wenn er meinen Namen sagte. Und ich liebte es, ihn so benommen und unkontrolliert wie jetzt gerade zu sehen. Er war völlig benebelt. Eine solche Wirkung hatte ich auf ihn. Unglaublich. Unfassbar. Und schön. Unglaublich und unfassbar schön.
Ich erschrak ein wenig, als Haru nach meinem Handgelenk griff und meine Hand tiefer nach unten schob. „Bitte“, flüsterte er. „Rin, bitte.“ E-Er flehte mich an. E-Er bettelte. Ich hätte nicht gedacht, dass es noch besser werden könnte. Ich hatte immer gedacht, ich würde irgendwann derjenige sein, der bettelte. Was wirklich erbärmlich gewesen wäre, als sein Professor. Aber ich hätte es ohne Frage getan. Mir wäre irgendwann nichts anderes übrig geblieben. So schlimm stand es um mich.
„Wir können dann nicht mehr zurück“, sagte ich mit zittriger Stimme. Meine Hände waren aber ganz ruhig, als sie er sich aufsetzte und ich ihm das Oberteil über den Kopf zog. Ich umarmte ihn, drückte unsere nackte Haut aneinander. Er umarmte mich genauso fest zurück.
„Zurück? Wo soll das sein?“ Er lächelte, ein kleines Lächeln, dass aber deshalb nicht weniger schön war. Er war immer schön, so wunderschön. Er war die perfekte Mischung aus süß und sexy. Ich bekam nicht genug davon, ihn einfach nur anzusehen. Ich würde nie genug von ihm bekommen können.
Unsere Lippen und Zungen gerieten in ein neues Spiel, einen neuen Kampf und schienen nie wieder stoppen zu wollen. Wir wollten nie wieder stoppen.
Seine Hände waren überall, fuhren über meinen Körper, spielten mit meinen Brustwarzen. Es gab keine Stelle mehr, die nicht kribbelte. Unterdessen leckte ich an seinem Hals und biss leicht in die weiche Haut. „Ahhhh“, entwich es ihm und er rekelte sich unter mir auf dem Sofa, sah mich auffordernd aus halb geschlossenen Augen an.
Ich zögerte nicht länger, sondern kam seiner Bitte nach und ließ meine Hand in seinen Schritt gleiten. Sanft strich ich über die Beule in seiner Hose. Sein Stöhnen war dieses Mal lauter. Er saugte wieder an meinen Lippen, schien mich aber nicht mehr richtig küssen zu können oder zu wollen. Fast unsanft drückte er meinen Kopf in Richtung seiner unteren Hälfte, als ich von seinem Hals abließ. „Bitte, Rin...“, kam es ihm wieder über die Lippen und wohl weil ich nichts tat, öffnete er die Augen für einen Moment ganz, seufzte erotisch. „Bitte, Rin-sensei.“
Mir wurde heiß, richtig heiß. Die Verbotenheit dieser Situation! Wäre er mein Schüler und ich sein Lehrer... Wäre er minderjährig... Hätte ich mich dann zusammenreißen können? Das hier war weniger schlimm, oder? Das Verhältnis von Professor zu Student war schließlich ein anderes als von Lehrer zu Schüler, nicht?
Egal. An diesem Punkt war es egal und sowieso, wenn beide es wollten... Es war nicht so, dass er irgendeinen Vorteil dadurch erhielt. Abgesehen vielleicht von der vielen Zeit, die ich mit ihm verbrachte und während der wir oft über unser Fach redeten... Aber das war etwas, dass ich in meiner Freizeit tat. Es hatte nicht direkt mit dem Ganzen zu tun. Es...
Diese Gedanken waren zu verwirrend. Ich konnte jetzt nicht denken. In Harus Nähe konnte ich sowieso nicht denken. Und jetzt gerade noch viel, viel weniger. Das mein Kopf überhaupt noch irgendetwas ausspuckte, war wirklich erstaunlich.
„Rin-sensei“, stöhnte Haru erneut und ich sah, wie eine seiner Hände in Richtung seiner Erektion wanderten. Ich umfasste sein Handgelenk und hielt ihn auf. Jetzt war ich es, der ihn verführerisch anblickte. Ich führte seine Hand an meine Lippen und schob mir jeden Finger einzeln nacheinander in den Mund. Aus großen Augen und immer wieder ruckartig einatmend sah Haru mich an. Ich lächelte bloß, als ich fertig war und öffnete den Verschluss seiner Hose.
Sein Glied war schon ganz feucht, fast als wäre er schon gekommen oder zumindest schon eine sehr lange Weile erregt. Hatte-Hatte er sich deshalb nicht konzentrieren können? Erneut jagte eine heiße Welle durch meinen Körper und ich spürte wie mein eigener Penis nach Aufmerksamkeit verlangend gegen den Stoff meiner Unterwäsche drückte.
„Ahhhhh... Nggghhh... Ahh... Haaaah!“, stöhnte Haru unter mir, kaum dass ich ihn anfasste. Die Hand, deren Finger ich in den Mund genommen hatte, war an seinen Hintern gewandert, ohne dass ich es gemerkt hatte. Sanft schob ich sie weg, leckte noch einmal über die Finger, lächelte und schob meine eigenen Finger in meinen Mund.
Oh fuck. Ich war wirklich schon hart an der Grenze. Es forderte alle Selbstbeherrschung mir nicht zwischen die Beine zu greifen. Ich hatte in letzter Zeit immer so viel zu tun gehabt. Nicht mal morgens unter der Dusche hatte ich Zeit gehabt. Und wenn ich seit gehabt hätte, hatte ich sie mit Haru verbracht, was in der Hinsicht ziemlich kontraproduktiv war. Ein Wunder, dass ich bisher keine größeren Probleme gehabt hatte.
Haru streckte die Hände aus, während ich seine Lust langsam steigerte. Er streckte die Hände nach meiner Hose aus. Ich kam ein bisschen näher und er setzte sich ein wenig auf. Seine Finger waren kein bisschen zögernd, auch wenn er ein bisschen nervös zu sein schien. Danach sah zumindest die Geste aus, mit der er sich die Haare aus der schweißnassen Stirn strich. Sie fielen sofort wieder an ihren Platz zurück, weil sie zu kurz waren.
Mit der freien Hand fuhr ich durch sein Haar, griff hinein und zog sein Gesicht zu mir. Er stöhnte sehr laut an meinen Lippen und bewegte unruhig seinen Hintern. Wenn ich nicht aufhörte, würde er jede Sekunde kommen, so wie er die Lippen aufeinander presste und sich an meinen Armen festhielt.
Behutsam ließ ich seinen Penis los, schob nun doch ihm meine Finger in den Mund und brachte ihn wieder in eine liegende Position. Die Hose zog ich mir selbst runter. Er hatte es nur geschafft, sie zu öffnen, bevor sein Lustgefühl zu stark geworden war.
„Ich will...“, murmelte. „...will ich ihn vorher anfassen! Mhhh... Nghh... Ihn in den... Mund nehmen.“
Wieder eine Welle der Hitze. Dieses Mal musste ich nach meiner Erektion fassen. Ich wäre fast gekommen. In meiner Hose. Wie peinlich wäre das denn bitte gewesen.
„I-Ich glaube nicht, dass ich das... dass das so eine gute Idee wäre.“ Ich lachte und es klang super nervös. Haru sah mich aus traurigen Augen an, als wäre gerade eine Welt für ihn zusammengebrochen, was mein Herz fast brechen ließ. So hatte ich ihn auch noch nie gesehen, wirklich traurig und verlässt. Er schien ehrlich enttäuscht von mir. Auch wenn ich mir nicht ganz sicher war, ob er nicht vielleicht doch nur mit mir spielte und mich ein wenig ärgern wollte.
„Okay“, lenkte ich etwas widerwillig ein. „Aber nur kurz.“ Das klang, als wäre ich ein Elternteil, der ihm etwas zeitlich begrenzt erlaubte. Ob ihm das gefiel? Ob ihm der Altersunterschied gefiel? Es waren immerhin 10 Jahre. Das war eine große Zahl...
Jegliche Gedanken verschwanden endgültig aus meinem Kopf, als Haru sich zwischen meine Beine kniete und den Kopf nach unten an mein Glied führte. Auch dort fühlten sich seine Lippen unheimlich weich an, fast nicht wie Lippen, sondern wie warme Wolken, die mich streiften. Ich biss mir hart auf die Unterlippe, als er den Mund weit öffnete. Den Kopf legte ich in den Nacken, die Augenlider presste ich aufeinander, eine Hand in seinem Haar vergraben, mit der anderen die Lehne der Couch umfassend.
Es war gut, dass ich ihn nicht ansah. Ihn dabei anzusehen, hätte mich ohne Zweifel sofort kommen lassen. Jetzt war es auch hart an der Grenze, sogar über der Grenze eigentlich, aber ich schaffte es, in dem ich den Atem möglichst flach hielt, mich zusammenzureißen. Es war furchtbar schwer, aber ich schaffte es.
Das Prinzip von „nur kurz“ schien Haru allerdings nicht so ganz verstanden zu haben. Ich musste ihn ein wenig groben von meinem Penis lösen, damit ich nicht doch in seinem Mund kam. „Das war gefährlich“, sagte ich verärgert. Er machte ein unschuldiges Gesicht. Vielleicht wusste er es wirklich nicht besser. Allerdings grinste er dann, also war er vielleicht auch nur einfach sehr gut im Einschätzen und mich ärgern oder tat zumindest so. Was auch immer. Es gefiel mir, sehr, mehr als ich zugeben wollte.
Unsere Zungen und Lippen begegneten sich wieder, während ich unsere Penisse aneinanderdrückte und leicht pumpte. Immer wieder seufzten wir in den Mund des anderen. Ich wollte nicht, dass es aufhörte, niemals. Diese Nähe... Ich hatte kaum davon zu träumen gewagt und jetzt war es Wirklichkeit!
Zum zweiten Mal befeuchtete ich meine Finger und tastete nach seinem Eingang. Ein hoher, genussvoller Laut kam aus seinem Mund, als ich ihn gefunden hatte. Ich löste unsere Münder voneinander und betrachtete ihn dabei, wie die Lust ihn wieder und wieder aufs Neue überwältigte. Sein Glied in meiner anderen Hand, und meines eben so, zuckten unkontrolliert. Ob er wohl auch so lange, viel zu lange, auf diesen Moment gewartet hatte?
„Ich hab kein Gleitgel hier und auch kein Kondom“, sagte ich, nachdem ich ihn soweit hatte und meine Finger aus ihm zog. Keuchend hielt er sich an mir fest, den Kopf über meine Schulter gelegt. „Egal“, murmelte er. „Tue es, Rin.“ Das brauchte er mir nicht zwei Mal zu sagen.
Vorsichtig brachte ich uns wieder in eine liegende Position und schob mein pulsierendes Glied an seinen Eingang. „Ahhh!“, stöhnte er und krallte sich in meinen Rücken, mein Haar. Seine Beine schlangen sich um meine Mitte. Er lud mich geradezu ein oder zog mich eher in sich. Eine Einladung hatte ich sowieso nicht mehr gebraucht, nicht mehr lange zumindest. Nicht mehr lange und ich hätte mich einfach vergessen.
Ich vergaß mich auch jetzt, vergaß alles und ließ ihn alles vergessen. Wir waren einfach zwei schwitzende Körper, die Liebe miteinander machten.
Er war eng, furchtbar, wunderbar eng. Eine Weile musste ich warten, bis er sich etwas entspannte. Dabei verteilte ich Küsse auf seiner Brust, seinem Gesicht, leckte spielerisch über seine Lippen und biss leicht in eins seiner Ohren. Endlich begann er sich wieder unter mir zu bewegen. Er drückte den Rücken durch, sodass ich noch tiefer in ihn eindrang.
„Rin! Rin!“, schrie er haltlos. Ich küsste seine wundervollen Lippen, zog mich ein wenig zurück und stieß wieder in ihn. „Ahhhhhhhhh!“ Seine Fingernägel kratzten über meine Haut. Er umfasste mein Gesicht, küsste mich hart. „Mehr, mehr! Tiefer, härter...“, seufzte er ungehalten.
„Wie du willst“, lächelte ich und ließ ihn seinen Verstand verlieren und verlor dabei meinen eigenen ebenso, als ich mich immer schneller in und aus ihm bewegte. Mit einer Hand stützte ich mich neben seinem Gesicht ab, blickte auf ihn hinab. Meine andere Hand befriedigte noch zusätzlich sein Glied.
Wir erreichten schnell den Punkt, an dem ich mich für kurze Momente etwas zurückhalten musste. Ich wollte es vollkommen auskosten, so lange in die Länge ziehen, wie irgendmöglich.
Wer wusste schon, was hiernach kommen würde. Wer wusste schon, wann wir es wieder tun konnten, ob wir es überhaupt wieder tun würden. Das waren traurige Gedanken, aber in dieser Sekunde bedeuteten sie keine Traurigkeit. In dieser Sekunde beschrieben sie bloß die Wichtigkeit, die Bedeutsamkeit dieses Moments und machten ihn sogar besser, so viel besser.
„Haru.... Ahhhhhh... Haru...“ Wir küssten uns wieder, sahen uns in die Augen, lächelten. Ich war so verliebt. Ich war so glücklich. Alles war diesen Moment wert, alles.
„Ich habe mich in dich verliebt“, flüsterte Haru, als hätte er meine Gedanken gelesen. „Ich weiß, es ist bescheuert und wir kennen uns noch gar nicht so lange, aber ich liebe dich.“ Wie fand er jetzt die Zeit, die Geduld für solch klare Worte? Aber ich fühlte es auch, klarer als alles andere, selbst in diesem Zustand gesteigerter Lust.
„Scheiße, ich liebe dich auch. So sehr. Haru“, stieß ich hervor und küsste ihn leidenschaftlich. Ich konnte die Tränen nicht aufhalten und konnte nichts tun, als er sie mir von den Wangen leckte.
Als ich mich wieder mehr bewegte, schienen alle Gefühle noch einmal um ein vielfaches verstärkt worden zu sein. Ich fühlte, roch und sah alles. Es war so intensiv, jede Kleinigkeit. Es brannte sich in mein Gedächtnis, wie nichts jemals zuvor.
„R-Rin!“, schrie Haru plötzlich auf und klammerte sich noch fester an mich. „Ahhhhhhhhhhhh! Hahhhhhhh!“ Warm floss die weiße Flüssigkeit über meine Hand, spritzte auf seinen Bauch und seine Brust, meinen Bauch.
Ich wollte mich rechtzeitig aus ihm zurückziehen, aber er ließ mich nicht, hielt mich und ich konnte nichts tun. Nichts gegen und nichts für irgendetwas. Ich konnte nur loslassen, mich verlieren, wie ich das schon die ganze Zeit getan hatte.
„Ahhhhhhhhh, Haru! Ahhhhhhhh... Nghhh... Hahhhhhh!“, kam ich in ihm.
Bevor ich auf seine Brust fiel, schaffte ich es, uns umzudrehen, sodass er auf meiner Brust lag. Ich lauschte unserem lauten, sich langsam normalisierenden Atem, spürte seinen schnellen Herzschlag. Seine Finger streichelten über meine Haut.
„Das war heftig“, sagte er, legte seinen Kopf auf meine Brust und schloss die Augen.
„Ja“, erwiderte ich bloß und strich über seinen Kopf, spielte gedankenverloren mit seinem Haar. Verloren. Ich war wirklich verloren. Wir waren verloren. Wir hatten uns aneinander verloren.
Was auch immer aus uns werden würde, was auch immer passieren würde, wir waren bereits verloren und das war gut so. Wer wollte schon auf dem richtigen Weg sein und ihn kennen, wenn man sich in der Liebe verlieren konnte? Ich jedenfalls nicht und Haru, der gerade auf meiner Brust eingeschlafen war, auch nicht, da war ich mir sicher.
Wir hatten uns verloren und wollten nie wieder gefunden werden.


Freitag, 12. Juni 2015

52/52 Challenge: Lebensfeuer

Die letzte Kurzgeschichte, Nr. 52!
Waaaah, damit habe ich jetzt die 52/52 Challenge geschafft! Gerade noch rechtzeitig, am letzten Tag. ;D Aber ich hab's geschafft.
Es war nicht ganz leicht die letzten Monate. (Hust. Ist ja nicht so, als hätte ich ein ganzes Jahr Zeit gehabt. Hust.) Aber na ja, gut, solange ich es geschafft habe, ist ja alles in Ordnung. :D
Und es war wirklich toll. Sehr inspirierend und ich muss unbedingt die Kurzgeschichten von Pergamentfalter lesen! Sie hat ja die Challenge erst ins Leben gerufen. :)
Vielleicht schreibe ich nochmal ein ausführlicheres Fazit. ;D
Viel Spaß beim Lesen. :*

Wort: Feuer
Wörter: 571

Lebensfeuer

Es brannt. Und es schmerzt. Es schmerzt so sehr. Es zerfrisst mich, von innen nach außen. Und es wird niemals aufhören.
Ich schaue hinauf in den Himmel, die Hand auf meinem Herzen. Es schlägt und pocht in meiner Brust, ein stetiger Schlag, der Blut durch meinen Körper pumpt. Blut und Feuer.
Ich bin nicht, wie die anderen im Dorf. Ich mag so aussehen wie sie, so denken und fühlen, so handeln wie sie. Aber ich bin keine von ihnen. Ich bin kein Mensch und ich werde niemals ein Mensch sein.
Lange Zeit konnte ich es nicht akzeptieren, ja, wollte es nicht einmal glauben. Für mich war es nicht wahr. Ich verbannte es aus meiner Welt, verdrängte es, lief davor davon. Aber man kann nicht vor sich selbst davon laufen. Nicht für immer. Es ist eine aussichtslose Flucht. Am Ende wird die Wahrheit einen immer wieder einholen.
Ich hatte von Anfang an gewusst, dass ich anders war und auch was ich war. Ich hatte es jede Nacht in meinen Träumen gesehen, schon als kleines Kind, sicherlich sogar schon als Baby. Meine Zieheltern hatten mir erzählt, dass ich immer viel geschrien hatte und nicht einschlafen wollte. Genauso wie ich, als ich älter wurde, ebenfalls nicht hatte einschlafen wollen und es soweit wie möglich hinausgezögert hatte.
Wenn ich heute die Augen schließe, lächle ich über das, was ich sehe. Es ist die Geschichte meiner Vorfahren, die unweigerlich auch meine Geschichte ist. Ich bin stolz darauf, froh, ein Teil davon zu sein, anders zu sein.
Ich lasse meine Hand von meinem Herzen runter zu meinem Bauch gleiten. Ich weiß, dass das Feuer überall in mir ist, aber ich stelle mir gerne vor, dass es in meiner Mitte am stärksten brennt, als gäbe es dort eine Quelle, ein Urfeuer sozusagen.
Tief atme ich ein und aus. Meine Augen sind noch immer geschlossen. Ich rieche das Flusswasser und die Pflanzen und spüre den milden Wind durch meine Haare fahren. Es ist so ruhig und still, während es in mir immer laut und wild ist.
Es war schon immer da, das Feuer. Doch erst, als ich alt genug war, als ich 16 Jahre alt wurde, erwachte es und es ist noch dabei zu wachsen. Noch bin ich nicht einmal 18 und es wird wachsen bis ich 25 Jahre alt bin. Erst dann wird es aufhören. Bis dahin muss ich lernen, es zu kontrollieren.
Ich werde heute aufbrechen, zu den Feuermeistern, die hoch in den roten Bergen weit weg von dem Tal, in dem ich lebe, das ich mein Zuhause nenne, wohnen.
Ich öffne die Augen wieder und blicke über den schmalen Fluss hinweg auf die weiten Felder hinaus. Es ist so schön hier, so friedlich. Meine Mutter traf eine sehr gute Wahl, als sie mich hierher brachte, um mich vor denen zu retten, die unser Volk töteten. Ich bin ihr sehr dankbar. Für alles. Auch wenn sie bloß als Gesicht aus meinen Träumen kenne. Meist schaut sie verzweifelt, bestürzt, gehetzt, aber immer auch liebevoll und ganz zum Schluss lächelt sie jedes Mal und küsst mich auf die Stirn. Sie sagt mir: „Bleib stark und unerschrocken, kleines Drachenmädchen. Auf das dein Lebensfeuer niemals erlöschen möge.“
Ich werde ihre Worte nie vergessen. Ich werde alles tun, um stark und unerschrocken zu sein und mein Lebensfeuer ewig brennen zu lassen. Ihr zu liebe, unserem Volk zuliebe.
Denn ich bin die Letzte meiner Art, die letzte Überlebende, das letzte Kind der Drachen.

52/52 Challenge: Grau in Grau, Schwarzweiß oder das Weiße im Schwarzen II

Und die Nr. 51.
Jetzt wird 52 geschrieben!

Wort: Fieber
Wörter: 630

Grau in Grau, Schwarzweiß oder das Weiße im Schwarzen II

Stöhnend ließ Hendrik sich auf das Sofa fallen. Seine Glieder, sein ganzer Körper war so schwer, dass es ihm vorkam, als würde er nie wieder von diesem Sofa aufstehen können, nachdem er sich mühselig aus seinem Zimmer hierher geschleppt hatte.
Es war schon eine echter Kraftakt den Arm auszustrecken und die Fernbedienung in die Hand zu nehmen und auf den Knopf zu drücken, um den Fernseher einzuschalten.
Nein, tue das nicht!“, wurde er plötzlich von einem Aufschrei gefolgt von einem Husten in seinem Tun unterbrochen.
Erschrocken wandte Hendrik den Kopf und sah zwei Augen unter der Decke hervorblicken, die auf dem anderen Sofa lag. Jetzt erst erkannte er, dass unter dieser Decke jemand lag und zwar sein Mitbewohner Nale.
Man, hast du mich erschreckt“, beschwerte Hendrik sich, aber es klang sehr halbherzig. Er war weder wirklich verärgert noch wirklich erschrocken und auch sonst hätte er nicht die Kraft, sich groß über Nale aufzuregen. Er war einfach völlig erschöpft und am Ende und am Sterben und einfach sterbenskrank. Okay, es war wahrscheinlich nur ein grippaler Infekt oder sowas. Aber es war dennoch die Hölle!
Deswegen fragte er auch gar nicht nach, was Nale da eigentlich tat. Er schaffte es ja kaum, die Augen offen zu halten. Vielleicht sollte er wieder ins Bett, aber selbst schlafen war furchtbar anstrengend.
Fernsehen war vielleicht weniger anstrengend... Oder so. Irgendetwas musste er sich auf jeden Fall dabei gedacht haben, als er entschieden hatte, von seinem Zimmer ins Wohnzimmer zu wechseln. Vielleicht hatte er auch eigentlich gar nicht hier her gewollt? Keine Ahnung. Jetzt war er auf jeden Fall hier und würde erstmal hier bleiben.
Mach den wieder aus“, jammerte Nale. „Ich bin krank. Mach den Fernseher aus!“
Geh doch in dein Zimmer“, meinte Hendrik etwas irritiert und schaute zu seinem Mitbewohner rüber. So kannte er Nale gar nicht. Den musste es ja echt erwischt haben, wenn er schon so rumjammerte.
Ich glaube nicht, dass ich das schaffe. Mir war vorhin schon total schwindelig und Fieber habe ich bestimmt auch“, meinte er. „Und ich habe Angst, wenn ich mich bewege, das mir dann schlecht wird.“ Beim Sprechen bewegte sich die Decke, die er bis über seine Nase gezogen hatte. Wie konnte er denn darunter atmen?
Komme mir bloß nicht zu nahe. Schlecht ist mir bisher nämlich noch nicht. Aber ansonsten geht es mir auch ziemlich beschissen“, gab Hendrik zurück, schaltete den Ferseher aus und nahm sich ebenfalls eine Decke.
Eine Weile lagen sie so da, jeder auf seinem Sofa, jeder mit seiner Decke, jeder mit seinem Leid.
Hühnerbrühe oder Tee oder sowas würde bestimmt helfen“, meinte Nale irgendwann.
Ja, könnte schon sein.“ Hendrik atmete schwer. Das Nasenspray hatte er in seinem Zimmer liegen gelassen und seine Nase setzte sich gerade wieder zu.
Wunderbar“, murmelte Hendrik in die wieder eingekehrte Stille hinein. Nale gab irgendein undefinierbares Geräusch von sich. „Sag mal, wo ist eigentlich dein Optimismus geblieben? Und du quasselst auch gar nicht so viel wie sonst. Es muss wirklich ernst sein“, fragte Hendrik dann.
Nale grummelte irgendetwas. „Fieber darf man nicht unterschätzen“, meinte er.
Hendrik atmete tief durch den Mund ein und aus und musste husten. Klasse. Wirklich klasse. Krank sein war schrecklich. Wenn selbst Nale nicht fähig war, positiv zu denken...
Uns fehlt ein dritter Mitbewohner, der weder pessimistisch noch optimistisch ist. Jemand, dem alles gleichgültig ist“, stellte Nale fest.
Und was würde uns das bringen?“, wollte Hendrik wissen.
Na ja, wenn wir hier rumjammern oder du total demotiviert bist und ich total motiviert bin, kann er sich daneben stellen oder setzen und sagen, dass ihm alles egal ist.“
Und das bringt uns in wieweit etwas?“
Es wäre lustig.“
Du bist doch bescheuert.“
Danke.“
Das war kein Kompliment!“

Donnerstag, 11. Juni 2015

52/52 Challenge: Der Silberring

Nr. 50. \o/
Viel Spaß beim Lesen. :D

Fandom: Kuroko no Basket

Wort: Silber
Wörter: 1767


Der Silberring

Kurokos Sicht
Still lag ich in seinem großen Bett. Es war wirklich groß, viel größer als mein eigenes und eher für zwei Personen gemacht. Aber na ja, er war auch eine große Person, im Gegensatz zu mir. Er brauchte so ein großes Bett. Ich würde mich verloren fühlen, wenn ich so ein großes Bett hätte.
Jetzt gerade fühlte ich mich nicht verloren, obwohl ich alleine in diesem großen Bett lag. Wir hatten ja vorher zusammen hier drin gelegen. Wir hatten sogar mehr getan, als nur zu liegen. Ich fasste mir an die Wangen. Sie waren immer noch ganz warm. Mein ganzer Körper war immer noch ganz warm und pochte im Rhythmus meines schnellen Herzschlags. Einigermaßen zu Atem gekommen war ich aber zum Glück schon wieder.
Ich legte eine Hand über mein wild pochendes Herz und fragte mich, ob es je so schnell geschlagen hatte. Wie war es bei den anderen beiden gewesen? War es auch so heftig, so intensiv gewesen? Es war anders gewesen, das auf jeden Fall. Auch wenn Aomine und Kagami sich ähnelten, so war Kagami doch ganz anders als Aomine. Und Kise war sowieso anders als die Beiden. Wenn ich den größten Unterschied benennen sollte, würde ich sagen, dass Aomine und Kise beide sehr übermütig gewesen waren. Die Beiden hatten sich, mir, unserer Beziehung nicht viel Zeit gelassen. Sie hatten sich und mich Hals über Kopf hineingestürzt.
Kagami war anders, zurückhaltender, vorsichtiger, unsicherer. Ich mochte das sehr an ihm. Wobei ich es auch sehr mochte, dass er in vielen Dingen auch sehr sicher und entschlossen war. Er war einfach wundervoll.
Ich drehte mich auf die Seite und schaute auf die Badezimmertür, hinter der er vor ein paar Minuten verschwunden war. Er wollte schnell duschen, hatte er gesagt. Er wollte mir nicht zu viel auf einmal zu muten, hatte er gedacht. Es war so süß von ihm. Es machte das mit Uns zu etwas sehr Besonderem und ihn auch. Er verzichtete freiwillig auf mehr Sex, obwohl ich ganz sicher nicht Nein gesagt hätte und er das auch ziemlich sicher wusste.
In seiner Eile, schnell von mir wegzukommen, um seine Beherrschung nicht doch noch zu verlieren, hatte er vergessen, dass ich eigentlich derjenige von uns Beiden war, der eine Dusche oder ein Bad eher nötig hatte. Das würde ihm gleich sicherlich sehr leid tun und das wäre wieder sehr süß von ihm.
Ich lächelte vor mir hin, als mein Blick mit einem Mal auf etwas Glänzendes auf seinem Nachttisch fiel. Seine Kette mit dem Ring, die er immer trug. Als ich hergekommen war, hatte er sie in der Hand gehalten. Sie war ihm sehr wichtig, das war offensichtlich. Was sie ihm wohl bedeutete?
Vorsichtig setzte ich mich auf und nahm sie genauso vorsichtig in die Hand. Es war echtes Silber, der Ring und die Kette. Der Ring musste teuer gewesen sein. Ein Ehering? Von seinem Großvater oder seiner Großmutter vielleicht? Oder war einer seiner Elternteile bereits tot?
Ich verzog das Gesicht, aufgrund der Tatsache, dass ich es nicht wusste, dass wir erst so wenig übereinander wussten. Ich konnte es mir nicht erklären, warum ich nie auf die Idee gekommen war, ihn nach der Kette und dem Ring zu fragen. Genauso wenig konnte ich mir erklären, warum es bisher zwischen uns immer größtenteils um mich gegangen war. Er hatte schließlich genauso eine Vergangenheit, wie ich.
Ich fühlte mich etwas schlecht deswegen. Wenn er geduscht hatte, würde ich ihn ausfragen. Ich wollte unbedingt mehr über ihn wissen, so viel mehr, alles. So wie ich wollte, dass er alles über mich wusste.
Ich legte die Kette zurück auf den Nachttisch und wartete. Wie ich es mir gedacht hatte, war er etwas panisch, als er aus der Dusche kam. Dass zeigte auch das Handtuch, welches er um seinen Kopf gewickelt hatte. Das hatte er bestimmt vorher abmachen wollen. Ich konnte nur grinsen und etwas versuchen, ihn zu beschwichtigen, dass es nicht so schlimm wäre und ich sowieso erstmal hatte runterkommen müssen und mein Körper sich etwas hatte entspannen müssen.
Schließlich hatte ich ihn soweit, dass er aufhörte, sich zu entschuldigen und mir stattdessen bis in die Dusche helfen wollte, was wohl auch besser war. Meine Beine zitterten nämlich etwas, als ich aufstand. Meine Hüfte und mein Anus schmerzten sich besonders heftig, da kannte ich schlimmeres. Kagami war wirklich sehr sanft gewesen. Aber es war doch etwas länger hergewesen bei mir und spurlos ging sowas an einem Körper sowieso nie vorbei.
Also ließ ich mich etwas von ihm stützen, bis ich mich in dem recht kleinen Badezimmer irgendwo festhalten konnte.
Hier sind deine Handtücher. Duschgel, Shampoo kannst du natürlich alles benutzen. Wenn du noch was braucht, ruf mich“, meinte er und lächelte. Er klang irgendwie hektisch und er war nach wie vor ziemlich nervös. Vielleicht weil wir beide noch nackt waren und er noch immer Angst hatte, die Beherrschung zu verlieren. Er war wirklich unheimlich süß.
Danke“, erwiderte ich lächelnd.
Ich beziehe dann mal das Bett neu. Bis gleich.“
Er wollte schon aus der Tür raus, da rief ich ihn nochmal zurück: „Kagami?“
Hm?“
Er drehte sich zu mir um und sah mich fragend an. Ich tat, vielleicht etwas langsam, die zwei Schritte, die uns trennten, stellte mich auf die Zehenspitzen und drückte einen Kuss auf seine Lippen.
Es war toll. Du kannst dich entspannen. Es muss nicht perfekt sein“, lächelte ich. Er sah mich sprachlos an, wie immer, wenn ich so direkt war. Dass ihn das jedes Mal wieder so sehr überraschte. Ebenfalls wirklich süß von ihm.
Danke“, erwiderte er lächelnd und atmete tief durch. „Ich will einfach nur alles richtig machen.“
Machst du. Du brauchst dir wirklich keine Sorgen zu machen“, beteuerte ich noch einmal und küsste ihn ein zweites Mal, bevor er das Bad verließ und ich die Decke, mit der ich meinen Körper bedeckt hatte, fallen ließ und unter die Dusche stieg.
Als ich fertig war, meine Haare soweit trocken gerubbelt hatte und mir ein Handtuch umgebunden hatte, trat ich wieder in sein Zimmer und fand ihn erneut mit der Kette in der Hand vor. Dieses Mal saß er nicht auf der Bettkante, sondern saß richtig auf dem Bett, die Beine unter der Decke, aber das Bild war trotzdem sehr ähnlich und auch der Ausdruck auf seinem Gesicht.
Die Augenbrauen hatte er zusammengezogen und mich bemerkte er im ersten Moment gar nicht. Erst als ich etwas nähergekommen war, blickte er auf und legte die Kette mit dem Silberring schnell wieder auf seinen Nachttisch.
Deine Sachen liegen da vorne auf der Kommode. Aber wenn du bleibst.“ Er deutete mit einem Kopfnicken auf sein Fußende, wo ein T-Shirt und eine Boxershorts lagen. „Die Boxershorts ist in der Wäsche eingelaufen, also passt sie dir vielleicht.“
Bist du sicher, dass du dich in so einem Outfit und dann auch noch einem T-Shirt von dir, weiter so toll beherrschen kannst?“, fragte ich. Ich konnte einfach nicht anders. Und ich würde mich nie daran sattsehen, wie er errötete. Vor allem, weil es auch so wunderbar zu seinen roten Haaren und Augen passte.
Vielleicht solltest du doch besser gehen“, murmelte er und schaute zur Seite.
Du schafft das schon. Ich vertraue dir“, sagte ich, nahm die Sachen vom Fußende des Bettes und verschwand noch einmal kurz im Bad.
Das Shirt war schwarz und wirklich ziemlich groß. Die Boxershorts war auch etwas zu groß, aber es war gerade noch okay. Trotzdem war ich mir recht sicher, dass es Kagami um den Verstand bringen würde, mich so zu sehen.
Als ich aus dem Bad kam, war er zum Glück mit seinem Handy beschäftigt, sodass ich mich sehr leise zum Bett schlich, damit er mich nicht bemerkte. Wie er mich dann doch bemerkte, lag ich bereits neben ihm unter der Decke, die ich bis zur Nasenspitze hochgezogen hatte. Ich schielte zu ihm rüber, darauf bedacht, mich ja nicht zu bewegen.
Jetzt übertreibst du. Ich dachte, du vertraust mir“, meinte er etwas beleidigt und legte sein Handy zur Seite.
Ich vertraue dir, ja. Aber ich bin mir auch meiner Wirkung auf deinen Penis sehr bewusst“, erklärte ich.
Na, dann danke, dass du meinem Penis nicht vertraust.“ Er klang noch immer etwas beleidigt, musste dann aber lachen. „Wobei das vielleicht besser ist.“
Ich schlug die Decke etwas zurück, damit er mein Grinsen sah, das schnell zu einem glücklichen Lächeln wurde, während ich näher an ihn heranrückte und meinen Kopf an seine Hüfte lehnte.
Wollen wir schlafen?“, fragte er und strich mir durchs Haar. Der Ausdruck in seinen Augen war so liebevoll, dass ich mich augenblicklich total geborgen und Zuhause und richtig fühlte.
Ich schloss die Augen und genoss dieses Gefühl einfach für einen Moment. „Du kannst ja schon mal das Licht aus machen“, schlug ich vor, was er dann auch tat. Und er legte sich ebenfalls hin.
Ich schmiegte mich etwas an ihn, war aber vorsichtig. Wenn er sich vorgenommen hatte, sich zusammen zu reißen, wollte ich ihm diesen Vorsatz nicht kaputt machen.
Als er, ebenfalls etwas vorsichtig, einen Arm um mich legte und mich an sich drückte, legte ich meine Hände auf seine Brust und schaute in sein Gesicht. Langsam gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit.
Ich wartete noch einen Moment, bevor ich fragte: „Verrätst du mir, was es mit dem Silberring an der Kette auf sich hat?“
Er seufzte. „Ist eine lange Geschichte.“
Ich höre gerne zu.“
Er seufzte erneut. „Das würde die Stimmung ziemlich kaputt machen“, meinte er.
Ich glaube, nichts kann dieses Gefühl gerade kaputt machen. Und früher oder später wirst du es mir sowieso erzählen müssen.“
Er sagte erstmal nichts mehr. Ich dachte kurz, er wäre vielleicht eingeschlafen und schloss selbst die Augen. Ich wollte auch nichts erzwingen oder ihn drängen. Doch dann spürte ich seinen Blick wieder auf mir.
Der Ring steht für einen Jungen, in den ich mal ziemlich verknallt war. Er hat auch so einen. Er steht für unsere Bruderschaft. Durch ihn hab ich gemerkt, dass ich schwul bin, aber er ist es nicht. Ich denke manchmal zu oft an ihn, habe ich das Gefühl“, erklärte er leise.
So lang ist die Geschichte doch gar nicht“, bemerkte ich und schob mich etwas hoch, um ihn zu küssen. „Wenn du darüber reden willst, ich bin immer für dich da.“ Er nickte leicht und lächelte und küsste mich auch noch einmal.
Langsam machten sich Müdigkeit und Erschöpfung in mir breit und gähnte herzhaft.
Schlafen?“, fragte er.
Schlafen“, antwortete ich und wenig später war ich auch schon eingeschlafen.
Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie viel Ärger uns der Silberring noch einbringen würde...

52/52 Challenge: Unsere Liebe wird nicht welken

Die Nr. 49.
Und später kommt noch 50. Und 51 und 52 muss ich noch schreiben und morgen ist schon der letzte Tag. o_o
Sollte ich aber schaffen. ;D
Viel Spaß beim Lesen. :)

Fandom: Sweet Amoris
Hier ist sozusagen der erste Teil: Alle Farben dieser Welt

Wort: Rose
Wörter: 1950


Unsere Liebe wird nicht welken

Alexys Sicht
Unschlüssig stand ich vor dem Spiegel und betrachtete mein Outfit. Fünf Mal hatte ich mich jetzt umgezogen. Oder war es öfter gewesen?
Ich war ja sowieso ziemlich modekritisch und selbstkritisch und überhaupt. Und dann ging es heute auch noch um das Outfit für das erste, richtige Date mit Lysander! Es war mir wirklich sehr wichtig und ich war super nervös.
Ich wollte was anziehen, dass sowohl zu mir als auch irgendwie zu ihm passte. Etwas, dass zeigte, dass ich mir Gedanken gemacht hatte und dass er mir genauso aufgefallen war, wie ich ihm. Gedichte schreiben oder sowas konnte ich nicht. Mode war eigentlich das Einzige, in dem ich so wirklich gut war. Das Einzige, worüber ich glaubte, mich ausdrücken zu können. Deshalb musste das heutige Outfit perfekt sein!
Mir war klar, dass Lysander nicht so ein oberflächlicher Mensch war. Genau das war ja auch etwas von den Dingen, die ich so sehr an ihm mochte. Er sah mehr, immer und überall. Und er sah klar. Er sah das, was wirklich war und nicht nur, was so schien. Bei ihm hatte ich immer das Gefühl, dass er mich sah und nicht nur mein Äußeres oder meine fröhliche Art. Er sah mehr und er wollte noch viel, viel mehr sehen und über mich erfahren. Das hatte er mir mit seinem Gedicht deutlich gemacht. Und auch, was er fühlte, hatte er mir damit zu verstehen gegeben.
Ich hatte es schon eine kleine Weile lang geahnt, war mir aber nicht sicher gewesen, weil Lysander immer so wenig von sich Preis gab. Doch dieses Gedicht und vor allem der Kuss hatten mir dann bewiesen, dass ich Recht hatte.
Nach wie vor war ich überrascht, wie leicht alles bisher gewesen. Ich war schon einige Male verknallt gewesen und ein, zwei Mal auch etwas verliebt. Eine richtige Beziehung hatte ich erst einmal gehabt, mit 14. Das hatte ein paar Monate lang gehalten und er war sehr süß gewesen, wir waren sehr süß gewesen. Aber es war letztendlich sehr oberflächlich und nicht sonderlich ernst gewesen.
Jetzt war ich älter und was ich für Lysander fühlte, was er für mich fühlte, das war etwas Tiefes. Ich spürte das und ich hoffe, er auch.
Aber tiefe, wirklich wichtige Dinge, gerade wenn es um Liebe ging, wurden doch irgendwann immer kompliziert, oder? Es musste einfach irgendein Harken an der Sache sein. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es so einfach sein sollte. Wobei natürlich sehr froh darüber war. Es war wundervoll und ich wollte auch auf keinen Fall den Teufel an die Wand malen. Aber ich wollte auch einfach nicht zu blauäugig an die Sache herangehen.
Vielleicht hatte ich auch einfach Angst, weil es sich nach so einem großen Ding anfühlte.
Ich wechselte noch einmal das T-Shirt und trat erneut vor den Spiegel. Ich war immer noch unschlüssig. Seufzend warf ich einen Blick auf mein Handy und erschrak. Ich müsste eigentlich sofort los zum Bus.
Noch einmal warf ich einen Blick in den Spiegel. Das T-Shirt, dass ich gerade trug, war weiß und hatte in der Mitte den Aufdruck einer Feder in Regenbogenfarben. An dieses T-Shirt hatte ich als erstes gedacht, als ich mir überlegt hatte, was ich zu dem Date anziehen könnte. Die Regenbogenfeder war eine tolle Anspielung auf das Gedicht, das er mir geschrieben hatte und unseren ersten Kuss. Doch ich hatte irgendwie das Gefühl, das es zu viel sein könnte. Zu aufdringlich und zu offensichtlich.
Ich schaute rüber zu meinem Bett, wo die anderen Klamotten, die ich bereits anprobiert hatte, lagen. Es waren so viele. Ich war schon allein mit der schieren Auswahl überfordert. Aber als ich jetzt an mein Bett trat, hatte ich ein bestimmtes Oberteil im Kopf und zog es nach kurzem Wühlen hervor.
Es war ebenfalls weiß und in der Mitte befand sich eine rote Rose im Vintage Stil. Ich liebte diesen Oberteil, aber hatte es bisher erst sehr selten getragen. Aus irgendeinem Grund würde ich es sehr gerne zu dem Date anziehen, auch wenn ich nicht recht wusste, wieso.
Vielleicht, weil die erste Zeile der letzten Strophe seines Gedichts über mich lautete: Ich sehe dich im Rot der Rosen. Besonders diese Zeile hatte sich mir einfach ins Gedächtnis gebrannt.
Kurzerhand zog ich das Oberteil mit der Feder aus und das mit der Rose an. Noch einmal ein Blick in den Spiegel, aber zu der beigen Hose, die an den Enden der Hosenbeine ein klein wenig hochgekrempelt war, passte so gut wie alles, vor allem weiß sehr gut. Und ich mochte das etwas dunklere Rot der Rose sehr.
Ich glaube, ich war tatsächlich zufrieden. Und wenn ich jetzt nicht losrannte, würde ich den Bus verpassen und zu spät kommen!
Schnell schnappte ich mir meine kleine, braune Umhängetasche und meine schwarze Sweatshirtjacke, bevor ich die Treppe runterpolterte und aus der Haustür stürmte. Ich rannte zur Bushaltestelle und schaffte es noch gerade so durch die Tür. Schwer atmend hielt ich mich irgendwo fest und brauchte erstmal ein paar Minuten, um mich von dem Sprint zu erholen. Sport war ja sowieso schon nicht unbedingt mein Ding und Ausdauer besaß ich erst recht keine.
Als ich wieder etwas zu Atem gekommen war, setzte ich mich und checkte mein Handy. Aber Lysander war niemand, der einem viele Nachrichten schickte. Meist hatte er sein Handy nicht einmal dabei oder es war aus.
Also konnte ich nur nervös dasitzen und darauf warten, dass ich endlich beim Kino ankam. Mein Herz schlug immer schneller und die Aufregung ballte sich in meinem Magen zusammen. Ich überlegte, ob ich nicht doch besser das T-Shirt mit der Regenbogenfeder hätte anziehen sollen, aber jetzt war es sowieso zu spät. Kurz hatte ich auch Panik, mein Geld und meinen Schlüssel Zuhause vergessen zu haben, aber es war alles in meiner Tasche.
Meine Beine zitterten, als ich schließlich aufstand, da der Bus beim Kino angekommen war. Ich atmete tief durch, nachdem ich ausgestiegen war. Erst dann drehte ich mich um und überquerte die Straße, da sich das Kino auf der anderen Seite befand. Lysander wartete vor dem Eingang auf mich.
Ich musste unweigerlich grinsen, als ich sah, dass auch er sich ziemlich Gedanken gemacht haben musste, denn so wie er gekleidet war, hatte ich ihn noch nie gesehen. Er trug eine schwarzweiß karierte Hose mit schwarzen Hosenträgern und dazu ein weißes, langärmeliges Shirt. Er sah unheimlich gut aus, schon fast zu gut, um wahr zu sein, um wirklich mein Date zu sein.
Hey, Alexander“, begrüßte er mich und lächelte dieses angedeutete Lächeln, das sein Gesicht so viel lebendiger und unheimlich sexy wirken ließ. Ich merkte erst jetzt, wie sexy ich ihn eigentlich fand. Auch wenn ich eigentlich jemand war, der sehr auf Äußerlichkeiten achtete, waren mir bei Lysander sehr schneller eher seine Eigenschaften aufgefallen. Beziehungsweise nahm ich ihn als ganze Person wahr und ich wollte so gerne noch sehr viel mehr über ihn erfahren. Das Gedicht, der Kuss, dieses Date – das war erst der Anfang. Und es war jetzt schon so unheimlich toll.
Hi, Lysander“, brachte ich hervor und kurz standen wir uns in unangenehmes Schweigen gehüllt gegenüber. Dann hielt er mir plötzlich etwas entgegen, das er zuvor hinter seinem Rücken versteckt hatte. Eine Rose. Eine Rose! Nein, wie passend! Eine Rose.
Das ist gerade zu perfekt“, flüsterte ich, schlang die Arme um Lysanders Nacken und küsste ihn. Ich spürte an meinen Lippen, wie er lächelte. Als wir uns wieder voneinander lösten, war sein Lächeln breit und überglücklich. Ich hatte ihn noch nie so lächeln gesehen. Er wirkte richtig befreit, losgelöst. Es fühlte sich toll an, ihn so zu sehen und fast noch toller war der Gedanke, dass nur ich ihn so sah, mehr noch, dass ich der Grund für seine offen gezeigte Freude war, dass er nur mir diese Freude so direkt zeigte, zeigen konnte, zeigen wollte.
Gehen wir rein“, meinte er und fasste meine Hand. Ich nickte lächelnd und schob meine Finger zwischen seine.
Lysander hatte einen wundervollen Film ausgesucht. Ich mochte so ziemlich jede Art von Film, außer Horrorfilme, die waren nicht so meins, weil ich doch jemand war, der sich sehr gruselte. Doch mir war klar gewesen, dass ich Lysander, was die Filmwahl betraf, absolut vertrauen konnte. Der Film, den er ausgesucht hatte, hatte Tiefe, tolle, rührende Zitate und richtige Gänsehautmomente. Es war was Historisches gemischt mit einer Lovestory. Es war wirklich sehr toll.
Ich sprudelte regelrecht über, als der Film zu Ende war. „Das war so toll! Jede. Einzelne. Sekunde! Wir müssen unbedingt nochmal zusammen ins Kino. Oh und wir müssen unbedingt einen DVD-Abend machen! Kennst du diesen einen Film, wo...“, plapperte ich vor mir hin. Armin hätte mich längst unterbrochen, aber Lysander sah aus, als würde er es sogar genießen, mir zuzuhören.
Trotzdem hatte ich das blöde Bedürfnis, mich irgendwann entschuldigen zu müssen, als mein Redefluss erstmal so halbwegs befriedigt war. „Ich wollte dir kein Ohr abkauen. Ich bin einfach so überwältigt. Und ich kannte bisher niemanden, der auch solche Filme mag. Was hältst du eigentlich von Musicals? Oh, ich könnte die ganze Zeit so weiterplappern.“ Ich schaute zur Seite, weil meine Wangen warm wurden.
Ich mag Musicals, ja. Und das mit dem DVD-Abend und weiteren Kinobesuchen müssen wir auf jeden Fall machen. Und ich höre dir sehr gerne zu, Alexander“, erwiderte Lysander mit seiner ruhigen, sanften, wundervollen Stimme. Ich schmolz dahin, wegen allem, was er war.
Jetzt waren alle Worte, die mir zuvor nur so aus dem Mund geflossen waren, irgendwie verschwunden. Ich wollte viel lieber ihm zuhören.
Lass uns noch etwas spazieren gehen“, schlug er vor. Ich nickte. Da sich gleich gegenüber vom Kino ein Park befand, bot sich das ohnehin an und genau darauf hatte ich auch Lust. Die laue Spätsommerwärme kam da auch sehr gelegen.
Wir liefen schweigend Hand in Hand, aber es war ein sehr schönes, harmonisches Schweigen. Ich könnte ewig einfach nur mit ihm durch diesen Park laufen und Schweigen. Manchmal brauchte es gar keine Worte. Und ich war jemand, der sehr gerne sehr viel redete und das auch brauchte! Aber bei Lysander war es anders. Er gab mir die Ruhe, die mir oft so sehr fehlte. Gott, wir ergänzten uns sogar viel zu gut.
Die Rose ist übrigens nicht einfach nur ein Geschenk zu unserem ersten Date. Sie steht auch symbolisch für etwas“, meinte Lysander irgendwann.
Erzähl“, lächelte ich begeistert. Das ließ er sich nicht zwei Mal sagen.
Rot sind die Rosen, Rot das Gefühl der Liebe
Doch können sie welken und uns mit ihrem Schmerz schier erstechen
Rot ist auch das Blut, Rot das Herz
Wenn es aus offenen Wunden fließt und nicht mehr schlagen will
Kräftig und vehement, stechend hell
Ich fühle es in meiner Brust
~
Und sehe ich die Rosen, wie sie leuchten und dein Lächeln
Ist es traurig, dass das alles könnte zerbrechen
Denn Rosen welken und Gefühle verblassen allzu oft
Doch ist die Liebe nicht immer ein Strauß rote Rosen
Während die Schönheit von Blumen vergeht,
unsere Liebe stets fortbesteht
Das ist wunderschön“, sagte ich leise und bewundernd.
Es ist das, wovor ich Angst habe und das, was ich mir erhoffe“, erklärte er ebenso leise, bedächtig. Sein Lächeln war etwas verlegen. Er gab sonst nicht so viel Preis von sich. Es war etwas Besonderes. Ich war etwas Besonderes für ihn und es machte mich unheimlich glücklich.
Lass uns zusammen Angst haben und hoffen“, lächelte ich und er blieb stehen, legte eine Hand an mein Gesicht und zog es zu seinem heran.
Das war er, der magische Anfang von etwas Großem, Wundervollem, Magischem. Der Anfang, so vieles würde noch passieren. Auch schmerzhaftes, sicherlich. Aber ich war dafür bereits. Ich spürte einfach, dass Lysander und ich es schaffen würden. Mein Herz sagte es mir. Unsere Liebe würde nicht welken.