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Dienstag, 1. Januar 2019

Rückblick auf 2018, Ausblick auf 2019

Dear Life.

Uff, was war das nur für ein Jahr, dieses 2018!? Und das Uff ist dabei gar nicht nur negativ gemeint, im Gegenteil. Es bezieht sich vor allem darauf, dass 2018 so viel passiert ist und es sich dieses Mal wirklich nach einem sehr langen Jahr für mich angefühlt hat.
Ich habe gerade nochmal meinen Post zum Ende von 2017 und Start von 2018 durchgelesen und jetzt weiß ich auch wieder, was 2017 eigentlich so genau los war. Das war ja auch eine ziemliche Achterbahnfahrt.
Mit Achterbahnfahrt oder auch Chaos würde ich 2018 auch definitiv beschreiben, wenn auch aus komplett anderen Gründen als 2017, wobei der Ansatz „Viel Tolles!“ und „Weniger Tolles...“ auch auf 2018 zutrifft, aber ich schätze, so ist eben einfach das Leben.
Ein bisschen möchte ich in diesem Post auch auf meinen Ausblick 2018 in dem Jahresend-Post von 2017 eingehen, da ich es interessant finde, zu sehen, was ich mir denn eigentlich von 2018 vorgestellt hatte und wie und warum es dann tatsächlich geworden ist. Natürlich wird es hier dann auch wieder einen Ausblick auf 2019 geben.

Die Youtuber Live Shows! ♥: Die drei Live Shows von Youtubern, auf denen ich 2018 war, sind auf jeden Fall mein absolutes Highlight von dem Jahr und ich bin so unendlich glücklich, alle drei Gelegenheiten wahrgenommen zu haben, neue Leute kennengelernt zu haben und auch mal in andere Städte gereist zu sein.
Im Februar war ich bei Markipliers „You're welcome“ Live Show, die er zusammen mit seinen Freunden gemacht hat und bei der vieles aus Impro-Theater bestand. Es war echt sehr lustig und von allen drei Shows die, die mir am allerbesten gefallen hat. Dazu war es auch die Show, bei der für mich fast sofort feststand, dass ich da unbedingt hin will, da Markiplier mein absoluter Lieblingsyoutuber ist. Das Ganze drumherum zu dieser Live Show war allerdings weniger schön. Eigentlich wäre ich mit meiner besten Freundin zu der Show gegangen, aber da sie kurz zuvor operiert worden war, konnte sie leider nicht mitkommen. Ich habe dann zwar auch in der Schlange zwei Mädchen kennengelernt, mit denen ich, da freie Platzwahl herrschte, auch zusammensaß und wir haben auch Nummern getauscht, seitdem aber keinen Kontakt mehr gehabt.
Komplett anders sah es im Juni aus, als ich nach Berlin gefahren bin, um „Interactive Introverts“ von Dan und Phil zu sehen. Hier hatte ich zwar auch vorher eine Freundin gefragt, ob sie mitkommen würde, doch sie hatte keine Zeit. Da ich aber die Gelegenheit auf jeden Fall nutzen wollte, bin ich eben alleine hingefahren. Bis kurz vor der Show war ich dann auch alleine und habe all die Grüppchen um mich herum beneidet. Also hatte ich die Idee, mal auf Twitter unter den Hashtag der Show zu schauen oder eventuell zu twittern, ob nicht auch noch andere alleine wären. Aber so einen Tweet gab es zum Glück schon und wenig später, nachdem ich ewig verwirrt umher geirrt und die Person nicht gefunden hatte, saß ich dann bei jemandem mit auf der Decke und es kamen noch zwei weitere dazu. Wir haben uns gleich richtig gut verstanden und sind auch immer noch zusammen in einer Twitter-Gruppe und werden uns Ende Januar wahrscheinlich in Frankfurt wiedertreffen. Ich bin echt sehr glücklich, die Drei kennengelernt zu haben und noch immer Kontakt mit ihnen zu haben! Die Show war auch toll. Wir saßen zwar alle sehr verstreut, aber eine der vier saß nach der Pause dann neben mir, weil der Platz unbesetzt war. Mit ihr bin ich auch noch am Tag danach durch Berlin gelaufen und wir hatten viel Spaß.
Sie ist auch der Grund, warum es drei und nicht wie am Ende von 2017 angenommen nur zwei Shows geworden sind. Als Jacksepticeye angekündigt hat, auch auf Tour mit seiner Live Show zu gehen, war ich schon interessiert, auch da hin zu gehen, war mir aber noch sehr unsicher. Tja, wenig später nach Berlin hat mich Sarah, mit der ich ja auch in Berlin noch rumgelaufen war, gefragt, ob ich nicht Lust hätte, auch zu Jacks Show zu gehen und damit war es für mich dann eigentlich auch schon entschieden. Warum aus zwei Shows nicht drei machen? Das Geld hatte ich dank Nebenjob im Sommer zum Glück und ich hätte zwar nicht unbedingt gleich eine VIP-Karte gebraucht, aber gut, habe ich das halt auch mal gemacht. Es war echt toll in Köln und ach, ich finde es einfach sehr cool, 2018 Teil von so vielen Events meiner Lieblingsyoutuber gewesen zu sein. ♥
Dadurch und auch durch die Gruppe mit den Vier, die ich in Berlin kennengelernt habe, fühle mich mehr involviert in dem ganzen Youtube-Fandom als je zuvor. Sonst bin ich ja eher eine bloß schauenende, stille Person, was Youtube betrifft, twittere bzw. teile hier und da mal den ein oder anderen Charity-Livestream und twittere bzw. teile über Instagram auch mal kleinere Ausschnitte von sowas, aber beteilige mich da sonst nicht wirklich. Wobei ich Ende 2017 auch damit angefangen habe, kleinere Summen bei den Charity-Livestreams zu spenden, damit habe ich 2018 auch weitergemacht und habe das auch 2019 vor.
Außerhalb von dem eben aufgezählten und wenn ich dann und wann mal irgendwas besonderes unbedingt jemandem erzählen muss, rede ich aber auch recht wenig über alles, was so mit Youtube zu tun hat, da viele damit auch nicht ganz so viel anfangen können oder zumindest nicht mit den Leuten, die ich so schaue. In der Twitter-Gruppe reden wir zwar hauptsächlich über Dan und Phil, weil wir uns dadurch ja kennengelernt haben, aber mit Sarah war ich ja auch bei Jacks Show und allgemein kennen die drei sehr viel eher die Youtuber, die ich so schaue und Sarah und Sarah (jap xD) haben mir auch beide ein paar Youtuber empfohlen, wovon ich ein paar auch abonniert habe und aktiv schaue.
Was meine Youtube- bzw. Youtuber-Liebe angeht, könnte 2018 also kein besseres Jahr gewesen sein! Dazu dann noch drei neue Leute kennengelernt, überraschend zu drei anstatt nur zwei Shows gegangen und zwei Mal in Köln sowie einmal in Berlin gewesen! :D

Outing-Dinge...: So... Nun zu etwas, das absolut nicht geplant war, aber scheinbar nur darauf gewartet hat, so richtig hervorzubrechen und wie es hervorgebrochen ist! :o Ich bin selber immer noch teilweise geschockt davon und definitiv überrascht und vielleicht auch ein bisschen verärgert über mich selbst. Irgendwo bin ich aber auch sehr stolz und glücklich.
Ich will jetzt nicht das ganze Thema wieder allzu groß aufrollen, da ich dazu auch bereits eigene Blogposts geschrieben habe, aber um es nochmal zusammen zu fassen: Es gab einen sehr entscheidenden Moment, der alles weitere angestoßen hat, in dem mir klar wurde, dass ich mich outen will und in gewisser Weise muss, für mich und irgendwo auch für alle anderen wie mich. Das soll nicht heißen, dass ich automatisch irgendeine Art von Verpflichtung oder sowas hätte und sowieso ist ein Outing kein Muss. Es heißt, dass ich für mich festgestellt habe, dass es mir wichtig ist, mich zu outen und klarzustellen, wer ich bin und wer ich eben nicht bin.
Ich bin ohnehin ein sehr offener und ehrlicher Mensch und es hat sich jedes Mal, gerade auch im Jahr davor, seltsam und falsch und störend angefühlt, in bestimmten Situationen damit konfrontiert zu werden, dass eben nicht klar ist, wer ich bin. Natürlich könnte mir das egal sein und manchmal ist es das auch. Es war mir sehr lange sehr egal, weil es mein Ding ist und in dem Sinne niemanden etwas angeht.
Doch ich denke, ich habe dieses Jahr einfach erkannt, dass es in unserer Gesellschaft eben so ist, dass die meisten Leute denken, es würde sie etwas angehen und deshalb stellen sie ihre Fragen, haben ihre Mutmaßungen und Erwartungen. All das tun diese Leute natürlich auch noch, wenn ich ihnen sage, wie es wirklich aussieht, aber immerhin kann ich mir auf diese Weise ein bisschen was zurückholen und ihre Vorstellung und Sichtweise irgendwo beeinflussen, wodurch ich ihr Bild von mir sowie vielleicht auch ihr Bild von der Welt verändern kann.
Auch das ist aber gar nicht mein Ziel, wenn ich mich oute bzw. bestimmte Dinge über mich klarstelle. In erster Linie, und das ist mir am wichtigsten daran, hat es ein sehr befreiendes Gefühl. Immer, wenn ich das Gefühl hatte, nicht einfach so darüber sprechen zu können, habe ich mich gefühlt, als würde ich einen Teil von mir verstecken. Und ja, es mag kein super wichtiger Teil oder so von mir sein, aber es ist ein Teil von mir und damit möchte ich offen umgehen.
Es ist so eine Erleichterung zu sagen „Ich mag auch weibliche Personen!“ oder auch „Mir gefällt dieses auf eine Person konzentrierte Beziehungskonzept nicht so!“ oder „Ich sehe mich nicht nur als Frau.“. All das, und noch ein paar mehr, sind Dinge, die ich über mich selbst gelernt habe und die mir ein gutes Gefühl geben. Mir persönlich war und ist es sehr wichtig, diese Dinge bewusst wahrzunehmen, zu erkennen, mich damit auseinander zu setzen. Ich finde das spannend, interessant, aufschlussreich und einfach schön.
Es stört mich sehr, wie viel Negativität immer rund um dieses Thema herrscht und einige Sichtweisen machen mich echt wütend, was ich dieses Jahr auch noch mal härter realisieren und damit umzugehen lernen musste. Sowieso setze ich mich mit all dem jetzt auf einer anderen Ebene auseinander. In vielerlei Hinsicht fühle ich mich befreit, erleichtert und auch selbstbewusster, gleichzeitig ist da aber jetzt eine andere Last, etwas anderes anstrengendes, vielleicht sogar anstrengenderes.
Eines steht auf jeden Fall fest: Ich bereue keins meiner Outings von 2018. Einige liefen sehr viel besser als andere. Besonders das erste hat mich sehr aufgewühlt, aber letztendlich war das wohl nötig, damit ich verstehe, was genau mir dieser Teil meines Ichs eigentlich bedeutet und wie ich damit umgehen will. In dem Sinne bin ich eigentlich sogar vor allem über dieses erste Outing froh, da es mir den nötigen Anstoß für alles weitere gegeben hat. Dass ich mich zunächst vor allem von Trotz habe leiten lassen, war nicht das Beste und Sinnvollste und dadurch fühlt sich manches ziemlich cringy an und ich komme mir in manchen Punkten sehr albern vor, aber na ja. Daran kann ich auch nur versuchen zu wachsen.

Fandom-Fieber!: Ich muss das unbedingt aufschreiben, da ich es sonst vergesse – 2018 war das Jahr, in dem „Detroit: Become Human“ rauskam. Und ja, auch wenn ich da inzwischen kaum noch involviert bin, hatte ich doch sehr Spaß an dem Hype, steckte sehr tief in der Geschichte drin und ich liebe liebe liebe Connor und seinen Motion Capture Schauspieler Byran Dechart!
Schon als ich das Let's Play zu dem Spiel bei Jacksepticeye und Gronkh geschaut habe, hatte ich sehr Spaß an der ganzen Geschichte, den sehr schönen Visuals, dem entscheidungsbasierenden Gameplay und auch sonst allem drum und dran. Vieles an dem Spiel ist nicht perfekt, schon klar. Aber als ich so mittendrin im Hype war, war es echt sehr cool.
Das Ganze wurde dann noch dadurch verstärkt, dass Byran Dechart einen Twitch Account hat und dort auch selber das Spiel gespielt, mit Hintergrundinfos versorgt und insgesamt einfach ein toller Mensch ist! :D Irgendwann bin ich dann leider mit den Streams nicht mehr ganz hinterher gekommen und war vielleicht auch etwas übersättigt von dem Spiel. Nichtsdestotrotz hat es mir sehr viel Freude bereitet und ich habe mir auch etwas Fan-Merch zugelegt und ach, Connor wird immer einer meiner Lieblingscharas sein sowie Byran Dechart immer jemand sein wird, den ich sehr sympathisch finde.
Dann gibt es da noch ein Fandom, das etwas weniger angenehm ist... Das Voltron-Fandom. Ich habe mich nie als Teil dieses Fandoms gesehen, aber ich bin es doch irgendwo, denn ich teile doch recht viel Fanart davon und ich freue mich auch immer sehr über dieses Fanart. Ich mag Voltron, die Charaktere, die Geschichte. Und ich denke, ich hätte mich noch sehr viel mehr in das ganze Fandom vertiefen können, theoretisch. Aber ich habe es nicht getan, teilweise bewusst und teilweise unbewusst. Insgesamt bin ich sowieso nicht der Typ Mensch, der sich allzu sehr in Fandoms einbringt, sondern immer eher am Rand rumsteht und kleinere Dinge tut. Fanfiktions sind da bei mir das Höchste der Gefühle und selbst die schreibe ich ja in erster Linie für mich.
Ich habe mich also doch sehr, vielleicht zu sehr, davon beeinflussen lassen, wie viel negativer Scheiß teilweise in dem Voltron-Fandom passiert (ist) und auch wenn ich davon nie direkt was mitbekommen habe, ist die Stimmung eben trotzdem durch Leute, die sich darüber aufgeregt oder deshalb traurig waren, bei mir angekommen und hat einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen, obwohl ich eigentlich immer dafür plädiere, dass das Negative bloß immer lauter ist, als der Rest, obwohl dieser 'Rest' wahrscheinlich sehr viel größer und vor allem auch stärker ist als das Negative. Ich dachte immer, dass ich mich ganz gut von sowas distanzieren könnte, aber scheinbar stimmt das doch nicht.
Ich finde es wirklich schade, dass ich nicht noch so viel mehr Freude an Voltron und dem Fandom haben konnte. Die achte und letzte Staffel habe ich zwar noch vor mir und ich werde auch weiterhin Fanart davon teilen und mir eventuell auch kaufen, aber diese Negativität geht mir eben doch nicht so ganz aus dem Kopf. Na ja.
Eine weitere große, leider auch etwas enttäuschende Sache dieses Jahr war die sehr überraschende, dritte Staffel von meinem Lieblingsanime Free!. Enttäuschend deshalb, weil diese Staffel sehr zu Wünschen übrig lässt im Vergleich zu den anderen zwei. Vieles wirkt irgendwie aufgebauscht und überdramatisiert. Auch werden viel zu viele neue Charaktere eingeführt, wodurch gerade RinHaru Szenen oder auch Szenen mit Makoto oder Sousuke ziemlich gelitten haben, in dem sie einfach zu kurz und zu wenig vorhanden waren.
Allerdings mag ich einige der neuen Charaktere wirklich sehr und ich bin unheimlich gespannt, was die Richtung betrifft, in die diese Staffel deutet, denn 2020, wenn die olympischen Spiele in Japan sein werden, wird es weitergehen und gerade was das Ende dieser dritten Staffel angeht, verspricht es sehr interessant zu werden in der vierten Staffel. (Hoffentlich wird es nicht stattdessen nur ein weiterer Film, da habe ich von den bisherigen immer noch nicht alle gesehen!)

Uni-Kampf bis -Krampf: Ich denke, es ist weniger schlimm, als es mir manchmal gedanklich vorkommt, aber so oder so ging es dieses Jahr sehr schleppend mit der Uni voran. Von Kursen, die das eine Semester gar nicht angeboten wurden, über das wiederholte Aufschieben von Klausuren bis zu Ernüchterung und Umdenken in Bezug auf einen Praktikumsplatz war alles dabei.
Natürlich war auch nicht alles schlecht, da ich nach diesem Semester beziehungsweise den Semesterferien mit Japanologie fertig sein sollte, aber gerade was das Französisch-Übersetzungsseminar betrifft, kommt es mir vor, als gäbe es immer nur Rückschläge, was echt nervig ist und dafür sorgt, dass ich gar nicht wirklich vorankommen kann.
Doch wenn ich es mal sehr simple betrachte: Wenn ich mit Japanologie fertig bin, gibt es nur noch das Französisch-Übersetzungsseminar sowie insgesamt drei Hausarbeiten (+ Veranstaltungen), das Praktikum und dann die Bachlor-Arbeit, was nun wirklich nicht mehr allzu viel ist.
Trotzdem fühlt es sich mit Französisch definitiv mehr nach einem Krampf als einen Kampf an. In meinem achten Uni-Semester werde ich diesen Krampf hoffentlich beenden beziehungsweise den Kampf endlich durchstehen und gewinnen können, denn da werde ich mich dann ausschließlich auf Französisch konzentrieren, um das endlich endlich hinter mich zu bringen!

Nebenjob: Da gab es tatsächlich dieses Jahr Fortschritte! Und zwar bin ich auf die Plattform 'Jobmensa' gestoßen. Hierbei handelt es sich um eine Art Leihfirma für Studenten, was ich wirklich sehr praktisch finde. Es gibt immer mal wieder Jobangebote, die sich meist nur auf die Arbeit für ein paar Tage beziehen, was ich als Student sehr angenehm finde, gerade auch was das nach Hause fahren zu meinen Eltern betrifft. Die Flexibilität ist da echt klasse.
Allerdings ist es eben nichts gesichertes, dadurch dass meist nur einzelne Tage angeboten werden. Ich hatte über etwa zwei Monate hinweg bei H&M gearbeitet und fand das eigentlich sehr cool. Am Ende war ich sogar tatsächlich traurig, in der einen Filiale nicht mehr zu arbeiten, da ich mich doch sehr daran gewöhnt hatte und die Arbeit irgendwo wirklich mochte.
Vielleicht sollte ich mich 2019 einfach mal bei H&M als Aushilfe bewerben. Wäre vielleicht keine schlechte Idee.
So oder so habe ich aber 2018 zumindest ein bisschen gearbeitet, ein bisschen Geld verdient und mir damit dann auch die Youtuber Liveshows und die damit verbundenen Reisen leisten können, worüber ich sehr glücklich bin und mich irgendwie auch etwas erwachsener und fähiger fühle. Hoffentlich kann ich das 2019 noch etwas weiter ausbauen.

Was wird 2019 mit sich bringen!?
Eines, was mir sehr viel Angst, aber inzwischen wohl auch etwas Vorfreude (!?) bereitet, ist, dass ich spätestens im September 2019 aus dem Studentenwohnheim ausziehen muss und mir dementsprechend nun eine neue Bleibe werde suchen müssen. Nachdem die WG-Gründung kurz nachdem sie überhaupt Thema wurde, gleich wieder ins Wasser fiel, aufgrund zu hoher Ansprüche der anderen Beteiligten, ist mein momentaner Stand: Am liebsten was ganz eigenes. Auch eine kleiner WG schließe ich nicht ganz aus, ist aber momentan eher auf der „Meh“-Liste und das Gleiche gilt für nochmal Studentenwohnheim, dann das katholische, wo es auch eine WG-Situation wäre. Als Notlösung, okay. Aber ehrlich gesagt habe ich darauf noch weniger Lust.
Zurzeit habe ich vor mir einen festen Nebenjob zu suchen, um dann ein festes Einkommen zu haben. Das ist mein erstes Ziel für 2019. Sobald ich das dann habe, wird es mit der Wohnungssuche losgehen, da ich dann besser einschätzen kann, wie viel Geld mir zur Verfügung stehen wird.
Das ist quasi der große Plan und die große Veränderung 2019. Dazu kommt dann noch, dass ich mein 8. Semester einzig und allein Französisch und vielleicht noch einer anderen Q-Veranstaltung in meinem Hauptfach, damit ich da dann gleich eine Hausarbeit schreiben kann, widmen werde. Dadurch werde ich dann auch viel Zeit für den Nebenjob haben und mich damit nicht überanstrengen.
Durch das Mehr an Zeit werde ich dann vielleicht auch endlich endlich meine Buch-Veröffentlichungs- sowie Übersetzungspläne langsam aber sicher in die Tat umsetzen können. Das hatte ich eigentlich ja schon für Sommer 2018 vorgehabt, aber na ja. Manche Dinge brauchen halt Zeit und bei diesen hier wird es mich vor allem auch Überwindung und Mut kosten, was ich hoffentlich im Laufe dieses neuen Jahres werde aufbringen können.
Was ich jetzt zu 2018 ganz vergessen hatte zu erwähnen: Yoga und allgemein auf Gesundheit bezogene Dinge. 2018 habe ich Yoga für mich entdeckt und ich will disziplinierter in Hinblick darauf werden, es regelmäßig zu machen und mich da vielleicht auch mit der Zeit steigern. Mal schauen, in wieweit das was wird. Zu Gesundheit zählt für mich dann auch eine ausgewogenere Ernährung, was eventuell auch heißen wird, dass ich ganz auf vegetarisch umsteigen möchte. Wenn ich in Frankfurt bin, esse ich eh schon größtenteils vegetarisch und auch so wird mir Fleisch immer unangenehmer, was ich eigentlich als Entwicklung ganz cool finde.
Zu Gesundheit gehören aber auch so Kleinigkeiten wie 'Nicht direkt vor dem Schlafen gehen auf einen Display starren' und 'Nicht direkt nach dem Aufwachen längere Zeit auf ein Display starren'. Da will ich auf jeden Fall mehr drauf achten und mich auch insgesamt mehr bewegen, mehr neue Orte entdecken, mich zum Beispiel rund um Frankfurt noch weiter umsehen oder auch mal andere Städte anschauen. Dazu will ich mich endlich mal überwinden.
Mentale Gesundheit ist mir auch sehr wichtig und ich hoffe, dass diese anderen Gesundheitsdinge da auch einen positiven Einfluss drauf haben werden. Ansonsten würde ich, gerade meine mangelnde Energie und Konzentration betreffend, vielleicht auch mal zum Arzt gehen und ganz vielleicht mich auch mal mehr in Hinsicht auf Therapie umschauen.
Eine Sache, die mir auch noch sehr am Herz liegt, ist mehr Kontakt und auch mehr Content mit und zu queeren Menschen und Themen. 2018 hat mir einfach gezeigt, wie sehr ich mich da selbst immer noch zurückgenommen habe und darauf habe ich einfach keine Lust mehr. Ich mag all diese Dinge, finde sie spannend und sie helfen mir, mit mir selbst glücklich zu sein. Also ja, bitte mehr davon!

Jetzt habe ich zwar wahrscheinlich wieder Tausende von wichtigen Dingen vergessen, gerade auch in Hinblick auf meinen Ausblick 2018 von dem Jahresend-Post zu 2017, aber egal. Dieser Post hier ist ja auch so schon lang genug und sollte zumindest die allerwichtigsten Eckpunkte beinhalten.
Ich bin sehr gespannt auf 2019 und was es alles für mich und mein Leben so mit sich bringen wird.

Dienstag, 27. März 2018

Schubladen-Fallen

Ordentlich liegen sie da, einsortiert, jeder an seinem Platz. So sollte es sein. So sollte es immer sein. Simpel, nicht unbedingt Schwarz und Weiß, aber ruhig Rosa und Blau, natürlich in verschiedenen Farbtönen, verschiedenen Nuancen, doch immer Rosa und Blau. Denn so sind sie: Rosa und Blau und niemals eine andere Farbe, niemals eine Variation, niemals Lila oder Grün oder Orange oder jede andere Farbe, die einem einfällt. Nein, es gibt nur Rosa und Blau, alle anderen Farben existieren nicht.
Und sie sind natürlich so von Geburt an. Rosa oder Blau kommen sie auf die Welt, niemals anders. Denn es gibt ja keine anderen Farben und selbst wenn, dann sind es doch nur ein paar Wenige, nicht? Die können ruhig ignoriert werden. Die zählen ja nicht. Die Mehrheit ist Rosa oder Blau. So ist es und so wird es immer sein.
So war es auch von Anfang an, nicht? Sie kamen mit einem bestimmten Aussehen, einer bestimmten ‚Funktion‘ zur Welt und das ist wichtig. Das müssen sie wissen und jeder andere muss es wissen und es muss deutlich zu erkennbar sein. Weil sonst… Ja, was sonst? Sonst wäre alles Chaos? Ordnung. Oh ja, die Ordnung. Die ach so wichtige Ordnung. Und das Vorbereiten, das Eingliedern, die ‚Funktion‘ erfüllen. Dafür sind sie da, nicht? Sie müssen Rosa oder Blau sein, sonst macht nichts mehr einen Sinn.
Also werden sie eingepfercht in ihre Schubladen, schön sortiert. Vielleicht dürfen sie mal die Schublade wechseln, aber auch nur ein einziges Mal. Sonst wird es zu chaotisch, zu verwirrend, zu komplex. Und niemand will das. Wir brauchen doch alle Ordnung und alles muss einen Namen haben und definiert werden.
Oh ja, das ist alles so so wichtig. Es ist wichtiger als alles andere. Wir sind schließlich darauf angewiesen. Wir müssen wissen, woran wir sind. Es muss alles leicht einzuordnen, leicht zu benennen, leicht zu verstehen sein. Also reduzieren wir es auf das Mininum: Zwei – Rosa und Blau.

Diese zwei Farben, diese zwei Kategorien, diese zwei… Formen (?) des Menschseins, Mann und Frau. Was sonst sollte es da geben, nicht? Wieso sollte es kompliziert sein? Menschen haben diese zwei Hauptgeschlechtsorgane und darin lassen sie sich einordnen. Warum nicht? Wo sollte es da ein Problem geben? Warum sollten wir uns nicht auf unsere Hauptgeschlechtsorgane reduzieren und in zwei Schubladen einordnen? Die zwei Schubladen reichen doch. Da ist doch genug Platz. Rosa und Blau sind doch genug Farben.
Was ist schon Individualität? Was ist schon Persönlichkeit? Es muss doch einfach sein und ordentlich. Es muss doch Sinn machen und für jeden verständlich sein. Komplexität, kleine Details, feine Unterschiede und Andersartigkeiten, andere Denkmuster und abweichende Gefühle – niemand braucht das. Es existiert doch gar nicht, nichts davon. Nein, wir sind nur unsere Oberfläche, nur unsere Hauptgeschlechtsteile, die uns Rosa oder Blau machen, die uns zu einem Mann oder einer Frau machen.
Oh und natürlich, du kannst ja einmal wechseln, kannst von Rosa zu Blau werden, von Blau zu Rosa. Aber nur einmal und nur zwischen Rosa und Blau. Denn andere Farben gibt es nicht. Was sollte da auch sein außer Rosa und Blau und ihre Nuancen? Mischungen aus diesen beiden Farben? Komplett andere Farben? Nein, es geht doch nur um dein Hauptgeschlechtsteil. Das bestimmt alles.
Wir sind schließlich Tiere, nicht? Menschen sind ja auch nur Tiere, nur Säugetiere. Wir wollen uns die ganze Zeit nur reproduzieren, nichts als Sex, nichts als Partnersuche und Kinder großziehen. Nur daraus besteht unser Leben, nicht? Jeder will das doch – Sex und einen Partner und eine Familie. So sind wir Menschen und nur so. Das ist ordentlich, vernünftig, logisch, verständlich.

Wie, dir geht es anders? Wie, du willst dich nicht in dieses System einfügen, in welcher Form auch immer? Tja, dann hast du Pech gehabt, weil du dann einfach nicht existierst.
Es gibt kein Dazwischen, kein Beides, kein Nichts oder Alles, keine anderen Farben, keine Details und Individualitäten. Niemand ist in irgendeiner Form anders, wir sind alle gleich. Wir sind alle die gleichen Tiere mit ihren zwei unterschiedlichen Hauptgeschlechtsorganen, die unser Leben bestimmen. Nicht?
Ich überdramatisiere nicht. Ich mache es einfach, mache es eindeutig. Sonst wäre doch alles zu schwierig, zu komplex. Das mag doch keiner. Ignorieren wir einfach all die anderen Ebenen, all die tiefer gehenden Gedanken, all die Gefühle, die sich nicht mit einem einzigen Wort beschreiben lassen. Ignorieren wir doch den Rest des Schrankes, abgesehen von den Rosa- und Blau-Schubladen. Ignorieren wir diese freien, namenlosen Fächer und anderen Schubladen. Die braucht doch keiner. Zwei Schubladen reichen vollkommen. Mehr braucht der Schrank Mensch nicht.

So fühlt es sich an. So klingt es oftmals, zumindest für mich, wenn von Mann und Frau gesprochen wird. Ich verstehe den Wunsch nach Ordnung, irgendwo. Aber nein, irgendwie nicht einmal das. Warum? Warum Mann und Frau? Warum nicht Mensch und Mensch? Manche Menschen haben dieses Geschlechtsorgan, manche ein anderes. Manche fühlen sich so und manche fühlen sich so. Manche haben diese Ansicht und manche eine andere. Manche denken so und manche denken so.
Da werden immer Schubladen sein, in die Mensch hineingepresst wird, natürlich. Da werden sogar immer Schubladen sein, in die Mensch selber zu passen versucht. Weil es einfach ist und ein Gefühl von Zusammengehörigkeit gibt und es ist ordentlich. Schubladen, Kategorien, Label – Sie sind nicht komplett sinnlos.
Aber meistens machen sie nur bedingt Sinn. Jeder ist mehr als die Schublade, in die Mensch von anderen Menschen gepresst wird. Niemand ist nur eine einzige Kategorie, nur eine Schublade. Manche mögen sehr stark in eine Schublade gehören und sich sehr stark damit identifizieren, aber selbst dann sind sie nicht die Schublade. Sie sind immer mehr. Jeder einzelne von uns ist immer mehr.
Wir sind alle komplexer, haben viele Eigenschaften, Schwächen, Stärken, Talente, Interessen. Das Alles macht uns aus. Das Alles ist, was wir sind. Wir sind nicht unser Geschlecht und schon gar nicht unser Geschlechtsorgan. Wir sind nicht nur Rosa oder Blau. Wir können Rosa oder Blau sein, natürlich. Aber wir können auch jede andere Farbe sein. Wir sind keine Tiere und selbst Tiere sind nicht nur Blau und Rosa.
Es gibt so so viele Farben. Wieso sollten wir nur zwei davon sein? Wieso sollte es nur diese zwei Schubladen geben? Wieso sollte unser Hauptgeschlechtsorgan ein solch großer Faktor in unserem Leben sein?
Es spielt doch keine Rolle. Es ist doch völlig egal, was für ein Geschlechtsorgan du besitzt oder haben möchtest. Für die Gesellschaft, für alle anderen ist es egal. Für dich selber ist es wichtig. Aber sonst sind wir vor allem eines: Menschen. Wir sind alle Menschen mit unseren menschlichen Gefühlen und Gedanken. Darauf kommt es an – aufs Menschlich Sein. Menschlich und bunt und jeder so, wie er eben ist, mit allem.

Ich bin ein Mensch. Ein oftmals widersprüchlicher Mensch mit nicht selten viel zu vielen Gefühlen und vor allem viel zu vielen Ängsten. Ich bin nicht mein Geschlechtsorgan. Ich bin auch kein Einhorn, auch wenn das bestimmt cool wäre, wobei sicherlich auch Einhörner ihre Probleme haben.
Ich bin ich. Und für mich selber brauche ich kein Label, keine Schublade, schon gar nicht eine über mein Geschlecht. Ja, es gibt Label mit denen ich mich eher identifiziere als mit anderen und ich bin froh, dass so viele Menschen da draußen sind, die über ihre Labels, ihre Erfahrungen berichten, sodass andere erkennen können, dass es nicht nur Rosa und Blau gibt, sondern viele viele andere Schubladen, freie Fächer, Kategorien oder wie auch immer Mensch es nennen möchte.
Wir müssen uns nicht einordnen, unterordnen, verbiegen lassen. Wir sind frei, zumindest was unsere Gedanken und Gefühle betrifft. Wir sind wir, nicht mehr und nicht weniger.

Sonntag, 31. Dezember 2017

Rückblick auf 2017, Ausblick auf 2018

Dear Life.

Was für ein seltsames Jahr, dieses 2017. Mein Zeitgefühl habe ich ja schon vor einer
ganzen Weile verloren und es ist so gut wie nicht existent, aber dieses Jahr... Ich habe das Gefühl, gleichzeitig an einem gewissen Punkt in meinem Leben festzustecken, während doch so vieles passiert ist. Und das, was passiert ist, war so unterschiedlicher Natur, dass ich definitiv nicht sagen kann, das nichts passiert ist.
Besonders heftig ist dieses Mal auch das ''Ist wirklich schon ein Jahr vergangen!?'' und ''Es ist schon sooo viel Zeit vergangen'' Phänomen. Ich habe wirklich einerseits das Gefühl, als wäre unmöglich schon ein ganzes Jahr vergangen und andererseits bin ich emotional so durchgeschüttelt worden dieses Jahr, dass es mir im gleichen Moment vorkommt, als wäre dieses Jahr eine ganze Ewigkeit gewesen.

Diese Sache mit meinem Herzen: Hm, keine Ahnung, ob dieser Titel so vollständig zu dem betreffenden Thema passt, aber es beschreibt das Ganze schon recht gut.
Zunächst fing 2017 mal damit an, dass mir das Herz ziemlich gebrochen wurde und ja, ich weiß, das meiste davon war ohnehin nur in meinem Kopf und so weiter und so fort. Es ändert aber nichts an dem Schmerz, fast sogar im Gegenteil. Meine Fantasie kann so unfassbar lebendig sein, besonders bei so etwas. Ich war so... glücklich und vorfreudig und... naiv. Jap, sehr naiv und dumm. Sehr verknallt eben. Und dann war ich sehr sehr traurig. Alles hat sich... kaputt und sinnlos und durch und durch seltsam angefühlt.
Das war ein sehr krasser Gefühlswechsel vom Ende von 2016 zum Anfang 2017 und ich hatte damit mehr oder weniger bis zuletzt zu kämpfen, wobei es jetzt die letzten paar Monate vor allem deshalb wieder hochkam, weil es eben diese Zeit im letzten Jahr war, wo ich mich so unheimlich gut gefühlt habe. Unheimlich im wahrsten Sinne des Wortes.
Ich bin mir schon seit einer Weile ziemlich sicher, dass es besser gewesen ist, dass es nicht noch weiter, noch tiefer ging und noch realer in meinem Kopf und in der Wirklichkeit geworden ist. Es sollte nicht sein und das ist gut so. Trotzdem macht und wird es mich immer etwas traurig machen, weil ich so viel Hoffnung hatte und so verliebt in meine Vorstellungen war.
Ich bin und bleibe einfach hoffnungslos romantisch und ich mag das sogar an mir. Es ist nur manchmal etwas anstrengend, besonders bei sowas, denn die Realität kann halt nie so sein, wie ich es mir gerne vorstelle, wie ich es gerne hätte. Normalerweise weiß ich das auch, aber ahhh, ich habe mich einfach so sehr in meine Träumereien fallen lassen, dass ich völlig hilflos war, als diese Träume einfach zerbrochen wurden und ich absolut nichts tun konnte, um sie wieder zu reparieren.
Aber es ist okay. Es ist eine Erfahrung, die ich machen musste und es gehört zum Leben dazu, sich auch mal in etwas zu verrennen. Besonders bei Menschen und Gefühlen kann ich das ziemlich gut.
Inzwischen habe ich das Ganze überwunden und für mich ist es abgeschlossen. Ich will mich damit auch gar nicht weiter beschäftigen, es ist einfach verschwendete Energie. Es ist vorbei und diese Träume, die ich hatte... irgendwann werden sie auf irgendeine Weise Wirklichkeit werden.

Ich habe aber tatsächlich auch eine ganze Menge aus dieser Erfahrung mitgenommen und zwar nicht nur ''Verliere dich nicht gleich so schnell in Träumereien'', sondern darüber hinaus die Realisation, dass ich doch auch ziemlich auf weibliche* Menschen stehe, was an sich nichts komplett Neues für mich ist, aber es war immer eher eine theoretische Tatsache. Jetzt weiß ich, dass es wirklich der Wahrheit entspricht und ich bin mir dem Ganzen sehr viel deutlicher bewusst. Ich habe es richtig als wahrhaftigen Teil von mir akzeptiert, weil ich in der Realität damit konfrontiert war, dass ich vielleicht eine feste Freundin haben könnte und ich das wirklich sehr wollte.
Ein Teil von mir war da anscheinend noch sehr sehr unsicher. In der Hinsicht weiß ich jetzt mehr, wer ich bin und das ist toll. Es fühlt sich gut an. Es führt auch zu so blöden Situationen, in denen ich mit Heteronormativität konfrontiert bin und es mich im Nachhinein sehr stört und ich glaube, ich würde mich sogar irgendwann gerne mal richtig vor meiner Familie outen wollen. Aber diese ''Schwierigkeiten'' sind schon okay, wenn ich mich selber dafür nun besser kenne.
Das ist dann auch die andere Sache, die ich unter diesem Titel fasse: Ich habe mich selber um einiges besser kennengelernt. Mir wurden zwar auch wieder ziemlich hart meine Schwächen und Fehler vor Augen gefühlt und ich habe mich teilweise sehr komisch gefühlt, aber ich habe das Gefühl, nun tiefer in mich hineinsehen zu können und auch besser zu wissen, was ich will, woran ich arbeiten sollte und was ich ändern will und muss.

Veränderungen auf dem Blog: Ich sehe gerade, dieser Blog hat im letzten Jahr wirklich so einiges durchgemacht. Abgesehen von 2015, wo ich alleine durch die 52/52 Challenge 52 Posts hatte, ist 2017 das Jahr mit den bisher meisten Posts. Fast 70 Stück sind es geworden. Ich habe mich also wirklich ziemlich gut um den Blog gekümmert und das rückblickend zu sehen, freut mich sehr. Wenn man es durchrechnet, bedeutet das mehr als einen Post in jeder Woche und damit bin ich sehr zufrieden.
Inhaltlich habe ich angefangen Wochenrückblicke hochzuladen, was ich bis Mitte August getan habe. Ab einem gewissen Punkt hat es mir allerdings etwas zu viel Platz des Blogs eingenommen, woraufhin ich zu Status-Updates gewechselt bin, die ich auch nach wie vor mache und beibehalten möchte. Es sind kleine Updates meines Lebens, wie es der Name schon sagt und sie sind deutlich weniger erzwungen als die Wochenrückblicke es recht schnell geworden sind. Ich mag es sehr, auf diese Weise mein Leben ein bisschen zu dokumentieren, auch wenn oftmals nicht viel passiert. Mir selber gefällt es schon sehr, einfach sehen zu können, was für Serien/Anime ich wann geschaut habe, wann ich mal mehr gezockt habe und wann welches Schreibprojekt besonders präsent war und auch wie ich mich gefühlt habe.
Ansonsten habe ich auch mal wieder ein paar kleinere Schreibstücke hochgeladen, die mehr Gedankenchaos mit Fokus auf ein bestimmtes Thema sind als alles andere, aber die mir trotzdem viel bedeuten und einen Teil meines Inneren widerspiegeln.
So wie es momentan läuft, würde ich es gerne aufrecht erhalten, auch wenn ich jetzt im Dezember etwas weniger aktiv war, da ich einen Nebenjob für diesen Monat hatte. Aber selbst damit habe ich ja noch ein paar Posts hinbekommen.

50 Abonnenten auf Youtube!: Ja, ich freue mich darüber, okay! Natürlich ist es im Vergleich zu wirklich großen Youtubern ziemlich wenig und gefühlt schauen von diesen 50 Leuten in etwa nur 10 bis 20% auch tatsächlich meine Videos, aber hey, selbst das ist ja immerhin schon etwas. Genau wie beim Schreiben bin ich einfach unendlich dankbar für jede einzelne Person, die ich mit meinen Worten auf irgendeine Weise erreichen, ablenken oder was auch immer kann.
Ich mag es einfach sehr, Videos zu machen und ein bisschen was aus meinem Leben, von meinen Ansichten zu teilen und anderen ein kleines Bisschen was von mir mitzugeben. Mich macht das einfach glücklich und natürlich ist es da auch schön, etwas mehr Leute zu erreichen und das an dieser Zahl sehen zu können. Es bedeutet schon etwas, wenn auch nicht die Welt, aber eben etwas.
Lustiger Funfact: Ich habe tatsächlich zwei Mal die 50 Abonnenten erreicht. Beim ersten Mal hatte ich ein paar Tage später gleich wieder nur 49. Ein bisschen warte ich immer noch darauf, dass das wieder passiert.
Als kleines Special für diesen Meilenstein habe ich mich mal daran gemacht, ein bisschen was aus meinen alte Videos zusammenzuschneiden und damit auch einen Rückblick auf inzwischen über 100 Videos zu machen. Jap, die 100 Videos Marke habe ich dieses Jahr auch geknackt.
Ob ich insgesamt aktiver war im Vergleich zu vorherigen Jahren, kann ich gar nicht sagen. Ich habe mich auf jeden Fall ein bisschen mehr gekümmert, glaube ich? Zumindest gefühlt, aber da ich kein wirkliches Zeitgefühl habe, kann es auch gut sein, dass ich mich insgesamt schon immer recht viel um meine Videos gekümmert habe und nur zwischendurch schwierigere Phasen hatte.
In jedem Fall macht es mir noch immer sehr viel Spaß und wer weiß, vielleicht verirren sich irgendwann ja auch nochmal mehr Leute auf meinen Kanal. Bis dahin bin ich auch mit den 50 schon sehr glücklich.

Schreibwahnsinn!: Eine Art Schreibtagebuch aka eine Liste, bei der ich jeden Tag eintrage wie viele Worte ich an welcher Geschichte geschrieben habe, führe ich inzwischen schon recht lange. Das habe ich, wenn ich mich nicht irre, auch schon vor diesem Jahr gemacht, aber ich glaube, dass ich in diesem Jahr noch um einiges gewissenhafter, disziplinierter und ausdauernder geworden bin, was das Schreiben betrifft.
An den meisten Tage habe ich mindestens 1.000 Wörter geschrieben und die gehen mir jetzt inzwischen wirklich schon sehr leicht von der Hand. Zuletzt habe ich es sogar über mehrere Tage hinweg geschafft, täglich 2.000 Wörter zu schreiben und ich hatte auch mehrere Tage, an denen ich in einen richtig coolen Flow gekommen bin und 3.000 und 4.000 Wörter geschrieben habe und ♥
Das zeigt einfach so schön, wie viel ich schaffen kann und wie viel mehr ich noch schaffen könnte. Denn selbst bei den 4000 Wörtern habe ich nicht den ganzen Tag mit Schreiben zugebracht, sondern ein paar Abendstunden, wie ich es meistens tue. Wenn ich mir dann vorstelle, wie viel ich schaffen könnte, wenn ich wirklich den ganzen Tag schreiben würde (und die Energie und Konzentration dazu hätte)... Das ist einfach unfassbar toll!
Gegen Ende dieses Jahres ist mir auch noch einmal sehr sehr bewusst geworden, dass das Schreiben wirklich das ist, womit ich mein Leben verbringen will. Ich will mein Leben dieser Leidenschaft widmen, geradezu opfern. Es gibt nichts auf der ganzen Welt, womit ich meine Zeit lieber verbringen würde, als das Schreiben und verdammt, ich will alles dafür tun, um mir selber diesen Traum zu erfüllen!
Es nervt mich ziemlich, dass ich mir da teilweise selber vieeel zu sehr im Weg stehe und uff, ich wünschte, es gäbe einen Beratungsstelle für kreative Menschen, die ihr Leben ihrer Kreativität widmen wollen. Warum gibt es so etwas nicht!? Ich will sowas gründen. Ne, im Ernst. Ich will nicht nur selber meinen Traum verwirklichen, sondern auch anderen dabei helfen.
Was auch noch sehr cool war: Das Erscheinen eines Schreibprojektes, mit dem ich wirklich so gar nicht gerechnet hatte und dann war es plötzlich da und ich habe daran im November NaNoWriMo gearbeitet und O.O Das hat mich echt ziemlich umgehauen, da normalerweise Ideen bei mir doch meist eine Weile reifen, ehe ich mich ihnen widme und sie richtig ausarbeite. ''Die vergessenen Könige'' wird es vielleicht sogar bald auf Fanfiktion.de zu lesen geben, wo schon ''Herzschlag'' zu finden ist.
Auch in diesem Monat, dem Dezember, setzte ich mich mit einer sehr frischen Story-Idee auseinander und zwar einer Geschichte, die ich für meine beste Freundin Riri schreibe. Sie selber beziehungsweise ihr OC Riri spielt darin die Hauptrolle. Es ist eine Fantasy-Geschichte und so viel mehr meine eigene Geschichte als eine Fanfiktion. Ich habe sie trotzdem erstmal als Fanfiktion veröffentlicht, weil Riris Love Interest nicht ein Charakter von mir selber ist, aber eigentlich ist er schon so sehr zu meinem eigenen Charakter geworden, dass ich nur seinen Namen etwas abändern müsste und ich könnte die Geschichte als eine eigene veröffentlichen. Na ja, mal schauen, was die Zukunft noch so bringt. Mir macht das Schreiben auf jeden Fall eine Menge Spaß und es macht mich unglaublich glücklich, wie glücklich ich Riri mit der Geschichte mache.

Highlight(s)!: Spontan fällt mir da eigentlich nur eine einzige Sache ein, die mir wirklich die Welt bedeutet. Als Riri und ich uns vor einiger Zeit über Twitter kennengelernt haben, habe ich sie recht zu Anfang mal gefragt, ob sie nicht Rin für mich cosplayen würde, sodass wir zusammen Rin und Haru aus Free! cosplayen würden. Zu der Zeit hatte sie Ja gesagt und weil wir beide Free! so sehr mögen, wurde sie dann für mich zu meinem Rin und ich habe den Namen Haru inzwischen sowieso voll und ganz als meinen eigenen angenommen und bevorzuge es sogar, Haru genannt zu werden.
Jetzt ratet mal, was wir dieses Jahr gemacht haben beziehungsweise was Riri für mich gemacht hat? Genau, wir haben zusammen Rin und Haru gecosplayt und ich kann das noch immer kaum glauben! *________* Wirklich, hätten wir keine Bilder gemacht, ich würde es ernsthaft anzweifeln, weil es einfach einer meiner größten Träume war und er ist in Erfüllung gegangen! Ganz viel Liebe an meine Beste! ♥

Ziele und all sowas für 2018
So, genug von dem vergangenen Jahr, auch wenn ich da sicherlich noch ein bisschen mehr zu schreiben könnte und tausend Punkte vergessen habe. Aber dieser Blogpost ist jetzt schon viel zu lang und ein bisschen über die Zukunft gibt es auch noch zu sagen.
Letztes Jahr hatte ich ein Youtube Video dazu gemacht, dass meine guten Vorsätze mehr waren/sind als nur ''gute Vorsätze'' und ich tatsächlich vorhabe, sie umzusetzen. Ich habe mir das Video nicht nochmal ganz angeschaut und sicherlich einige dieser Vorsätze doch recht schnell wieder vernachlässigt, aber insgesamt bin ich glücklich wie es mit dem Schreiben, Youtube und diesem Blog bei mir läuft. Ich habe mir sogar einen ganz coolen Plan für meine Hobbys gemacht und ich glaube, der funktioniert auch sehr gut. Und ich bin mir sehr sicher, dass ich sowas und feste Deadlines brauche, weil es mich einfach zu Hochformen auflaufen lässt und meine Faulheit soweit wie möglich unterbindet.
Wenn ich das Alles einigermaßen aufrecht erhalten kann in 2018 ist das schon mal eine ganze Menge, aber das reicht (mir) noch nicht. Sowieso reicht es (mir) nie. Die Gesellschaft fordert ja eh immer allen möglichen Blödsinn, mit dem man sich rumschlagen muss. Aber auch selber merke ich sehr deutlich, dass ich Veränderung und Fortschritt in meinem Leben brauche. Ich fühle mich etwas festgefahren und ich mag dieses Gefühl absolut nicht.
Zu wissen, was ich will, ist eine Sache, aber wirklich die Hände danach auszustrecken... Mit meinem Studium tue ich das ja schon mehr oder weniger, aber jetzt ist es Zeit für den nächsten Schritt und holy, meiner Social Anxiety gefällt das ja eher nicht so. Doch die muss ich dafür wirklich so gut wie möglich überwinden, denn oh, ich würde es hassen, wenn ich mich davon aufhalten lasse!
Also: 2018 will ich mich um Praktikumsplätze kümmern. Am liebsten würde ich in einen großen und einen kleinen Verlag reinschauen und natürlich welche, die mich auch wirklich interessieren. Und ahhh, ich hoffe so sehr, dass ich in der Hinsicht Glück haben werde und vielleicht, ganz vielleicht damit auch schon ein bisschen meine Zukunft ebnen kann.
Ansonsten... Lesen und Zocken sind immer noch so zwei Hobbys, um die ich mich mehr kümmern will und verdammt, irgendwie werde ich das im nächsten Jahr schaffen! Es muss doch gehen, dass ich da mehr Regelmäßigkeit reinbekomme! Vor allem auch deshalb, weil Lesen fürs Schreiben wichtig ist und ich so oft Luft aufs Zocken habe und es dann doch nicht tue, weil Dummheit.
Ich bin gespannt, in wieweit das Tablet, das ich mir als Weihnachtsgeschenk geholt habe, dabei helfen wird und insgesamt, was 2018 über meine eigenen Vorstellungen hinaus für mich bereithält.
Zwei Sachen, auf die ich mich unfassbar freue, stehen da übrigens schon fest und zwar: Ich gehe auf jeweils eine Show von Markipliers ''You're Welcome''-Tour und Dan & Phils ''Interactive Introverts''-Tour! :D Damit werde ich 2018 meine zwei Lieblingsyoutuber aka Markiplier und Dan sehen und ah, das wird toll!
Oh und es wird eine neue Free! Staffel geben, darauf freue ich mich auch wirklich sehr, vor allem da ich damit so gar nicht mehr gerechnet habe, nachdem 2014 die 2. Staffel lief und eigentlich danach keine weitere Staffel angekündigt worden war.
Das sind also schon mal zwei Sachen, die 2018 zu einem tollen Jahr machen werden und da ich alles so gut wie immer super positiv sehen will, hoffe ich einfach mal, dass es auch über diese zwei Sachen hinaus ein tolles Jahr werden wird.

Freitag, 15. Dezember 2017

Die Job-Sache

Dear Life.

Ich habe gerade beschlossen, dass es mal Zeit für eine neue ''Dear''-Kategorie wird, einfach weil es gewisse Themen gibt, die zu lang sind, um sie nur nebenbei in einem Status-Update zu erwähnen. Auch in ein ''Dear Everything Else'' passen sie nicht so ganz, auch wenn ich sie sicherlich ebenfalls darunter schreiben könnte. Na ja, interessiert wahrscheinlich die meisten eher weniger, was ich mir da so bei diesen Kategorien gedacht habe, ist auch mehr für mich zur Orientierung, auch wenn ich natürlich hoffe, dass sie darüber hinaus auch für andere Sinn machen.

Jetzt aber zum eigentlichen Thema: Wie es der Titel schon verrät, geht es in diesem Blogpost um ''Die Job-Sache'', ein Begriff, den ich einfach für alles verwende, was irgendwie mit Geld verdienen zu tun hat und ich werde das auch weiterhin tun. Ich finde es einfach ziemlich passend und wie ich schon mal erwähnt hatte, wird es mich wohl eine ganze Weile begleiten, wenn nicht sogar für immer. Schließlich braucht ja jeder irgendwie sowas wie einen Job – eine Möglichkeit, Geld zu verdienen.

Jap, ich denke, das Wort ''Job'' impliziert eigentlich vor allem ''Geld verdienen''. Zumindest verwende ich es auch hier selber vorrangig in diesem Zusammenhang. Wenn ich bisher immer von ''Der Job-Sache'' geschrieben habe, meinte ich in erster Linie, eine Tätigkeit, die mir Geld einbringt. Denn tja, letztendlich geht es darum im Leben nun einmal – Geld verdienen. Geld verdienen, um es ausgeben zu können. Arbeiten, um leben zu können. Funktionieren, um überhaupt eine Daseinsberechtigung zu erfüllen. Nicht? Sehr hart betrachtet, wird man als erwachsene Person in unserer kapitalistischen Gesellschaft genau darauf runtergebrochen.

Ich will hier jetzt keine Debatte über Wirtschaft oder sonst was anfangen. Wobei, ein bisschen schon. Weil es verdammt nochmal wichtig ist und ich hasse, hasse, HASSE es, wie sehr es Leben ruiniert. Nicht nur meines. Meinem Leben geht’s noch einigermaßen gut. Was ich fühle, ist dieser gottverdammte Druck. Und ich will nicht unter diesem Druck brechen. Ich will es einfach nicht. Auch wenn ich letztendlich vielleicht einfach keine Wahl haben werde.

Ich bin doch schon darunter gebrochen, nicht? In der Sekunde, in der ich mich entschieden habe, etwas nur deshalb zu tun, weil es mir Geld bringt (und noch recht erträglich für mich ist), habe ich mich dem Druck und dem System gebeugt, habe ich nachgegeben, habe ich verloren.

Das klingt jetzt alles sehr dramatisch, aber irgendwo ist es das eben einfach. Klar, es gibt vieles, das sehr viel dramatischer ist. Hier in Deutschland herrschen keine schrecklichen Arbeitsbedingungen; wir haben Gesetze, die uns als Arbeitnehmer schützen; wir sind abgesichert und so weiter und so fort. Aber das ändert dennoch nichts an der eigentlichen Situation, an der ich mir wohl mein Leben lang die Zähne ausbeißen werde.

Um mein Problem an sich etwas genauer zu beleuchten: Es ist nicht so, dass mich das ''Geld verdienen'' an sich stört, absolut nicht. Es ist völlig legitim etwas tun zu müssen, um dafür Geld zu bekommen. Wobei ich mir auch das in einer idealen Welt (zumindest zum Teil) weg wünschen würde. Das Konzept an sich ist... nicht unbedingt ideal.
Aber mein eigentliches Problem bezieht sich nicht auf den Aspekt des Geldverdienens, sondern auf etwas viel grundlegenderes und zwar die Art wie in unserer Gesellschaft Geld verdient wird beziehungsweise werden soll. Zu einem sehr sehr großen Teil ist es einfach ein persönliches Problem für mich, aber ich bin mir sicher, dass es vielen Menschen da draußen, ähnlich geht, wie mir.
Die Sache ist die: Ich möchte kein Geld mit etwas verdienen, an dem ich keinen Gefallen finden kann. Oder, um auf eine noch simplere Ebene zu gehen: Ich möchte meine Zeit nicht verschwenden, auch nicht für Geld.

Klar, wenn ich schon dazu gezwungen bin, Zeit zu verschwenden, ist es natürlich schön und sogar sehr praktisch, dafür Geld zu bekommen. Aber ganz ehrlich? Nein! Wieso bitte!? Wieso ist das eine Realität in unserer Leistungsgesellschaft!? Es macht schlicht keinen Sinn!
Jetzt kann hier natürlich argumentiert werden, was genau denn ''Zeitverschwendung'' ist und ja, das ist eine völlig subjektive und persönliche Sache. Für mich persönlich ist alles, an dem ich keinen Gefallen finden kann, eine Art von Zeitverschwendung und dementsprechend etwas, mit dem ich meine Zeit nicht zubringen möchte.
Ich weiß nicht, ob ich da vielleicht einfach viel zu idealistisch bin, wahrscheinlich. Ja, wahrscheinlich bin ich das. Hallo, ich bin eine idealistische Person und möchte bitte soweit es irgendwie möglich ist, nach meinen Idealen leben und dafür kämpfen!

Momentan arbeite ich über die Weihnachtszeit als Weihnachtsaushilfe zur Geschenkverpackung in einer Buchhandlung und dieser Aushilfsjob ist wirklich okay. Ich kann damit ganz gut leben. Nichtsdestotrotz stresst es mich auf eine ungute, ungesunde Weise.
Was schön daran ist: Die meisten Leute sind einem wirklich sehr dankbar, dass man für sie einpackt. Wenn viel zu tun ist, vergeht sogar die Zeit recht schnell. Dann ist es wirklich sehr in Ordnung.
Was daran nicht schön ist: Uff... Es geht nicht darum, dass es mit einer gewissen Anstrengung verbunden ist. Ich bin bereit, mich für etwas anzustrengen, definitiv. Ich bin auch bereit, mich bei diesem Job ''anzustrengen''. Aber es ist sehr viel mehr ein Durchhalten als ein Anstrengen und das ist der Punkt, an dem es mir wirklich missfällt. An diesem Punkt missfällt mir jegliche Arbeit.

Ich will nicht, dass es mir bei einer Arbeit in erster Linie darum geht, durchzuhalten. Ich will mich anstrengen. Ich will mir Geld verdienen, wortwörtlich verdienen. Ich will nicht Geld dafür bekommen, etwas zu ertragen. Ich will mich nicht gefoltert von Langeweile und Unwollen durch Stunden hindurch quälen müssen.
Ich will... glücklich sein, mit dem, was ich tue. Ich will (für) etwas arbeiten, dass mir ein Gefühl von Zufriedenheit und Erfüllung gibt. Und wenn das in großem Rahmen nicht geht, dann will ich zumindest etwas arbeiten, das mehr wie eine Art Abarbeiten funktioniert, sodass ich sehen kann, was zu tun ist, es in meinem Tempo bearbeiten kann und gehe kann, wenn ich damit fertig bin.

Für mich selber macht es einfach keinen Sinn, dafür bezahlt zu werden, zu warten. Klar gibt es Jobs, die sich voll und ganz auf dieses Prinzip stützen und ich verstehe das Prinzip an sich, definitiv. Aber für mich selber, ich selber kann nach diesem Prinzip nicht arbeiten, es tötet mich einfach innerlich und bitte, ich will nicht, dass Arbeiten und Geld verdienen mich innerlich tötet.

Dieser Blogpost ist ein bisschen Gedankenwirrwarr, ich weiß. Aber ich wollte einfach mal meine Gedanken zu diesem Thema niederschreiben, da es mich so wütend macht und ich absolut nicht meine Zeit verschwenden möchte. Ich möchte glücklich sein mit dem, was mein Leben ausmacht und für mich gehört dazu ein Job, der mir etwas gibt und nicht nur Zeit nimmt, damit ich Geld bekomme.
Es ist einfach zu sagen, dass mein Traumjob darin besteht, Autor*in zu werden. Es ist einfach mir selber zu sagen: „Ja, mach doch! Probiere es!“. Es ist schwer, es zu versuchen, weil da überall lauter Hürden und Steine im Weg sind und ich mir auch noch selber ständig im Weg stehe. Es ist noch schwerer, die eigenen Ideale beizubehalten, wenn die Realität einen dazu zwingt, nachzugeben und einzulenken. Und es ist unheimlich einfach, sich zu fügen.

Ich sage nicht, dass es durch und durch falsch ist, sich diesem Konzept unserer Gesellschaft zu fügen. Es kann einem genügen, einfach nur zu arbeiten, um des Geldes willen, unabhängig von der Arbeit selbst. Es kann okay sein, auf jeden Fall. Da spricht auch nichts gegen.
Aber es ist eben nicht für jeden okay. Es ist für mich nicht okay. Und ich will nicht einmal, dass es irgendwann für mich okay sein wird.

Ich will mehr sein, als das, was die Wirtschaft von mir will. Ich will das sein, was ich von mir selber will; was ich der Welt geben möchte; wovon ich das Gefühl habe, es sein zu können und sein zu sollen.
Ich will ich sein. Mein Job soll ich sein. Mehr oder weniger. Genug. Mein Job soll genug ich sein.

Und ja, ich spreche hier auch von einem Nebenjob. Da zählt das Ganze vielleicht in kleinerem Rahmen, nicht ganz so extrem, weil es ohnehin nur etwas auf Zeit ist; etwas um ein wenig Geld zu haben und mehr nicht. Das ist okay. Für eine Weile ist das okay. Für eine Weile ist das auszuhalten. Ist es wirklich.

Aber Gott, ich werde dieses Durchhalten so schnell müde. Ich will arbeiten, ich will es wirklich. Ich will auch Geld verdienen. Doch ich will das auf meine Weise und verdammt, irgendwie muss sich das doch mit der Realität vereinbaren lassen...

(Just Creative People Problems.)