Mittwoch, 20. Mai 2015

52/52 Challenge: Seelenschwert

Hallo. :D
Das hier ist die 31. Kurzgeschichte.
Und es ist die Fortsetzung der 4. Kurzgeschichte. ;D
Das ist die hier: Seelenfeuer.

Wort: Schwert
Wörter: 1791


Seelenschwert

An eine Hauswand gelehnt beobachtete ich den Markt. Ich hielt nach dem alten Mann Ausschau. Der Mann, der mir vom wahren Grund für den Tod meiner Eltern erzählt hatte. Der Mann, der mir erzählt hatte, dass meine Eltern gar nicht meine Eltern waren und ich der Nachkomme von Drachenkriegern war.
Ich hoffte, dass ich Glück hatte und er noch am Leben war. Es war gut möglich, dass ihn, wer auch immer meine Eltern getötet hatte, auch ihn getötet hatte, weil er ebenso nicht hatte verraten wollen, wo ich mich aufhielt. Da ich davon ausging, dass er mein leiblicher Großvater war, wusste ich, dass er mich nicht verraten würde. Doch etwas von ihm erfahren könnte ich auch nicht mehr, wenn er schon tot sein sollte.
Ich verschränkte seufzend die Arme vor der Brust. Na ja, ich würde schon eine andere Möglichkeit finden, um an die Informationen zu kommen, die ich benötigte. Es würde nur um einiges mühseliger sein, sie zu beschaffen.
„Was willst du machen, wenn er heute nicht auftaucht?“, fragte mein älterer Bruder neben mir. Ach nein, er war ja gar nicht mein Bruder. Trotzdem, ihn als solchen zu bezeichnen war am Einfachsten.
„Dann werde ich weiter rumfragen, ob jemand weiß, wo er wohnt. Vielleicht ist er dort oder wir finden dort zumindest Informationen“, erklärte ich. Was dachte er denn, was ich tun würde? Aber ich ärgerte mich nicht über ihn. Da sprachen Gefühle aus ihm. Da sprach seine Seele. Ich hatte keine Seele mehr.
„Und danach?“, wollte er weiter wissen. Konnte er sich das wirklich nicht denken? Ich schaute zu ihm rüber. Er konnte es sich denken, aber es gefiel ihm nicht. Gefühle waren so lästig. Gut, dass ich keine mehr besaß.
„Danach werde ich den Informationen nachgehen“, erwiderte ich.
„Und dann?“
Ich verdrehte die Augen. „Wenn ich das Schwert gefunden habe, werde ich den Drachen töten.“
Mein älterer Bruder, der nicht mein älterer Bruder war, zog die Augenbrauen zusammen und senkte den Blick. Er sah aus, als würde er angestrengt nachdenken. Aber ich kannte ihn mein ganzes Leben lang und seelenlos zu sein, hieß nicht, dass ich all das Wissen über ihn vergessen hatte. Er dachte nicht darüber nach, was ich tun würde, sondern, wie er mich davon abhalten konnte. Er fragte sich, ob es noch eine andere Lösung gab.
„Ich mag jetzt stärker sein. Aber ich brauche das Schwert und ich muss diesen Drachen töten.“ Meine Worte ließen keinen Widerspruch zu. Wortlos sah er mich an, versuchte mich allein durch seinen Blick zu bekehren. Ich erwiderte ihn ungerührt. Mit Gefühlen konnte er mich nicht erreichen. Um Gefühle empfinden zu können, brauchte es eine Seele. Doch die hatte ich gegen Stärke eingetauscht, um den Drachen töten zu können.
Ich ließ meinen Bruder hinter mir zurück, als ich einmal den Marktplatz überquerte. Es war schon spät. Die meisten Ständebesitzer packten bereits ihre Sachen. Wenn er heute auch nicht kam, war ihm vermutlich tatsächlich etwas zugestoßen. Wie ärgerlich.
Doch gerade als ich mich umdrehte, erblickte ich den Mann. Er lächelte, als er mich sah. Ich konnte es nicht erwidern. Als er das merkte, gefror auch sein Lächeln und ich wusste, dass er wusste, was ich getan hatte. Es interessierte mich nicht, was er über mich dachte. Ich wollte nur die Informationen.
Und er gab sie mir. Wir gingen zu ihm und er klärte mich auf, wie viel Wahrheit hinter den Geschichten über das berüchtigte Drachentöterschwert steckte. Zuletzt erzählte er von einem Antiquar, der eine alte Karte besaß, die uns zu dem als verschollen geltenden Schwert führen sollte.
„Aber sei vorsichtig! Das Schwert ist verflucht und die Leute, die deine Eltern getötet haben, Cendrik, werden sehr bald auch hinter dir her sein“, mahnte der alte Mann, der mir nicht erzählt hatte, dass er mein Großvater war, aber so wie er über meine eingetauschte Seele Bescheid wusste, wusste ich darüber Bescheid, dass er mein Großvater war. Dieses stumme Verständnis war sehr nützlich. Ersparte unnötige Plapperei.
„Was für einen Fluch kann es schon für einen Seelenlosen geben“, lachte ich über seine Warnung und nahm das kleine Pergamentstück, auf das er mir die Adresse des Antiquars geschrieben hatte, entgegen und steckte es in meine Hosentasche. Ohne eine Verabschiedung verließ ich den Laden.
Zuhause wartete mein nervöser Nicht-Bruder auf mich und meinte, er habe ein Recht, sich darüber aufzuregen, dass er nicht gewusst hatte, wo ich war. Er hielt mir ernsthaft eine Predigt. Ich sagte nichts, hörte ihm aber auch nicht zu. Es war lächerlich, dass er dachte, er könne mir irgendetwas vorschreiben. Ich war ein Nachkomme der Drachenkrieger, der eine einzige, letzte Nachkomme. Ich war etwas besonderes und ich würde diesen Drachen töten. Ich würde dieses Schwert finden und diesen Drachen töten.
Es gab keinen anderen Gedanken mehr, während wir uns auf die Suche nach dem Schwert machten. Der Junge, der Jahre lang mein älterer Bruder gewesen war, bestand darauf mitzukommen. Er würde mir nur ein Klotz am Bein sein. Vielleicht konnte ich ihn irgendwie loswerden. Als auch noch sein bester Freund mitkommen wollte, wollte ich verneinen und alleine losziehen. Alleine war ich am Ungehindertsten. Gefühle waren immer ein Hindernis.
Doch als sich auch noch das Mädchen, von dem ich wusste, dass sie sehr gut mit dem Bogen umgehen konnte und für mich schwärmte, uns anschließen wollte, entschied ich, dass es zu aufwendig war, sie alle loszuwerden oder vom Hierbleiben zu überzeugen. Vielleicht würden sie mir noch nützlich sein.
Tatsächlich erwiesen sie sich als ziemlich unnütz und ziemlich nervig. Bei jeder Gelegenheit durchkreuzten sie meine Pläne und ich war gezwungen, auf sie Rücksicht zu nehmen.
Als wir bei dem Antiquar ankamen, stellte sich heraus, dass er vor einem Monat gestorben war. Altersschwäche, sagte man uns. Ich glaubte es nicht. In seinem Laden und seinem kleinen Haus ließ sich keine Karte finden. Wir suchten alles ab. Da half mein Anhängsel vielleicht doch ein wenig. Acht Augen sahen mehr, als Zwei.
Das Mädchen mit den Bogenkünsten und den Gefühlen für mich bestand darauf, dass wir das Grab des Antiquar besuchten. Ich hielt es für Zeitverschwendung, ging aber gezwungenermaßen mit ihr und den anderen. Ich musste mir etwas überlegen, eine neue Spur finden. Wo ich das tat, spielte keine Rolle.
Wir standen ziemlich lange vor dem Grabstein. Während die anderen auf den beschrifteten Stein und die schon halb verwelkten Blumen in der Metallvase blickten, hatte ich die Hände in meine Hosentaschen geschoben und dachte, dass es wohl das Klügste wäre, wenn wir uns im Dorf etwas umhören würden.
„Geschmiedet durchs Leben
Im Garten will ich liegen
Verflucht durch den Tod
Die Blätter des Baumes rascheln im Wind“, las das Mädchen, das mit uns gekommen war.
„Das ist ein Hinweis“, stellte ich überrascht fest. Sie nickte lächelnd.
Wir besuchten noch einmal das Haus des Mannes und wurden tatsächlich in seinem kleinen Garten unter einem krüppeligen Baum fündig. Zwischen den großen Ästen, die aus dem Boden hervorragten, hatte er eine unscheinbare Holzkiste versteckt. Sie war schmal und länglich und besaß somit genau die richtige Größe. Und wirklich, es handelte sich um die Karte.
Ich rollte sie aus und sah schon auf den ersten Blick, dass wir einen langen, beschwerlichen Weg vor uns hatten. Doch ich fragte mich nicht eine Sekunde, ob es das wert war. Ich musste den Drachen töten, um jeden Preis. Das war meine Aufgabe, meine Bestimmung als Drachenkrieger.
Also begaben wir uns auf die Reise. Es war eine turbulente und anstrengende Reise, die von allen so einiges forderte. Aber ich hatte niemanden dazu gezwungen, mit mir zu kommen. Sie konnten jeder Zeit gehen. Doch sie taten es nicht.
Sie taten es nicht und schließlich erreichten wir das Höhlensystem tief in den Bergen, wo das Schwert verborgen sein sollte. Auch dieser letzte Schritt der Reise zehrte an unseren Kräften. Uns ging der Proviant aus und wir mussten uns das Wasser sehr gut einteilen. Doch wir schafften es.
Die Höhle, in der sich das Schwert verbarg, konnte nur von einem Drachenkrieger geöffnet werden. Der Zugang befand sich versteckt in einer Wand. Vor langer Zeit hatte jemand einen Zauber auf die Höhle gelegt, um sie zu verbergen. Drachenkrieger besaßen Magie. Sie floss in meinen Adern und dadurch, dass ich meine Seele gegen Stärke getauscht hatte, sollte ich genug Zauberkraft besitzen, um die Höhle öffnen zu können.
Ich legte beide Hände an unterschiedliche Stellen auf der Höhlenwand und murmelte mit geschlossenen Augen die Worte, die auf der Karte standen. Es brauchte einige Versuche, doch letztendlich öffnete sich der Durchgang. Der Berg erbebte. Zuerst war es nur die Wand, die unter meinen Händen zu vibrieren begann. Es folgte der Boden, sodass ich beinahe das Gleichgewicht verloren hätte. Auch die Decke und die gegenüberliegende Wand, der ganze Tunnel, der ganze Berg bebten, während wie von Zauberhand ein Teil der Wand vor mir verschwand.
Eine Höhle tat sich dahinter auf. In die Höhlenwand am anderen Ende der Höhle war ein gläserner Kasten eingelassen. Darin befand sich das Schwert.
Ohne zu Zögern ging ich darauf zu. Etwas stand außen auf dem Glaskasten geschrieben.
Fürchtet euch.
Denn dies ist das Schwert,
das Drachen tötete.
Ich nahm an, dass sich auch der Glaskasten nur mit Magie öffnen ließ, da ich keinen Verschluss finden konnte. Wie bei der Wand legte ich beide Hände auf das Glas. Dieses Mal murmelte ich keine Worte. Ich stellte mir bloß vor, wie das Glas unter meinen Händen verschwand. Wie es zersplitterte. Wie die Scherben mir ins Fleisch schnitten und es mich nicht im geringsten interessierte. Wie das Glas klirrend zu Boden fiel.
Bevor einer der anderen die Inschrift auf dem Glas lesen konnte, passierte es. Feine Linien, Risse zogen sich durch das Glas und dann zerbrach es in unzählige, kleine Einzelteile, die klirrend auf dem Höhlenboden aufschlagen.
„Wir müssen hier raus!“, rief der beste Freund meines Nicht-Bruders hinter mir. „Es wird alles einstürzen!“ Er hatte wohl recht. Der Boden, die Wände, die Decke, es bebte nach wie vor alles.
Da das Glas mich nun nicht länger daran hinderte, umschloss ich mit einer Hand den schwarzen Griff. Energie schoss durch meinen Körper, magische Energie. Es war so heftig, dass kurz alles schwarz würde, als würde ich in Ohnmacht fallen.
Doch das Gefühl ließ zum Glück rasch wieder nach und ich folgte den anderen aus dem Höhlensystem. Da wir unseren Hinweg an den Wänden markiert hatten, war es ein Leichtes wieder raus zu finden.
Das Erste, was ich tat, als wir weit genug vom Berg entfernt waren, war das Schwert zu betrachten und in den Händen zu wiegen. Es war leicht. Meine Hände konnten perfekt den Griff umschließen. Es war ein beidhändiges, großes Schwert, dessen Klinge von einer schwarzen Schicht überzogen zu sein schien. Das Licht der untergehenden Sonne spiegelte sich auf dem glatten Metall.
Ich lächelte. Jetzt konnte ich mein Schicksal erfüllen.

Anime: Noragami

Dear Anime.


Weil ich heute schon so fleißig war, bin ich jetzt noch fleißiger und schreibe diesen Blogpost. \o/
Danach dann aber mal endlich entspannen und vielleicht endlich mal wieder The Witcher zocken!
Okay, darum geht’s hier jetzt gerade nicht.

Kurzbeschreibung:
Götter und ihre Macken! Die junge Iki Hiyori rettet einen Jungen vor einem Unfall. Stattdessen wurde sie getroffen und seitdem verlässt ihr Geist unkontrolliert ihren Körper. Sie bittet den Jungen, der sich als Gott Yato vorstellt, um Hilfe. Doch Yato braucht Leute, die an ihn glauben, um ein echter Gott zu werden. Dafür erledigt er jeden Auftrag, den er bekommt, um sich einen Schrein leisten zu können. Allerdings hat letztens seine "göttliche Waffe" gekündigt, weil sie es nicht mehr mit ihm aushielt. Seine neue bereitet ihm auch nur Probleme. Kann Yato überhaupt jemanden von sich überzeugen und kann er Hiyori mit ihrem Problem helfen?

Ja, mit der Kurzbeschreibung kann man ziemlich gut leben. Vielleicht noch zur Info: Yatos neue göttliche Waffe heißt Yukine.

Story:
Ach, es ist süß, sehr lustig und zwischendurch auch richtig spannend und dramatisch! Eigentlich ziemlich perfekt. :D
Es dauert natürlich ein bisschen, bis sich alles so entwickelt und es ist ziemlich schade, dass der Anime nur so kurz ist, aber die Geschichte ist bis dahin doch recht interessant.
Was halt deutlich wird nach den 12 Folgen, ist, dass die richtige Geschichte eigentlich gerade erst angefangen hat. Aber ich denke, das ist normal bei Animes dieser Länge.
Es gibt auf jeden Fall sehr viel zu lachen, aber auch einiges zu leiden und Rührung und <3.
Ja, Noragami hat es mir schon ein bisschen sehr angetan. Werde mir vielleicht auch mal den Manga holen. :)
Was lässt sich noch zur Story sagen... Ich finde die Idee mit dem Trainingsanzug tragenden Gott, der alles für fünf Yen macht, einfach göttlich. :'D
Ich glaube, mehr muss man zur Story echt nicht sagen, will ja auch nicht spoilern.^^

Charaktere:
Also besonders Yato hat es mir ja schon echt angetan. :D Wie geschrieben Trainingsanzug tragender Gott, der ständig von großer Bekanntheit träumt und irgendwie ein ziemliches Arschloch ist, aber eigentlich ein sehr großes, gutes Herz hat. <3
Besonders seine Vergangenheit ist auch sehr interessant. Davon hätte ich sehr, sehr gerne mehr im Anime gesehen.
Hiyori ist nicht diese nervige Art Mädchencharakter, würde ich behaupten. Mal abgesehen davon, dass sie Kampfsportfan ist, hat auch sie ein sehr großes Herz und das merkt man. Ab und zu mag sie etwas naiv sein, aber nicht auf diese Weise, als ob sie nicht wüsste, was sie tut, sondern eher weil sie ehrlich ist.
Yukine hat auch was, der kleine Rebell. ;D Er tut einem richtig leid im Anime... Seine Vergangenheit wüsste ich auch echt gerne... Es ist etwas, ich sage mal unnötig, wie er sich verhält, aber er ist ein Teenager, da passt es wieder ziemlich gut. Und er schafft es echt, trotzdem unschuldig zu wirken. Bei ihm eindeutig auf eine naiv, kindlich trotzige Weise, aber irgendwie macht ihn das nur noch süßer. ;D
Tja und jetzt stellt euch das mal alles im Zusammenspiel vor! <3

So, jetzt hab ich wieder nichts drittes zu schreiben. Was soll das? Wie hab ich das denn sonst immer gemacht!? o.o

Gruselfaktor:
Oh, mir ist noch was eingefallen!
Noragami gehört nämlich ein Anime, der die meiste Zeit sehr lustig ist und dann kommen da so Szenen und O______O Da bekommt man wirklich fast ein bisschen Angst. Zwischendurch hatte ich nach dem Schauen echt ein bisschen Panik, wenn ich durch mein dunkles Zimmer gelaufen bin. o.o

Fazit:
Hm, wenn es nichts mehr zu sagen, gibt es nichts mehr zu sagen. Ganz einfach.
Wie geschrieben – süß, sehr lustig, teilweise ziemlich dramatisch und auch spannend. Mit 12 Folgen viel zu kurz, aber trotzdem sehr sehenswert.

Diese Augen. *-*
Dieses Lächeln. *__*
(Nein, ich fangirle ihn gerade gar nicht sehr.)
Ach, die sind alle so süß. <3
Ähm, ja, ich konnt's nicht lassen. ;D


Ich sag ja, süß! <3
Und die Zwei sowieso. *___*
Das ist aus dem Ending. <3

Dienstag, 19. Mai 2015

Mein Dienstagsfüller #9

Und ein weiterer Dienstagsfüller. \o/

Am Liebsten trinke ich Wasser.
Denke ich zumindest.^^ Da ich weder Kaffee noch Tee trinke, läuft es meist auf Wasser hinaus und damit habe ich auch absolut kein Problem.
Ansonsten trinke ich auch gerne mal Milch, im Moment auch Cola bzw. Mezzo Mix und mal ein Bier oder Fanta oder Sprite. Chai Latte und Latte Macchiato trinke ich auch gerne, aber das ist alles ziemlich situationsabhängig.

An meiner Arbeit mag ich, dass ich nach Feierabend noch viel vom Rest des Tages habe.
Ich mache ja im Moment nur einen Aushilfsjob, bis ich mit dem Studium anfange. Dadurch habe ich sehr viel Zeit und das ist ziemlich gut, auch wenn es mich manchmal etwas sehr unruhig macht und ich dadurch noch mehr das Gefühl habe, ganz viel tun zu müssen.
So wirklich perfekt ist die Situation nicht, aber na ja. Ich freue mich schon sehr darauf, wenn ich endlich studieren kann.

Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir wünschen, dass [hier könnte jetzt was ganz Großes stehen, ich entscheide mich mal für was Kleines] ich mein Traumstudium studieren kann.
Davon ist meine gesamte momentane Zukunftsplanung abhängig und es ist einfach mein Traum bzw. ein großer Schritt in Richtung meines Traumes. Es wäre so unfassbar schön, wenn ich einen der Eignungstests bestehen und an der Uni angenommen werden würde.

Die eine Reaktion auf mein Kuroko Cosplay hat mich diese Woche glücklich gemacht.
Nein, die Convention an sich hat mich nicht so ganz glücklich gemacht, aber die Aufführung, die ich unbedingt sehen wollte, war sehr toll.
Doch am Besten war die Reaktion der einen Händerlin, als ich an ihren Stand kam. Sie hat mich mit ganz großen Augen angestarrt und ein Geräusch gemacht, das einem Quietschen ähnlich kam und meinte, dass ich stehen bleiben solle und sie ihre Kamera holt. :'D
Ihr hat mein Cosplay anscheinend sehr gefallen und ich werde diese Reaktion wohl nie vergessen.

Sonntag, 17. Mai 2015

52/52 Challenge: Buchstabensuppe

Noch so eine Kurzgeschichte, die irgendwie anders geworden ist, als ich wollte. Aber auf eine gute Weise dieses Mal?
Keine Ahnung, beurteilt selbst. ;D

Wort: Buch
Wörter: 1052

Buchstabensuppe

Mein Leben war alles andere als schön. Sicher hatten es einige um einiges schlechter, aber schöner wurde mein Leben dadurch trotzdem nicht. Ich will auch gar nicht meckern, eigentlich zumindest. Es gab ja auch schöne Momente, sehr schöne Momente sogar.
Die Nachbarin, deren Wohnung sich auf der gleichen Etage wie die meiner Familie befand, schenkte mir immer Bücher und wenn ich nach der Schule nach Hause kam und mir niemand die Tür aufmachte, durfte ich bei ihr rein und das im Fernsehen schauen, was ich schauen wollte. Aber nur, bis mein älterer Bruder nach Hause kam.
Er war schon 20, ganze zehn Jahre älter als ich. Er arbeitete immer sehr lange, weil Mama das nicht mehr konnte und Papa nicht mehr da war.
Ich sollte aber nicht die ganze Zeit nur fernsehen, meinte die Nachbarin. Sonst würde nichts aus mir werden, sagte sie. Das war, als ich vier war und noch nicht in die Schule ging. Es ist eine meiner ersten richtigen Erinnerungen. Eine Woche nachdem sie das gesagt hatte, wurde ich schon fünf. Ich war wieder bei ihr, weil Mama zu schwach war, um zur Tür zu gehen. Sie war sehr krank. Aber ich wusste ja, wo ich hin konnte.
Die Nachbarin wusste, dass ich Geburtstag habe und nahm mich ganz fest in den Arm. Sie sagte, dass sie eine Überraschung für mich hat und führte mich in die kleine Küche. Auf dem Tisch stand ein kleiner Kuchen mit fünf Kerzen drin und ein großes Paket lag auf dem Tisch. Es war eigentlich gar nicht so groß, aber damals kam es mir sehr groß vor.
Ich blies freudig die Kerzen aus, bedanke mich ganz oft und aß brav erst ein Stück von dem Kuchen. Ich war gut erzogen worden. Das Geschenk war nicht das Wichtigste. Trotzdem konnte ich beim Essen nicht aufhören, es anzustarren. Ich wollte so gerne wissen, was sich unter dem Papier verbarg.
Die Nachbarin lachte und sagte, ich dürfte es jetzt aufmachen. Begeistert nahm ich es an mich, bemühte mich aber die Klebestreifen ganz vorsichtig zu lösen. Das Papier durfte man ja nicht kaputt machen. Als ich das endlich geschafft hatte und der Inhalt des Geschenks zum Vorschein kam, machte ich große Augen.
„Ein Buch“, sagte ich erstaunt.
„Nicht ein Buch, dein Buch“, lächelte die Nachbarin.
„Aber ich kann doch gar nicht lesen“, meinte ich und war enttäuscht. Was sollte ich denn mit einem Buch? Es standen ganz viele im Regal meiner Mutter und ich kannte natürlich Bilderbücher aus dem Kindergarten. Aber das Buch in meinen Händen war so dick und schwer und der Einband war nicht bunt. Ich wusste, dass das kein Bilderbuch war.
„Du meinst, du kannst noch nicht lesen“, korrigierte die Nachbarin mich.
„Aber es dauert doch noch so lange, bis ich in die Schule komme und es lerne.“ Missmutig schaute ich das Buch an. Jetzt wusste ich zwar, was sich unter dem Papier verborgen hatte, aber das eigentliche Geschenk kannte ich trotzdem nicht, weil ich nicht lesen konnte. Noch nicht. Noch nicht?
Mit leuchtenden Augen blickte ich die Nachbarin an. „Du wirst es mir beibringen, das Lesen?“
Sie nickte lächelnd. „Ja.“
Von da an ging ich nach dem Kindergarten immer direkt zu ihr. Meine Mutter und mein Bruder wussten Bescheid. Am Anfang war es nicht so toll. Lesen war gar nicht so leicht, dabei kannte ich sogar schon ein paar Buchstaben und Wörter aus dem Kindergarten.
Doch schon am dritten Tag rannte ich die Treppen nach oben, nachdem die Mutter meiner Freundin mich vor dem Mehrfamilienhaus abgesetzt hatte. Ich konnte es kaum erwarten, neue Buchstaben, neue Worte zu lernen. Ich wollte endlich die ganzen Sätze in meinem Buch kennenlernen.
Eines Tages war es dann soweit. Es war kurz vor meiner Einschulung. Ich war jetzt schon sechs Jahre alt. Zum Geburtstag hatte die Nachbarin mir noch ein Buch geschenkt. Nicht ein Buch, es war jetzt mein Buch. Es war nicht so dick, wie das Große, mit dem wir übten, aber es war doch ziemlich dick und nur gefüllt mir Worten, ganz vielen, kleinen Worten.
Aber inzwischen liebte ich diese Worte. Jetzt, wo ich sie kannte, gehörten sie alle mir. Es waren jetzt meine Worte.
Als ich an jenem Tag kurz vor meiner Einschulung zu der Nachbarin ging, sagte sie mir, dass sie mich heute nicht unterrichten konnten. Ich war verwirrt und traurig, doch dann sagte sie, dass ich von jetzt an selber lernen sollte. „Versuche das Buch zu lesen“, sagte sie. „Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort, Satz für Satz, Seite für Seite.“
Voller Begeisterung riss ich die Augen auf, sah das Buch an, sah die Nachbarin an und konnte zuerst gar nicht glauben, dass sie das ernst meinte. Doch sie sagte, ich wäre soweit. Also setzte ich mich hin und begann zu lesen.
Wie am Anfang das Lernen der Buchstaben und Wörter, war auch das Lesen am Anfang sehr schwer und ich wollte schon nach drei Sätzen aufgeben, weil ich die Sätze irgendwie falsch las, denn sie klangen doof und bei der Nachbarin hatten sie immer so schön geklungen.
Doch ich wollte nicht aufgeben. Ich wollte wissen, was dieses Geschenk war. Ich wollte den Inhalt, das Geheimnis dieses Buches erforschen.
Es dauerte nicht lange, da merkte ich gar nicht mehr, wie die Zeit verstrich. Oft waren die Sätze zwar etwas komisch, manchmal einfach weil sie sehr lang waren und ich verstand nicht alles, aber ich mochte die Buchstabensuppe auf den Seiten. Ich mochte den Klang der einzelnen Wörter. Ich mochte, wie alles sich irgendwie zusammenfügte und einen Sinn ergab, dabei waren es eigentlich nur Buchstaben.
Von da an las ich jeden Tag, oft sogar heimlich in der Nacht oder ich stand extra früher auf, um noch vor dem Kindergarten und später vor der Schule lesen zu können. Für dieses erste Buch brauchte ich sehr lange, aber ich war sehr stolz, als ich es durchgelesen hatte. Ich hatte lesen gelernt. Ich konnte jetzt lesen. Und Lesen war ein bisschen wie Magie. Ich hatte Magie gelernt.
Ich liebte es, das Lesen, die Magie, die Buchstabensuppe. Es war so aufregend und nie gleich. Obwohl die Wörter oft die Gleichen waren, war es jedes Mal anders. Andere Welten, andere Leben, andere Abenteuer.
Es war ein unendliches Meer aus Worten, zusammengesetzt aus Buchstaben. Buchstabensuppe und Wortenmeer. Ich würde nie mehr aufhören, darin zu schwimmen.

Samstag, 16. Mai 2015

52/52 Challenge: Die Fantasie eines Kindes

Nr. 29.
Ja... ähm... Ist etwas seltsam geworden? Eigentlich wollte ich das etwas anders, aber na ja.
Trotzdem viel Spaß beim Lesen. :)

Wort: Traum
Wörter: 1344


Die Fantasie eines Kindes

Als Kind hatte ich mal gedacht, dass ich mit 30 ein erfolgreicher Geschäftsmann sein würde, mit einer Frau verheiratet wäre und schon ein oder vielleicht auch zwei Kinder hätte. Auf diese Weise hatte ich Erwachsene gesehen.
Als ich etwas älter wurde, dachte ich noch immer so. Erwachsene waren doch pflichtbewusst und um Sicherheit bemüht. Sie machten eine Ausbildung oder studierten und suchten sich dann einen Job. Irgendwie dabei fanden sie jemandem, mit dem sie ihr Leben verbringen wollten und dann wurde geheiratet und ein Haus gekauft und man wollte Kinder und das war dann das Leben.
Ich hatte das nicht als etwas Schlimmes angesehen. So war es eben. Das war es, was man im Leben erreichen sollte – einen tollen Job und eine Familie. Ich stellte es mir vor. Ich wollte diese Dinge selbst für mich erreichen. Warum auch nicht? Es klang ganz gut und die Vorstellung war auch recht schön. Ich glaubte, dass es etwas für mich wäre. Ich wusste nicht, was ich sonst groß machen sollte.
Doch das, was ich mir da als meine Zukunft vorstellte, war schlicht und ergreifend das, was die Gesellschaft von ihren Bürgern erwartet.
Das stellte ich fest, als ich auf die Oberstufe kam und langsam mehr von der Welt mitbekam, mich mehr für die Welt zu interessieren begann. Diese Interessenphase war aber dann auch recht schnell wieder überwunden, denn ich stellte noch etwas fest: die Welt war schrecklich. Alles war irgendwie schlimm und schlecht und überhaupt gab es überall nur Leid und Grenzen und Regeln, Richtlinien, Gesetze.
Ich geriet in eine Punk-Phase, so nannten es meine Eltern. Gleichzeitig geriet ich auch in eine ''Ich will mal ausprobieren, wie es ist, bi oder schwul zu sein''-Phase, die eigentlich eher eine ''Vielleicht bin ich gar nicht hetero''-Phase war. Eine Phase war allerdings keins davon, denn was anfing, als ich 15 oder 16 war, ist jetzt, mit 30 immer noch ganz aktuell.
Und ich habe mir etwas zurückgeholt, was die Gesellschaft, die Brutalität dieser Welt mir gestohlen hatte – die Fähigkeit zu träumen.
Denn je länger ich mich von all dem Hässlichen hatte abschrecken lassen umso farbloser war alles geworden. Es war mir Trist erschienen, alles, mein Leben, die Welt, die Zukunft. Ich wollte keine Zukunft mehr, wollte kein Jetzt. Nichts hatte mehr einen wirklichen Sinn für mich ergeben.
Bis ich mit 18 an einer Tankstelle einen 16 jährigen Jungen traf. Mir war die Cola ausgegangen und ich hatte die Nacht durchschreiben wollen. Das hatte ich für mich entdeckt – das Schreiben. Aber ich hatte nicht das Gefühl sonderlich gut zu sein und ich schrieb eigentlich nur düsteren Blödsinn.
Seufzend betrat ich den Laden. Cola würde mich hoffentlich wieder etwas motivieren. Gezielt steuerte ich das Regal mit den Getränken an. Von rechts kam ein Junge mit einer grauen Mütze auf dem Kopf und großen Kopfhörern auf den Ohren. Er schaute zu Boden und ich konnte nicht so schnell reagieren, da war er schon in mich reingelaufen.
„Oh, Entschuldigung!“, stieß er hervor, zog sich die Kopfhörer von den Ohren und blickte mir ins Gesicht. Meine Lippen teilten sich. Er hatte tiefblaue Augen, die schimmerten, als würde die Welt in ihnen liegen. Nicht die brutale Welt, wie ich sie zu sehen gelernt hatte. Nein, in seinen Augen lag eine strahlende, verheißungsvolle Welt.
Am liebsten hätte ich ihn auf der Stelle geküsst. Stattdessen starrte ich ihn einfach an und er starrte mich an und die Minuten verstrichen.
„Ähm“, sagte er schließlich. „Ich geh dann mal bezahlen, sonst merkt mein Vater noch, dass ich weg bin.“
Er wollte sich an mir vorbeischieben, aber ich fasste ihn am Arm. Ich hatte nicht darüber nachgedacht, was ich sagen wollte. Ich wusste nur, dass ich ihn vielleicht nie wiedersehen würde. Ich durfte diese Chance nicht verstreichen lassen.
„Hast du Lust, was mit mir zu machen? Nur reden oder so. Ich weiß auch nicht, irgendwas halt.“
Das war der wohl lahmste Anmach- Schrägstrich nach einem Date fragen Spruch überhaupt. Aber es klappte überraschender Weise. Er nickte und lächelte das süßeste Lächeln, das ich je gesehen hatte.
Wir setzten uns auf eine Bank auf der gegenüberliegenden Straßenseite und redeten die ganze Nacht. Er war... Ich kann es nicht beschreiben. Alles, was er sagte, alles, was er war, seine ganze Person entfachte ein Feuer in mir.
Als es schon beinahe dämmerte, tauschten wir Nummern und verabschiedeten uns voneinander. Er legte die Arme um meinen Nacken und lächelte süß. Er war etwas kleiner als ich und musste sich deshalb auf die Zehenspitzen stellen. Ich beugte mein Gesicht seinem entgegen. Bevor unsere Lippen sich berührten, sagte er: „Mit diesem Kuss schenke ich dir die Fähigkeit, zu träumen.“
Der Kuss war unglaublich. Ich hatte schon vorher relativ viel geküsst und da waren auch sehr gefühlvolle Küsse dabei gewesen, aber es hatte sich noch nie so... magisch angefühlt.
Wir lösten uns voneinander. Ich schlug die Augen wieder auf und mit einem Mal sah alles anders aus, besser, lebendiger.
„Bis bald“, flüsterte er und sein ehrliches Lächeln hatte auch etwas geheimnisvolles, genauso wie das Blitzen in seinen Augen.
„Bis bald“, erwiderte ich und sah ihm nach, als er davon ging. Ich hätte ihn nach Hause bringen sollen. Es war spät, also früh. So spät, dass es schon früh war. Ich hätte ihm folgen können, aber ich spürte, dass er auf sich selbst aufpassen konnte.
Außerdem war ich müde. Zuhause fiel ich erschöpft ins Bett. Und dann träumte ich. Zum ersten Mal seit Ewigkeiten träumte ich in den strahlendsten, lebendigsten Farben. Nie zuvor hatte sich ein Traum so echt angefühlt und ich vergaß keine Sekunde davon. Es war fast, als wäre es gar kein Traum gewesen. Als wäre es eine andere, sehr absurde Realität.
Ich fand heraus, dass es das tatsächlich war. Bei unserem nächsten Treffen erzählte Lio mir davon. Einst war er in die Traumwelt eingeladen worden und mit dem Kuss hatte er mich eingeladen. Normalerweise konnten nur Kinder diese Welt betreten. Die Welt der Träume bestand aus der Fantasie der Kinder, weshalb sich immer wieder etwas veränderte und etwas Neues hinzu kam.
Als ich jetzt, 12 Jahre später, mit 30 Jahren, mich neben Lio in das große Bett in unserer Wohnung legte, betrachtete ich lächelnd sein schlafendes Gesicht. Wie die Traumwelt wohl heute aussah? Ob wir uns sehen würden?
Ich schloss die Augen und schlief ein. In der Traumwelt fand ich mich in Mitten unzähliger Lichtpunkte wieder. Wie ein Meer umgaben sie mich. Sie schienen überall zu sein und als ich ein paar Schritte ging, waren sie auch dort. Überall waren diese Lichtpunkte. Ich streckte die Hand aus, um einen von ihnen zu berühren und er setzte sich auf meinen Finger. Es war ein Glühwürmchen. Es waren alles Glühwürmchen. Als ich den Kopf in den Nacken legte, konnte ich den dunklen Nachthimmel sehen.
Lächelnd streckte ich meine Hände aus. Ich wusste instinktiv, wie dieser Traum funktionierte. Natürlich, ich kannte die Traumwelt inzwischen schon seit 12 Jahren und als Kind hatte ich sie schließlich auch gekannt. Es war ganz einfach. Man musste sich nur auf seinen Instinkt, sein Bauchgefühl verlassen. Das, was Erwachsene verloren. Das, was einen seine Träume erreichen ließ.
Die Glühwürmchen flogen um mich herum, während ich selbst dem Himmel entgegen flog. Irgendwann verschwanden die tanzenden Lichtern und wurden ersetzt durch funkelnde Sterne. Auch nach ihnen streckte ich die Hand aus, berührte sie, fühlte sie, fühlte die Kraft, die ihnen innewohnte.
Ich hörte ein helles Lachen und drehte mich um. Ein kleines Wesen mit Flügeln flog davon. Ich folgte ihm und landete in einer Schar aus Feen, die zu einer lieblichen Musik tanzten. Ich schloss mich ihnen an und wir tanzten zusammen mit den Glühwürmchen. Und während die Sterne mit den Glühwürmchen um die Wette funkelten, lächelte mich der Mond an.
Ich erzählte dem Mond, wie glücklich ich war, hier sein zu können. Wie glücklich ich war, Lio getroffen zu haben. Wie glücklich ich war, träumen zu können.
Das Lächeln des Mondes wurde breiter und er sagte: „Du, mit der Fantasie und dem Herzen eines Kindes wirst es noch sehr weit bringen. Höre bloß nie auf, zu träumen.“

Donnerstag, 14. Mai 2015

Buch: Die Flucht von Ally Condie

Dear Books.


Inzwischen bin ich ja schon fleißig beim dritten und letzten Buch der Reihe. :D
Wer's jetzt nicht verstanden hat: Die Auswahl – Die Flucht – Die Ankunft.
Jetzt möchte ich (mal wieder) gerne die englischen Titel kennen. Warum kenne ich die eigentlich nicht? Muss ich mal nachschauen!

Kurzbeschreibung:
Wie durch ein Wunder gelingt Cassia die Flucht in die Äußeren Provinzen. Sie will nach Ky suchen, ihrer großen Liebe. Ky kämpft dort als Soldat für die Gesellschaft und ist ununterbrochen brutalen Angriffen ausgesetzt. Als Cassia endlich auf eine Spur von Ky stößt, ist er bereits entkommen und auf dem Weg in die wilden Canyons in den Grenzgebieten.
Verzweifelt macht sich Cassia auf den lebensgefährlichen Weg. Was wird sie am Ende der ihr bekannten Welt finden? Zwischen steinigen Schluchten und staubigen Pfaden sucht Cassia nicht nur nach Ky – sondern auch nach sich selbst.

Oh, die Kurzbeschreibung ist echt mal ganz gut. Kommt ja selten vor.

Story:
Hat einen starken Kritikpunkt für mich. Und zwar das Rumreisen. Ich mag es einfach nicht. Klar, ist es langweilig, wenn Leute nur an einem Ort sind. Aber ich mag es einfach nicht über eine Reise zu lesen. Wie sie fahren, laufen, Rast machen, auf die treffen, das tun, dann passiert das, dann passiert jenes.
Reisen sind zwar eigentlich ein guter Anhaltspunkt für einen Storyverlauf, denn es gibt einen Grund, warum sie sich auf die Reise begeben, einen Ort, wo sie anfangen und ein Ziel und das dazwischen wird mit Plot gefüllt. Genau das dazwischen mag ich aber nicht.
Ich kann wirklich nicht so genau erklären, warum. Vielleicht weil es einfach etwas müßig ist und sich sehr schnell ziehen kann und dadurch dann etwas langweilig wird.
Das war bei ''Die Flucht'' auch der Fall, allerdings nur bedingt.
Ich bin ja immer bereit, mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen und solch Reisezeugs verdirbt mir jetzt auch nicht gleich das ganze Buch oder die ganze Geschichte.
In ''Die Flucht'' war es nach einer Weile doch recht interessant, wie die Reise so verläuft. Und zwar (kein Spoiler, weil's in der Kurzbeschreibung steht. :P) ab da, wo Cassia und Indie in den Canyons sind, eher noch ab da, (Spoiler!) wo sie dann alle wieder zusammen sind.
Einerseits war es toll, mitzufiebern, wann die Zwei sich wiederfinden und dann auch, etwas über die Erhebung und die Niederlassung zu erfahren.
Im Gegensatz zum ersten Buch rückt die Liebesgeschichte in den Hintergrund und es geht mehr um die Erhebung und Inneres. Da jedes zweite Kapitel aus Kys Sicht ist, erfährt man auch sehr viel über ihn und seine Gedankenwelt, seine Ansichten und sein (bisheriges) Leben.
Das Ende hat mir nicht so gefallen. Weil (Spoiler) 1. die Zwei wieder voneinander getrennt wurden (Spoiler Ende!) und 2. es irgendwie ziemlich stumpf und abrupt kam. Andererseits ist das natürlich wieder recht realistisch und das ich ja auch wieder recht gut.

Charaktere:
Es sind zwei bzw. drei, vier neue Nebencharaktere dabei, die ganz cool sind. Um nur zwei zu nennen – Eli, der in gewisser Weise ein Ersatz für Cassias Bruder Bram ist. Und Indie, die irgendwie Cassias Freundin ist und Ky gleichzeitig nicht leiden und leiden kann? Nah, ihr müsst es lesen, um Indie zu verstehen, denke ich. Wäre jetzt zu viel Erklärung und Spoiler.
Was Cassia und Ky angeht – sie verändern sich beide, für einander. Cassia wird um einiges mutiger und tut alles, um zu Ky zu gelangen. Ky widerfährt noch mehr schlimmes, als ohnehin schon und ohne Cassia und seine Liebe für sie, wäre er wohl ein ziemlich verbitterter Junge. Aber für sie und durch sie schafft er es, seine Verbitterung zu überwinden.
Das klingt jetzt alles wieder so rosarot, ist es aber nicht, zumindest nicht nur. Ihre Beziehung bekommt auch einen kleinen Knacks. Nya, ich will ja nicht spoilern! Lest es!

Hab ich echt nicht mehr zu schreiben als das? Hä?
Also mir fällt jetzt ernsthaft kein weiterer Punkt ein... o.O
Hm... Bzw. ich weiß nicht, wie ich den Punkt nennen könnte...

Ich schreib es mal einfach so:
Ich mag es, wie man nichts konkretes über die Erhebung erfährt, selbst am Ende nicht wirklich. Es ist die ganze Zeit über sehr unklar, wie genau diese Revolution eigentlich funktioniert/funktionieren soll. In ''Die Flucht'' haben die Charaktere zwar schon ihre Meinungen dazu, aber einem selbst fällt es verdammt schwer (oder mir zumindest^^), sich eine richtige Meinung darüber zu bilden, weil man einfach bisher so wenig weiß.
''Die Flucht'' konzentriert sich sehr stark darauf, mehr die Charakterentwicklung herauszustellen und nicht allzu sehr das ganze Revolutionszeugs, das ist eher unterschwellig. Als zweiter Schritt nach der Liebesgeschichte finde ich das sehr gut gewählt.

Fazit:
Eine Reise, viel Gedankenzeugs, weniger Liebesgeschichte als in dem ersten Buch ''Die Auswahl'', sehr viel mehr über Ky, Spannung, was als nächstes passiert, Spannung, was und wie die Erhebung eigentlich ist.
Wenn man das erste Buch gelesen hat, sollte man es lesen. Man will ja schließlich wissen, wie es weitergeht, ob die Zwei sich widerfinden etc.
Auch nach dem Zweiten gefällt mir die Cassia & Ky Reihe nach wie vor sehr gut. Die Geschichte verliert etwas von der ruhigen Stimmung, aber sie ist doch noch an einigen Stellen vorhanden und so ist es gut so. Wirklich lesenswert, wenn man solche Dystopien Geschichten mag und nichts gegen eine Liebesgeschichte, die schon recht im Mittelpunkt steht, hat.

Mittwoch, 13. Mai 2015

52/52 Challenge: Frei für einen Tag

Die Nr. 28.
Ich schreibe momentan an 32. :D

Wort: Blau
Wörter: 841

Frei für einen Tag

Ich träumte, ich wäre ein Vogel.
Ich weiß nicht, was für ein Vogel ich wäre. Aber das war auch egal. Hauptsache ich hatte Flügel und konnte fliegen. Und das konnte ich. In meinem Traum konnte ich fliegen.
Ich breitete die Flügel aus, lief los und vom nächsten Windstoß wurde ich in die Lüfte gehoben. Gleichmäßig schlug ich mit meinen Flügeln. Auf und ab, auf und ab, auf und ab. Der Wind fühlte sich gut an. Er war nicht zu stark und nicht zu schwach. Ich spürte ihn unter meinen Flügeln und in meinem Gesicht. Oben in der Luft schmeckte er besser, als unten auf der Erde.
Ich flog über die Stadt hinweg. Die Häuser waren zuerst noch groß, doch je höher ich flog, umso kleiner wurden sie und die Menschen, die Menschen konnte ich schon sehr früh kaum noch erkennen. Sie waren ganz klein und völlig unbedeutend. Ich war auch unbedeutend. Als einzelner Vogel bedeutete ich nichts. Aber das spielte auch keine Rolle. Ich war frei.
Ich flog und flog, immer weiter und weiter. Ich wollte nicht anhalten, wollte nicht landen. Die Stadt unter mir wich weiten Feldern, Wiesen und Wäldern. In einiger Entfernung konnte ich auch einen See erkennen. Von oben wirkte alles ganz anders, kleiner, aber auch viel schöner. Es war grün und lebendig, wogte im Wind und ich, ich war ein Teil davon.
Ich ging in den Sinkflug und flog ganz dicht über das hochgewachsenem Gras hinweg. Es kitzelte mich am Bauch und an den Füßen. Ein Stacheldrahtzaun tauchte vor mir auf, aber ich flog einfach über ihn hinweg. Der Zaun störte mich nicht. Er konnte mich nicht aufhalten. Ich war frei.
Ich flog durch den Wald, Slalom um die Bäume herum. In einer Baumkrone machte ich eine Pause. Hoch oben saß ich in dem Baum, ein kleiner Vogel, einer von vielen und es war mir egal. Ich war frei.
Ich weiß nicht, wie lange ich auf diesem Ast hoch oben in diesem Baum saß und das Leben unter mir und um mich herum betrachtete. Zeit war unbedeutend für mich.
Irgendwann erhob ich mich wieder in die Lüfte, weil ich es konnte, weil es toll war. Ich schlug mit meinen Flügeln und fühlte wieder den Wind, fühlte das Leben. Es gab nichts Schöneres als zu fliegen. Es war uneingeschränkt, unbeherrscht, über allem stehend. Doch gleichzeitig verlieh es einem keine Macht, zumindest einen Vogel machte es dadurch nicht mächtig. Was waren Vögel schon? Tiere. Es waren nur Tiere. Tiere, die fliegen konnten, aber nur Tiere. Fische waren schließlich auch nicht mächtig, bloß weil sie unter Wasser atmen konnten.
Um Macht ging es auch gar nicht. Wer wollte schon Macht, wenn er Freiheit haben konnte? Ich würde die Freiheit jederzeit der Macht vorziehen. Das Einzige, wozu ich Macht nutzen würde, wäre, um alle frei zu machen. Frei vom Druck der Gesellschaft, frei von Sorgen und Ängsten und Verzweiflung, frei von Verpflichtungen, frei von Verantwortung, frei von Bedürfnissen. Frei.
In meinem Traum dachte ich daran, wie unwohl ich mich als Mensch gefühlt hatte. Ich war so eingeschränkt, so beeinflusst, so abhängig gewesen. Alles hatte etwas gekostet, meist Geld oder Zeit oder auch Schmerz. Nirgendwo hatte ich hineingepasst. Ich hatte mich immer fehl am Platz gefühlt, ein Außenseiter, ein Andersdenker. Ich war so oft enttäuscht, so oft belogen, so oft verraten worden. Niemand hatte sich je für irgendetwas bedankt, sich je auch nur nach mir umgesehen. Es hatte weh getan! Es hatte furchtbar weh getan. Aber ich hatte nichts tun können. Ich war gefangen gewesen.
Jetzt nicht mehr. Jetzt war ich frei. Jetzt konnte ich hin, wo immer ich wollte. Jetzt konnte ich einfach fliegen, fliegen, fliegen. Ich musste gar nichts und ich musste auch nichts sein. Niemand erwartete etwas von mir. Ich war frei.
Es war auch in Ordnung, keinen Platz zu haben, wo man hingehörte. Als Vogel brauchte ich das nicht. Ich konnte immer wieder weiterziehen, immer wieder einen neuen Ort finden.
Ich flog über den See hinweg, in dem sich das heute wolkenlose Blau des Himmels spiegelte. Blau. Blau war schon immer meine Lieblingsfarbe gewesen, himmelblau. Seit ich denken kann, war es meine liebste Farbe. Und jetzt, als Vogel, war diese Farbe mein Zuhause, mein stetiger Begleiter.
Ich hatte doch einen Ort, an den ich gehörte. Vögel hatten einen Ort, an den sie gehörten. Es war der Himmel. Der Himmel war der Platz, wo ich hingehörte. Hoch oben am blauen Himmel, dort war mein Ort.
Nachdem ich aus dem Traum erwacht war, dachte ich immerzu daran, wenn ich hoch in den Himmel schaute. Egal, ob er grau von Wolken, rötlich von der Sonne oder schwarz von der Nacht war, dort gehörte ich hin. Doch am Stärksten war dieses Gefühl, wenn der Himmel klar war und in seiner schönsten Farbe, strahlendem Himmelblau erstrahlte.
Wenn der Himmel mir diese Farbe zeigte, fühlte ich mich geborgen und sicher und glücklich. Ich brauchte keinen Ort, an den ich gehörte. Nicht solange der blaue Himmel wieder hinter den Wolken hervorkam. Nicht solange ich träumen konnte, ich wäre ein Vogel und würde am Himmel wohnen.