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Freitag, 29. Juni 2018

Was bin ich? (4)

Labels!? /o\


Was bin ich? (1) - Mensch, 'Special', Unsichtbar
Was bin ich? (2) - Damals und der Anfang
Wasbin ich? (3) – Von 'Unsicher' zu 'Das bin ich!'

So, was bin ich denn nun? Dies ist der vierte Blogpost und an sich rede ich die ganze Zeit nur um den heißen Brei herum, nicht? Ich für meinen Teil fand diese Hinführung sehr wichtig, weil ich es wichtig finde, deutlich zu machen, woher diese Gefühle kommen, wo sie ihren Ursprung haben, was überhaupt das eigentliche Problem an der ganzen Sache ist.
Es gibt so viele Vorurteile und Missverständnisse, insgesamt so viel Negatives über alles, was mit diesen ganzen Sexualitäts- und Geschlechtsdingen zusammenhängt und ich verstehe es einfach nicht. Warum wird auf den Gefühlen anderer so sehr herumgehackt? Und die Antwort auf solche frustrierten Warum-Fragen ist leider ganz oft, auch wenn das sehr platt ausgedrückt ist – die Gesellschaft.

Deshalb habe ich das Ganze ein bisschen von dem Standpunkt aus zu erklären versucht, dass eben nach wie vor in unserer Gesellschaft alles, was nicht hetero, nicht binär, nicht monogam oder auf welche Weise auch immer anders ist, als das, was als Norm vermittelt wird, als ''anders'', ''fremd'', ''falsch'' gewertet wird.
Keine Ahnung, in wieweit ich geschafft habe, das verständlich rüberzubringen. Denn ich denke auch, dass es sehr schwer ist, diesen ganzen Kram, diese Position und Sichtweise, diese Gefühle und Gedanken nachzuvollziehen, wenn man selber es nie so direkt erlebt hat. Und ich habe es nun auch nie auf eine sehr harte Weise erlebt. Mir war es die längste Zeit selbst nicht bewusst und genau darum geht es sehr viel – um ein Bewusstsein, um Feinfühligkeit für die ganze Sache.

Aber genug davon, auch wenn ich es unendlich wiederholen könnte, in der Hoffnung, dass auch die letzte Person versteht, was ich meine. Gut, die meisten Leute sind einfach nach dem zweiten oder dritten Mal schon genervt, was auch irgendwo verständlich ist, aber ein bisschen Offenheit hat ja auch noch niemandem geschadet.
Jedem das seine, auch okay. Das ist ja auch alles andere als eine falsche Einstellung. Akzeptieren und akzeptiert werden, das ist eigentlich auch schon das ganze, große Geheimnis.

Soweit so gut. Wieder zurück zur eigentlichen Frage: Was bin ich?
Am liebsten beantworte ich diese Frage schon seit einer ganzen Weile, seit meiner ersten Unsicherheiten in Bezug auf mein Geschlecht, ganz einfach so: Ich bin ein Mensch.
Dass ''Frau'' und ''Mann'' vor allem Rollenbilder meint, deshalb auch die Anführungszeichen, sollte inzwischen klar sein. Ansonsten könnte man Menschen auch direkt nach dem Geschlechtsorgan benennen, wenn es denn das ist, worum es letztendlich gehen soll und wofür diese Einteilung da sein soll.
Ich finde an sich die Einteilung unsinnig, ganz egal worauf sie sich stützen mag oder wofür sie da sein mag. Ich fühle mich von diesen zwei Kategorien nicht nur unzureichend beschrieben, sondern darüber hinaus abgestempelt, stigmatisiert, in ein Rollenbild gezwungen.
Und ja, klar war das früher noch schlimmer. Klar hat es sich gebessert. Klar sind viele Klischees dabei sich aufzulösen. Aber es ist nach wie vor ein Kampf und ein Krampf. Und zwar für alle, völlig unabhängig davon, wie sie zu diesen zwei Bezeichnungen ''Mann'' und ''Frau'' stehen mögen. Man wird immer mit Klischees, Vorurteilen und so weiter konfrontiert. Immer.

Das Umdenken, was an dieser Stelle stattfinden muss und sollte, heißt: Lasst jede Person so sein und sich so bezeichnen, wie sie möchte. Wörter sind dafür da, um von uns mit Leben gefüllt, mit einer Bedeutung versehen zu werden. Es steckt immer mehr dahinter als nur das nackte Wort, denn sonst würde das Wort gar nichts bedeuten und würde auch nicht existieren.
Sowieso hat jeder bei einem bestimmten Wort unterschiedliche Assoziationen aufgrund von unterschiedlichen Erfahrungen, Lebensumständen, der Umwelt und so weiter. Jeder sieht und erlebt die Welt anders. Jeder verwendet Worte anders.
Natürlich kann ein bestimmtes Wort dennoch im Großen und Ganzen die gleiche Bedeutung haben, aber es ist nie so leicht, dass ein Wort ganz eindeutig eine ganz bestimmte Bedeutung hat, sondern meist, das die Bedeutung klar genug ist, um sich etwas darunter vorstellen zu können, aber die Vorstellung ist dann dennoch bei jedem anders.

Das Alles gilt natürlich nicht nur für ''Mann'' und ''Frau''. Ich habe es ja eben schon auf alle Wörter an sich bezogen. Auf andere Labels trifft das Ganze demnach auch auf jeden Fall zu. Auch hier hat bei jedem Label jeder in etwa eine Vorstellung von der Bedeutung und wenn nicht, sucht die Person sich irgendwo Wissen, um sich eine Vorstellung zu machen.
Bei dieser Suche oder wenn die Person unterschiedliche Leute fragt, wird sie auf unterschiedliche Antworten, Sichten, Meinungen, Gefühle, Gedanken treffen und dadurch vielleicht verwirrt und verunsichert werden, sich fragen, was denn nun was heißt und so weiter.
Dabei ist die Antwort, die ich oben schon gegeben habe, doch eigentlich so einfach – jeder so, wie er möchte.

Und nein, niemand erfindet völlig neue Dinge. Das Gefühl ist doch schon in der Person vorhanden. Es ist nicht ''erfunden''. Sich dann irgendwie ein Wort zu basteln, das diesem Gefühl am ehesten entspricht, es am besten beschreiben kann, das ist schlicht das Nutzen von gegebenen Mitteln. Sprache ist doch dazu da, um die Möglichkeit zu geben, sich auszudrücken und Gefühle und Gedanken zu beschreiben.
Außerdem ist es doch sehr viel leichter, die Frage „Was bist du denn dann?“ mit einem Wort beantworten zu können. Wenn das Wort, das für die jeweilige Person am besten passen würde, aber einfach (noch) nicht existiert, warum sollte sie sich nicht ein Wort ausdenken dürfen? Klar müsste sie auch dieses Wort erklären, aber es können auch selbsterklärende Wörter gebastelt werden, die eben aus bereits Bekanntem bestehen, deren einzelne Elemente bekannt sind. Wo ist das Problem? Weil es verwirrend ist? Dann hör auf, Menschen in Schubladen stecken zu wollen.

Davon bin ich sowieso kein Freund.
Ja, ich bin ein Fangirl, weil ich sehr starke Feels bezüglich mancher Geschichten, Charaktere und so weiter habe und ich diese ganze Sache am besten mit ''Fangirl'' beschreiben kann. Ich bin aber zum Beispiel niemand, der andere, die diese Sache nicht mögen, 24/7 damit nervt. Vielleicht am Anfang und in den schlimmsten Phasen, aber ich versuche immer, mich zurückzuhalten und niemanden damit zu bedrängen oder es jemandem aufzuzwingen. Das ist aber oft ein Klischee, das mit dem Begriff ''Fangirl'' verbunden wird, während es für mich einfach heißt, dass ich sehr starke Quietsch-Gefühle für etwas habe.
Das Gleiche könnte ich jetzt noch für vieles weiteres machen, bei dem ich mich auch oftmals ein bisschen verurteilt fühle, nur weil andere beim Hören des Begriffs, den ich benutze, gleich ein bestimmtes Bild im Kopf haben, obwohl auf mich gar nicht alles dieses Bildes zutreffen muss, nur weil ich den Begriff für mich benutze. Ich benutze ihn ja auf meine Weise, so wie ich ihn verstehe und wie ich mich durch den Begriff repräsentiert fühle.

Langsam sollte deutlich werden, dass Labels für mich eine sehr schwierige Sache sind. Ich sage nicht, dass das bei jedem so ist. Manche Lesen ein bestimmtes Wort und finden sich sofort darin wieder, ohne wenn und aber. Für mich ist das aber nicht so leicht und das ist okay.
Es heißt nicht, dass ich mich ''endlich mal entscheiden muss'' oder ähnliches. Die meiste Zeit über war es für mich sogar völlig okay, zu sagen, dass ich mich nicht labeln möchte und einfach nur ein Mensch bin. Fertig.
Ob oder was sich in der Hinsicht verändert hat, kann ich nicht genau sagen. Vieles hat sicher mit dem Gefühl zu tun, unsichtbar zu sein, als würde mein Geschlecht nicht existieren, als wäre meine Identität nicht echt, sondern nur ausgedacht, nur ein Hirngespinst, nur ''Einbildung'' und zu viel Nachdenken.

Ich gerate schnell zu solchen Gedankengängen und komme mir vor, als wären meine Gefühle nicht wirklich, als hätte ich kein Recht so zu fühlen und würde mich nur unnötig aufspielen oder ähnliches. Wie sich dadurch Unsicherheiten bei mir aufbauen, besonders bei diesem Thema, habe ich ja bereits beschrieben und auch, dass dies hier, das offene Sprechen darüber, mein Versuch ist, gegen diese Unsicherheiten anzukämpfen und zu sagen: Nein! Das, was ich fühle, könnte echter nicht sein, eben weil ich es fühle!

Aus ähnlichen Gründen habe ich nun also auch angefangen, zu überlegen, welche Labels vielleicht doch irgendwie zu mir passen könnten, wo ich mich doch irgendwo wiederfinde. Labels sind immerhin auch zur Orientierung da und um zu zeigen, wer alles ähnlich fühlt und all sowas und in der Hinsicht sind sie sehr sehr hilfreich und sehr wichtig.
Denn diese Gefühle, die die Sexualität und das Geschlecht betreffen, sind nichts, was man anderen ansehen kann. Also wenn es mal irgendwie zur Sprache kommt, ist es doch schön, sagen zu können: Bei mir sieht das so und so aus. Und oftmals bleibt da ein bestimmtes Wort eben eher hängen, als eine lange Erklärung, selbst wenn diese trotzdem zunächst nötig ist.

Also, ich höre dann mal auf, es weiter aufzuschieben. Hier sind ein paar Flaggen mit dem dazugehörigen Label, für das sie stehen.


Ich werde das Ganze jetzt in einzelne Kategorien aufbrechen und erklären, warum ich mich bei den Labels, deren Flaggen ich aufgemalt habe, wiederfinde. Alles davon ist meine Meinung und meine Sicht, wie zuvor beschrieben. Ich versuche trotzdem so gut wie möglich auch die ''allgemeine Bedeutung'' der einzelnen Begriffe zu beschreiben, aber wie bereits geschrieben, hat da jeder noch einmal individuelle Gefühle und Gedanken zu. Hier geht es um meine Gefühle und Gedanken.
Wobei ich natürlich auch offen für Anmerkungen und ähnliches bin. Am ehesten sollte das über Twitter gehen, da ich dort am aktivsten bin. Die Kommentarfunktion unter den Posts zu diesem Thema musste ich leider deaktivieren.

Sexualität: Dies ist die Kategorie, zu der die erste Flagge gehört. Ich bin pansexuell. Wie die kleine Flagge darunter zeigt, würde ich mich auch als bisexuell bezeichnen. Die zwei Begriffe können das Gleiche bedeuten, auch wenn sie theoretisch zwei unterschiedliche Orientierungen beschreiben.
Pansexuell zu sein, erkläre ich für mich immer mit ''Es ist mir egal, welches Geschlecht eine andere Person hat''.
Zur Erklärung, auch wenn das wahrscheinlich jeder weiß – heterosexuell = romantische/sexuelle/etc. Gefühle für Personen des anderen Geschlechts, homosexuell = romantische/sexuelle/etc. Gefühle für Personen des gleichen Geschlechts.
Bisexuell ist den meisten inzwischen auch ein Begriff und würde, wenn man nach dem ''bi'' in dem Wort geht, heißen, dass man romantische/sexuelle/etc. Gefühle für Personen von zwei unterschiedlichen Geschlechtern entwickeln kann oder auch, und hier deckt sich die Bedeutung mit pansexuell, schlicht für Personen unterschiedlicher Geschlechter. Vereinfacht gesagt: Bisexuelle stehen nicht nur auf Personen eines bestimmten Geschlechts.
Meinem Verständnis nach, heißt pansexuell dann, dass man romantische/sexuelle/etc. Gefühle für Personen jedes Geschlechts entwickeln kann.
Da bisexuell aber eher bekannt ist als pansexuell und deshalb weniger Erklärung bedarf und eben auch für das Entwickeln von Gefühlen für mehr als nur ein Geschlecht steht, ist es manchmal leichter, bisexuell als Label zu benutzen, da es sich in dieser Hinsicht mit pansexuell deckt.
Zu sagen, dass ich bisexuell bin, wäre also ähnlich richtig, wie ''Ich bin pansexuell''. Mir sagt pansexuell an sich mehr zu, da es mit aufgreift, dass es mehr als nur zwei Geschlechter gibt, während das ''bi'' von bisexuell irgendwo noch zwei Geschlechter impliziert, wobei zwei Geschlechter auch durchaus nicht ''Mann'' und ''Frau'' heißen muss, da es ja mehr als nur die zwei gibt. Ich würde aber über mich sagen, dass mir das Geschlecht tatsächlich vollkommen egal ist und ich für jedes Geschlecht romantische/sexuelle/etc. Gefühle entwickeln könnte.

Sexuelle Gefühle: Ich bin mir nicht ganz sicher, was den Namen für diese Kategorie betrifft. An sich fällt es wohl auch unter Sexualität, nur eben nicht ''zu was fühle ich mich hingezogen'', sondern eher ''inwieweit bin ich zu Sex bereit'' oder irgendwas in die Richtung. Es ist etwas schwer zu benennen.
Und nein, ich werde hier jetzt nicht direkt auf meine sexuelle Aktivität oder sowas in der Art eingehen. Das geht wirklich nur mich und eventuelle Sex-Partner etwas an und sonst niemanden.
Aber es ist wichtig, auf dieses Thema aufmerksam zu machen, da es auch eine Sache ist, wegen der ich mich oftmals irgendwie seltsam gefühlt habe und auch fühle. Es ist schön, jetzt ein Wort dafür zu haben und zu wissen, dass ich nicht die einzige Person bin, andere das Gefühl auch kennen und es keinen Grund gibt, dass ich mich deshalb komisch fühlen müsste.
Ich bin demisexuell, was unter das asexuelle Spektrum fällt. Deshalb ist unter der Demisexual Pride Flag (rechts neben der Pansexual Pride Flag) die Asexual Pride Flag.
Asexualität ist etwas, das sehr sehr vielen gar kein Begriff ist, dabei bin ich mir sehr sicher, dass es wirklich viele Menschen betrifft, die dafür einfach kein Wort kennen oder sich dessen gar nicht richtig bewusst sind, weil sie nicht wissen, dass es auch etwas anderes als ''Sex ist so geil und gut!!!'' gibt und sich deshalb dazu zwingen, Sex zu haben und ihre negativen Gefühle abtun oder verdrängen. In der Hinsicht bin ich wirklich froh, meinem Bauchgefühl immer vertraut zu haben und mich nicht zu etwas gezwungen habe, das sich einfach falsch angefühlt hat.
Da Asexualität ein Spektrum ist, kann es vieles heißen. Der Grundgedanke ist, dass nicht alle Menschen super begeistert von Sex sind, unabhängig davon, ob es ''guter'' Sex, Sex mit ''der richtigen Person'' ist oder ob man ''einfach nur unerfahren ist, weil man noch kaum bis gar nicht Sex hatte''. Asexualität ist genauso wenig etwas, dass man sich aussucht oder eine Krankheit, wie Homosexualität.
Keinen Sex haben zu wollen oder Sex, egal in welcher Hinsicht, nicht als angenehm zu empfinden, ist völlig okay. Jeder ist da anders und das ist völlig okay. Wenn man etwas nicht will, da es sich nicht gut anfühlt, ist das völlig okay und da braucht es keine weiteren Gründe oder ähnliches. Es ist einfach so.
An und für sich heißt Asexuell Sein also, dass man keinen Sex haben möchte/hat. Was genau heißt dann Demisexuell und was hat es mit Asexuell zu tun?
Demisexuell zu sein heißt für mich, dass ich sexuelle Beziehungen zunächst auf sehr sehr viel platonischem Vertrauen und ''Kennen'' einer Person aufbauen müsste. Ich denke nicht, dass ich grundsätzlich Sex gegenüber abgeneigt bin, bin mir aber auch da noch etwas unsicher. Es könnte sein, dass ich tatsächlich ''komplett'' asexuell bin und keinerlei Sex haben möchte, aber zurzeit schließe ich noch nicht aus, dass es bei mir einfach sehr viel vorherige Nähe zu der anderen Person/den anderen Personen bräuchte.

Geschlechtsidentität: Dies ist die Kategorie, mit der ich wohl am meisten zu struggeln habe. Deshalb findet ihr da auch gleich ganze fünf Pride Flags, die ich aufgemalt habe. Wie, was und warum genau ich mich so fühle und warum ich dieses ganze, binäre ''Mann'' oder ''Frau'' unsinnig finde, habe ich ja bereits lang und breit erklärt, ebenso was mein Problem mit dieser Kategorie ist und dass ich eigentlich sagen würde beziehungsweise bis vor Kurzem immer gesagt habe, dass ich einfach ein Mensch bin.
Das Ganze ist aber doch etwas komplexer und es gibt doch ein paar Label, die mir da mehr oder weniger zusagen oder bei denen ich mich irgendwie wiederfinde.
Als obersten Oberbegriff sehe ich mich als genderqueer. Für mich heißt das, dass ich mich nicht bei ''100% Frau'' oder ''100% Mann'' wiederfinde und zu sagen, dass ich eine Frau bin, bei mir immer das Bedürfnis hervorruft zu sagen: „Ja, das ist nicht direkt falsch, aber eben auch nicht die ganze Wahrheit.“ In meinem Youtube-Video zu dem Thema hatte ich deshalb gesagt: „Ich fühle mich nicht nur als Frau.“
Da ''queer'' einfach heißt, dass es nicht der Norm entspricht und mich allgemein der Begriff ''queer'' als Bezeichnung für meine Gefühle in Hinblick auf Sexualität und Geschlechtsidentität sehr anspricht, finde ich genderqueer sehr passend.
Zu sagen, dass ich non-binary bin, klingt für mich auch nicht falsch. Wie das Wort schon selbst sagt, heißt es, dass ich nicht binär bin, also nicht (nur) Mann oder Frau. Es kann auch heißen, dass ich weder Mann noch Frau bin, mich also als keins der beiden Geschlechter identifiziere. Auch darin finde ich mich wieder, da wie schon des öfteren erwähnt, ''Mann'' und ''Frau'' in vielerlei Hinsicht für mich wenig bis gar keinen Sinn machen oder zumindest nicht in dem Verständnis, das die Gesellschaft von diesen zwei Kategorien hat.
In ähnliche Richtung geht auch Neutrois, was sowas wie ein Begriff für ''neutrales Geschlecht'' ist, soweit ich es verstehe. Es ist einer der Begriffe/Labels, mit dem ich mich bisher sehr wenig beschäftigt habe, aber ich finde, dass er doch recht selbsterklärend ist. Auch hier wird gesagt, dass man nicht Mann oder Frau ist, sondern ein neutrales Geschlecht hat.
Auch in diese Richtung geht Agender, was bedeutet, kein Geschlecht zu besitzen. Neutrales Geschlecht und kein Geschlecht sind natürlich noch einmal ein Unterschied, aber vom Prinzip her geht es in die gleiche Richtung. Ich denke mal, dass der Hintergrundgedanke bei Neutrois oder allgemein bei neutralem Geschlecht/Geschlechtern ist, ein weiteres Geschlecht neben Mann und Frau zu haben, während Agender eher bedeutet, gar kein Geschlecht zu haben, sich also ganz von dem Prinzip Geschlecht zu lösen.
Ich bin beidem nicht ganz abgeneigt. Tatsächlich betrachte ich genderqueer und non-binary auch eher als Spektren, also quasi Oberbegriffe, die einfach nur sagen, dass mein Geschlecht nicht ins binäre System (also Mann oder Frau) passt.
Ganz vom Geschlecht loslösen, funktioniert für mich aber irgendwie trotzdem nicht so ganz, auch wenn ich das Prinzip Geschlecht etwas unsinnig finde. Es ist ja dennoch irgendwie aus einem Grund da und hat eine gewisse Bedeutung, auch wenn ich weder diesen für mich existenten Grund oder diese Bedeutung wirklich benennen kann. Frei von dem Prinzip von Geschlecht fühle ich mich bisher definitiv nicht und ich denke, ein neutrales Geschlecht würde mir eventuell eher entsprechen, aber mit genderqueer und non-binary fühle ich mich zurzeit wohler.
Zum Schluss noch zu der anderen großen Flagge: Ich bin genderfluid. Was heißt das jetzt nun wieder!? Es heißt, dass mein Geschlecht nichts festes ist, sondern sich verändern kann, ''flüssig'' ist. Da ich mich als mehr als nur ein Geschlecht fühle oder vielleicht auch als gar keins oder ein neutrales, habe ich schon sehr früh festgestellt, dass es bei mir wohl wechselt. Das heißt nicht, dass das bei jedem so ist, der sich als mehr als nur ein Geschlecht fühlt oder keins oder ein neutrales hat. Aber bei mir ist es so, zumindest zurzeit.
In der Praxis heißt das größtenteils, dass ich mich manchmal eher weiblich fühle und manchmal eher neutral oder als hätte ich kein Geschlecht, was ich dann einfach mit non-binary bezeichnen würde. Es gibt aber auch dazu noch Momente, wo ich mich eher männlicher fühle oder sowohl weiblich als auch männlich.
Hä, wie geht das denn!? Na ja, es ist eben eine Stimmungs- und Gefühlssache. So wie man zum Beispiel gleichzeitig traurig und glücklich über eine Sache sein kann und etwas später dann nur noch traurig ist und noch ein bisschen später nur noch glücklich.
Ich weiß selber nicht genau, wie ich es gut erklären soll, weil es gleichzeitig komplex und ziemlich simpel ist, aber dadurch, dass es vielen so fremd ist, überwiegt meist der komplexe Anteil. Aber dann gibt es auch wiederum Menschen, die nur den simplen Anteil sehen und verwirrt darüber sind, was der ganze Blödsinn überhaupt soll.
Ich habe selbst die längste Zeit zur zweiten Kategorie Mensch gehört und war verwirrt, warum es so viele Begriffe für etwas gibt, dass man doch eigentlich gar nicht weiter beschreiben muss, weil es für jeden eine persönliche Sache ist.
Inzwischen fühle ich da halt etwas anders, weil ich es wichtig finde, aufzuzeigen, dass es nicht nur Mann und Frau gibt, sondern diese ganze Geschlechtssache viel viel komplexer, aber dadurch nicht gleich seltsam oder ähnliches ist, sondern sich jeder eben so fühlt, wie er sich fühlt und das auch sehr gerne benennen darf.
Und bei mir wechselt das Geschlecht eben manchmal, je nachdem wie ich mich fühle. Manchmal weiß ich das dann selbst nicht so genau und woran ich das festmache, kann ich auch schlecht sagen. Aber das muss ich ja auch gar nicht, weil es meine Sache ist, nicht? Es ist eben, wie es ist.

Beziehungsform (?): Noch so eine Kategorie, bei der ich nicht genau weiß, wie ich sie nennen soll. Ich bin sicher, dass es bereits Namen für diese Kategorien gibt, aber ja, ich denke mir einfach irgendwie selber was aus, dass es irgendwie für mich beschreibt. (Aka ich bin zu faul, um danach zu recherchieren.)
Die Flagge beziehungsweise Flaggen, die hierzu gehören, sind die Polyamorie Flaggen und die für Polysexuell. Ob ich polysexuell bin? Vielleicht. Ob ich polyamorös bin? Wahrscheinlich.
Polyamorie beschreibt die Liebe zwischen mehr als zwei Personen. Monogamie ist das Gegenstück dazu, wenn man so will. Wobei ein polyamoröser Mensch auch durchaus eine monogame Beziehung eingehen kann, wenn das von einer anderen Person gewünscht ist. An sich schließt sich das nicht aus.
Polyamorös heißt für mich, dass ich mir vorstellen kann, eine offene Beziehung zu führen oder mit jemandem fest zusammen zu sein, der selber noch mit anderen Personen zusammen ist und/oder Sex hat und/oder ähnliches/romantisches/etc. Ich könnte mir aber auch selber vorstellen mit mehreren Leuten eine Art Beziehung zu führen, also quasi alles was über Freundschaft hinausgeht. Ohnehin heißt polyamorös zu sein für mich in vielerlei Hinsicht einfach dieses ganze Konzept von einer (festen) Beziehung lockerer zu sehen, da ich vieles, was eine solche feste Beziehung in ihrer klassischen Form heißt, irgendwie abschreckend finde, vor allem was dieses ganze 'Verantwortungsding' betrifft. Ich weiß nicht, wie ich es besser benennen soll. Aber einfach dieser feste Aspekt an dem Konzept Beziehung. Das klingt für mich einfach viel zu ernst und irgendwie endgültig. Klar verspricht es auch eine gewisse Sicherheit und ich bin jemand, der sich emotional immer sehr an andere Menschen bindet, aber ich mag den ganzen Druck bis Zwang, der für mich mit dem Klang von 'fester Beziehung' einhergeht, überhaupt nicht.
Wie ich aber geschrieben habe, bin ich ''nur'' wahrscheinlich polyamorös, da ich das Konzept einer klassischen Beziehung bisher immer sehr abschreckend fand und finde. Könnte aber auch durchaus sein, dass ich nur momentan so empfinde, was mich für jetzt nicht weniger polyamorös macht. Aber mir gefällt der Gedanke sehr, dass es um die (romantische/sexuelle/etc.) Liebe an sich geht und nicht darum, sich fest gegenüber einer einzigen Person zu verpflichten. Ich bin mir sehr sicher, mehr als eine Person zurzeit auf einer Ebene lieben zu können, die über Freundschaft hinausgeht und ich denke, das macht mich polyamorös.
Polysexuell ist noch einmal eine etwas andere Geschichte. Es kann auch als ein anderes Wort für das, was pansexuell beschreibt, verwendet werden, also schlicht dass man sexuelle/romantische/etc. Gefühle für Personen unterschiedlicher Geschlechter entwickeln kann. Ich sehe es hier unter der Kategorie aber eher so: Polysexuell beschreibt Sex beziehungsweise sexuelle Handlungen mit mehr als einer Person gleichzeitig oder auch allgemein mit nicht nur einer Person zurzeit im Sinne von nicht nur einen festen Sex-Partner zu haben, sondern wechselnde, ob man mit den Personen in einer Beziehung ist oder nicht. Soweit zumindest mein Verständnis von dem Begriff. Und ja, auch das kann ich mir bis zu einem gewissen Grad vorstellen, eben weil ich auch das klassische Konzept von Beziehung in gewisser Weise eher ablehne und in dem Sinne es mir auch vorstellen könnte, mit mehr als nur einer Person (gleichzeitig) Sex zu haben.
Klar kommt hier natürlich auch wieder hinzu, dass ich demisexuell bin und demnach nie ''einfach so'' mit einer Person oder mehreren Personen Sex haben möchte, aber ich denke nicht, dass sich das grundsätzlich ausschließt. Wenn es mehrere Personen gibt, denen ich nah genug bin, um dem Gedanken und dem Gefühl von Sex nicht abgeneigt zu sein, könnte ich mir durchaus Sex oder sexuelle Handlungen mit mehreren Personen vorstellen.

Romantische Orientierung/Gefühle: Hier habe ich mir die Flaggen für Grau-romantisch und Aromantisch aufgemalt. Was ist das jetzt schon wieder!?
Wie Asexualität/Demisexualität ist die romantische Orientierung auch etwas, dass so oder so existiert und völlig okay ist. Und natürlich muss man es nicht benennen, wenn man es nicht möchte, aber ich finde es irgendwie schön und interessant, ein Wort dafür zu haben, da es eben vieles erleichtert, wie bereits zuvor erklärt.
Aromantisch ist wieder mehr oder weniger ein Spektrum, genau wie Asexualität. Aromantisch kann in dem Sinne Vieles meinen. Zunächst einmal heißt es, dass einem romantische Dinge nicht wirklich gefallen, um es ganz einfach auszudrücken. Und so einfach ist es im Prinzip auch. Aromantische Menschen können mit Romantik nicht viel anfangen und empfinden romantische Handlungen eher als unangenehm.
Ich sehe mich selber als grau-romantisch. Grau-romantisch ist quasi eine Abstufung innerhalb des Spektrums. Ich empfinde romantische Handlungen nicht grundsätzlich als unangenehm und ich denke, ich kann und könnte an einigen solcher Handlungen auch Gefallen finden. Es ist nur meistens eher so ein ''Ugh''-Gefühl, wobei ich romantische und sexuelle Handlungen in Geschichten, wenn es gut beschrieben ist, sehr sehr liebe. (Das schließt sich nicht gegenseitig aus. Vorstellung ≠ Realität.)

Ja... So viel dazu. Das war eigentlich alles, was ich jetzt gerade zu diesem Thema zu sagen habe. Ja, vielleicht waren die vorherigen Blogposts irgendwie etwas überflüssig oder so, aber ich wollte diese ganzen Gedanken wirklich schon seit einer langen Zeit formulieren und da hat sich über die Zeit eben eher mehr als weniger angesammelt.
An dieser Stelle nochmal: Ich konnte sehr lange einfach nicht über dieses Thema reden und selbst jetzt bin ich immer noch sehr unsicher, eben weil das Alles so intim und persönlich und auch komplex und kompliziert ist und in gewisser Weise irgendwie unangenehm.
Aber ich wollte das Ganze auch einfach nicht länger unter meinen eigenen mentalen Tisch kehren. In Ansätzen habe ich hier und da schon mal Dinge erwähnt, doch ich wollte es ja nie zu einer großen Sache machen. Es ist auch jetzt keine große Sache, aber es ist eine Sache und deshalb wollte ich darüber schreiben und in Form von Blogposts kann ich meine Gedanken am besten ordnen und für mich am besten festhalten.

So, nun aber genug des Rumerklärens. Vielleicht sind einige von euch jetzt ja ein bisschen schlauer oder wissen einfach ein bisschen mehr über mich oder haben eventuell noch Fragen. Google ist immer euer Freund und Helfer und weiß sehr sehr viel mehr als ich je wissen könnte.
Ansonsten, ähm, danke für's Lesen? Ich bin auf jeden Fall froh, dieses ganze Zeug mal in Worte gefasst zu haben und dadurch irgendwie auch selber ein kleines bisschen mehr Klarheit gewonnen zu haben.

Fazit:
  1. Sexualität: Pansexuell – romantische/sexuelle/etc. Gefühle zu Menschen jeden Geschlechts.
  2. Sexuelle Gefühle: Demisexuell – sehr sehr viel Vertrauen und ''Kennen'' einer Person als Voraussetzung für sexuelle Dinge.
  3. Geschlechtsidentität: Genderqueer/Non-binary – außerhalb des binären Geschlechtssystems (Mann oder Frau), Genderluid – Geschlecht wechselt.
  4. Beziehungsform (?): Polyamorös – Liebe und festere Beziehungsstrukturen zu mehreren Personen gleichzeitig, Polysexuell – sexuelle Dinge mit mehr als einer Person (zur Zeit).
  5. Romantische Orientierung/Gefühle: Grau-romantisch – romantische Handlungen können manchmal okay sein, sind aber oft eher unangenehm.

Dienstag, 12. Juni 2018

Was bin ich? (3)

Von 'Unsicher' zu 'Das bin ich!'


Was bin ich? (1)
Mensch, 'Special', Unsichtbar
Was bin ich? (2)Damals und der Anfang

Weiter geht’s mit diesem Versuch ein bisschen Ordnung in das Chaos in mir drin zu bringen. Ein Chaos, das ich scheinbar aus gutem Grund lange in mir eingeschlossen habe, zumindest habe ich jetzt teilweise den Eindruck...
Aber wenn ich darüber reden möchte, es ''an die große Glocke'' hängen möchte, darf ich das auch tun. Ich wollte das selber die längste Zeit nicht, aber seit neuestem hat es sich eben falsch angefühlt, still zu sein und mich irgendwie zu verstecken, etwas zu leben, das ich nicht bin.
Niemand muss das verstehen. Niemand muss verstehen ''Warum ausgerechnet jetzt!? Und warum so?''. Ich verstehe es selber nicht richtig, aber gerade ist es das, was es möchte und ich glaube, das ist Grund genug.

Ein kleiner Flashback zu der Zeit, als wirklich alles an diesem ganzen Zeug mich unsicher gemacht hat:
Ich glaube, das war etwa 2015? Ich könnte jetzt nachschauen, aber der genaue Zeitpunkt und der genaue Zeitraum, der seitdem vergangen ist, ist hier nicht das Wichtige, sondern eher, dass Zeit an sich vergangen ist. Es ist ein Prozess, alles an diesem Thema. Für mich zumindest. Und ich glaube, es ist ein Prozess, der mich mein ganzes Leben lang begleiten wird. Das ist okay.
Ich bin sowieso der Meinung, dass man sich selbst nie vollständig kennen kann und man verändert sich ja auch, unbewusst und bewusst. Für mich gehört sowas wie Sexualität und Geschlechtsidentität auf jeden Fall mit zu dem, was sich manchmal verändern kann. Für mich ist es nichts feststehendes und kann auch gar nichts feststehendes sein. Aber gut, dass geht jetzt schon wieder in eine ganz andere Richtung, als das, worum es hier jetzt gerade gehen soll.

Meine ersten Gedanken waren damals noch viel von Vorurteilen geprägt, auf deren Fallen ich auch jetzt noch manchmal hereinfalle. Aber niemand ist perfekt. Solange ich es mir bewusst mache und versuche daran zu arbeiten, passt das schon.
Damals war es halt alles einfach sehr neu für mich. Klar hatte ich von vielem irgendwie schon mal gehört, von einigem sogar in der Schule. Aber selbst dort haben wir uns nie viel damit beschäftigt. Es war immer nur ein Thema, das sehr am Rand existiert hat, wo es meiner Meinung nach besonders bei pubertierenden Menschen nicht hingehört. Es sollte ein wichtiges Thema sein, damit die Chance da ist, sich damit auseinandersetzen zu können.
Gut, 2015 war jetzt für mich eben auch schon nach der Schule, aber hätte ich vorher mehr von dem Thema gewusst, wäre ich sicher anders damit umgegangen, wie ich auch bereits in dem letzten Blogpost erwähnt hatte.

Zunächst war ich einfach nur neugierig bei dem Thema, weil es interessante, neue Möglichkeiten offenbarte. Schwule Charaktere und Beziehungen hatte ich zu dem Zeitpunkt ohnehin schon sehr sehr liebgewonnen, zum Teil deshalb, weil es was anderes als hetero ist und Homo-Pärchen kommen ja doch dann und wann mal ein wenig am Rande in einigen nicht konkret Boys Love oder Girls Love Geschichten vor. Es existiert also zumindest auch irgendwie.
Aber gut, Repräsentation ist halt auch nochmal so eine Sache für sich. Der Mangel an Repräsentation hat meine Unsicherheit auf jeden Fall sehr verstärkt. Vieles von dem, was ich neu lernte und was mich irgendwie auch ansprach, irgendetwas in mir traf, schien außerhalb von dem Ort, wo ich darüber erfahren hatte, kaum zu existieren, kaum bekannt zu sein. Und niemand kann mir erzählen, dass so etwas einen nicht verunsichert!

Natürlich habe ich mir selbst meine eigenen Gefühle dadurch nicht gleich abgesprochen oder mich gleich als ''etwas besonderes'' gefühlt. Ich war einfach nur irritiert und habe nicht verstanden, warum diese Gefühle nicht mehr behandelt werden, nicht mehr umgesetzt werden.
Es ist einfach so seltsam. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben.
Auf jeden Fall ist es von diesem Standpunkt aus, nicht verwunderlich, dass ich das Gefühl hatte, nicht darüber reden zu können und dass es sowieso niemand verstehen würde. Ich verstand kaum selbst, was für Gefühle das waren und ich verstehe es immer noch nicht ganz, wie oben bereits erwähnt. Ich werde es nie ganz verstehen. Gefühle sind dafür viel zu komplex. Aber ich kann es trotzdem immer wieder versuchen.

Ich habe auch tatsächlich versucht, nicht zu viel darüber nachzudenken, weil es mir irgendwie so anstrengend vorkam und ich mich selbst nicht irgendwie abstempeln wollte. Ich wollte mich nicht irgendwie als etwas bezeichnen, dass ich vielleicht gar nicht bin oder nicht einmal sein darf.
Das ist auch noch einmal so eine Sache und ein sehr seltsames Problem. Dieses Gefühl, dieser Gedanke etwas nicht sein zu dürfen, obwohl man sich ganz offensichtlich so fühlt, als wäre man irgendetwas in Richtung dieses Etwas.
Ich war und bin da sehr ''self-cautious'', wie ich es immer nennen. Selbst-vorsichtig, selbst-bewusst im Sinne von mir dem, was ich tue/sage/was auch immer so sehr bewusst zu sein, dass es mich verunsichert. Keine Ahnung, ob das für irgendjemanden Sinn macht, aber so habe ich mich damals gefühlt.

Keine Ahnung, wie ich von dem Standpunkt aus dazu gekommen bin, trotzdem ein Video darüber zu machen und es hochzuladen. Ich habe mir dieses Video nicht nochmal angeschaut und habe das momentan auch nicht vor, weil ich weiß, dass da viel vorurteilhaftes Denken drin ist, aber nichtsdestotrotz waren es damals meine ehrlichen Gefühle und Gedanken.
Ich erwähne in dem Video zum Beispiel, dass ich finde, dass mein Gesicht nicht zwangsweise irgendeinem Geschlecht zugewiesen werden kann, weil es eben einfach ein Gesicht ist. Ich erwähne, dass ich mich viel mit männlichen Charakteren identifiziere und viel männliche Charaktere cosplaye und das für mich als Anzeichen sehe, eventuell genderfluid zu sein. Zumindest habe ich das so in etwa in Erinnerung.
Ich glaube aber auch, dass ich viel Blödsinn rede und sowieso ziemlich viel durcheinander quatsche, weil ich mir nichts vorher aufgeschrieben hatte und allgemein das Thema insgesamt noch sehr frisch für mich war.

Am Ende des Videos komme ich aber tatsächlich zu einem kleinen Ergebnis: Ich bin mir unsicher, was ich bin. Und hey, das ist ja schon mal ein erster, ganz guter Schritt!
Es ist ja auch gar nicht so, dass ich irgendetwas hätte überstürzen müssen damals. Das muss ich auch jetzt nicht. Das muss ich allgemein nie. Vielleicht zählt dazu auch, dass ich dieses Video (bzw Videos, es sind insgesamt 3) nicht hätte machen müssen. Aber ich wollte es. Ich wollte damals darüber reden, weil es mich alles so verunsichert hat und das Internet war und ist für mich der Ort, wo man einfach reden kann, wenn man möchte, ohne direkt irgendetwas zurückzubekommen oder das zu erwarten. Man redet ein bisschen ins Leere, wie beim Schreiben in ein Tagebuch, mit dem Zusatz, dass ganz vielleicht doch irgendwie was zurückkommt und einem die Unsicherheit ein bisschen genommen wird.
Das habe ich damals gebraucht und aus dem Grund habe ich über meine Unsicherheit geredet.

*

Heute: Seit ich doch vor gar nicht so vielen Tagen auf Twitter darüber geredet habe, was ich denn nun wirklich bin und es auch konkret gemacht und Labels benannt habe, obwohl ich mich dagegen bisher sehr gewehrt habe, bin ich tatsächlich zumindest in einem gewissen Online-Kreis und auch unter meinen meisten Freunden geoutet.
Ich finde immer noch, dass das sehr seltsam klingt und ja, dieses Outing selber hat sich sehr seltsam angefühlt, weil es irgendwie... aus einer komischen Motivation heraus entstanden ist und ich das auch sehr deutlich währenddessen gefühlt habe.

Jetzt aber mal vom eigentlichen Auslöser abgesehen, habe ich mich auch davor schon angefangen zu fühlen, als würde ich einen Teil von mir verbergen und sogar verdrängen. Ich habe das in diesen Blogposts ja schon mehrfach leicht angeschnitten. Irgendwie ist es genau dieses Gefühl, dass Outings in gewisser Weise für viele Menschen und auch irgendwo für und in unserer Gesellschaft nötig macht.
Es ist nicht nur ein ''als das bezeichne ich mich nun'' oder das Klarstellen von ''das bin ich wirklich'' (und nicht das, was alle sonst immer wahrscheinlich von mir gedacht haben), sondern auch eine Art Ausbruch. Und es ist schon fast unheimlich, wie gut ich dieses Gefühl inzwischen nachvollziehen kann.

Ich komme mir ein bisschen so vor, als wären die ganze Zeit unsichtbare Gitterstäbe um mich herum gewesen und zum Teil sind die sogar immer noch da, aber jetzt kann ich sie sehr viel deutlicher sehen, nehme sie bewusster wahr und habe ein paar von ihnen bereits verbogen und arbeite semi-aktiv daran, auch die andere Stäbe mehr und mehr zu verbiegen, bis sie irgendwann vielleicht ganz für mich verschwinden werden. (Was eigentlich so gut wie unmöglich sein sollte, zumindest beim momentanen Stand beziehungsweise der momentanen Sicht der größten Teile der Gesellschaft auf dieses ganze Thema.)

Der Punkt ist, dass ich mich einfach nicht länger von diesen Gitterstäben einengen lassen möchte, in keinster Weise. Ich will mich nicht mehr selbst klein reden. Ich will mich nicht mehr verstecken. I don't want to water myself down anymore. (Es gibt keine gute Übersetzung für ''to water down'' im Deutschen.)
Ich will einfach ich sein können und mein Gott, wenn ich durch dieses offene darüber Reden als ''Du willst doch nur Aufmerksamkeit!'' oder ''Du willst doch nur was besonderes sein!'' betitelt werde, dann bitte. Ich war wirklich lange genug still und unsichtbar. Ich habe mich lange genug nicht getraut, meine Gefühle richtig in Worte zu fassen.
Ich will nicht mehr zögern oder mich jedes Mal fragen ''Wie viel darf ich sagen, bevor ich seltsam angeschaut werde oder anders komisch reagiert wird?''. Ich will diese Unsicherheit nicht mehr mit mir rumtragen müssen.

Denn ich selber komme gut damit klar, wer ich bin. Ja, klar, das ganze Thema ist kompliziert und verwirrend und es berührt sehr sehr intime Dinge, über die man oftmals nicht nachdenken will und die man auch oft gar nicht teilen möchte, was auch vollkommen okay ist. Das hier ist meine Art damit umzugehen. Jeder kann für sich selbst entscheiden, was das Beste ist, womit man klarkommt, womit man leben kann. Da spielen so viele Faktoren hinein und es ist und bleibt eben etwas sehr Persönliches, das teilweise wirklich unnötig ausgeschlachtet wird.
Aber nichtsdestotrotz oder gerade deswegen hat jeder, der es für sich als in irgendeiner Weise gut erachtet, das Recht, sich offen über das Thema zu äußern und ich möchte das. Gott, ich wollte das schon so unendlich lange und ich bin froh, es endlich tun zu können, so unendlich froh.

Also was ist mein Stand der Dinge jetzt und hier in diesem Moment?
Ich bin immer noch ziemlich questioning in manchen Punkten und uff, Labels sind... hm. Es ist einfach alles so komplex, dass ich es schwer finde, es in einem Wort zusammen zu fassen. Und als ich es dann auf Twitter getan habe, weil es doch zur Klarheit irgendwie nötig war und ich auch keine Angst vor dieser Benennung, vor diesen Labels haben möchte, hatte ich auf einmal eine Liste von Begriffen und ja...
Nein, ich möchte nicht ''alles mitnehmen''. Es gibt da einfach verschiedene Kategorien, die man alle irgendwie für sich beschreiben kann oder in einem Wort benennen kann, wenn man das möchte. Diese Kategorien und das, was man in Bezug auf sie fühlt, existiert aber natürlich auch ohne Bewusstsein für diese Kategorie, die Begriffe aus dieser und auf jeden Fall auch ohne, dass seine Gefühle mit einem Wort für sich benennt.
Das Benennen von Begriffen, zu sagen ''ich bin das'', ändert im Grunde nichts an der Existenz der Gefühle, die sowieso da sind. Darauf werde ich in meinem letzten Blogpost zu diesem Thema, indem ich dann auch endlich mal genau auf die Labels, mit denen ich mich am meisten identifizieren kann, eingehen.

Das, was ich jetzt eben erklärt habe, ist auch der Grund, warum ich mit diesem Benennen der Labels bis ganz zum Schluss gewartet habe. Ich will mich natürlich auch damit auseinandersetzen, weil es schon irgendwo auch zum Kern der ganzen Geschichte gehört, die Frage ist immerhin „Was bin ich?“. Aber da diese Frage sehr eng mit „Wer bin ich?“ verknüpft ist, sollte jedem klar sein, dass die Antwort nicht ganz so leicht ist, wie man es vielleicht gerne hätte.
Vor allem wollte ich aber auch zeigen, dass es eben ein Prozess ist und zur Identitätsentwicklung dazugehört. Es ist etwas, das so oder so stattfindet, nur sollte unsere Gesellschaft lernen, sehr viel besser und offener damit umzugehen. Dann muss auch niemand mehr rumschreien „ICH BIN [hier Label einfügen]!“ Wobei das sicherlich trotzdem Leute tun werden, was auch okay ist. Jeder eben so, wie er möchte.

Mein neuer Status ist also: Hey, die Leute, mit denen ich engen Kontakt habe, wissen jetzt auch von dieser Seite von mir und lieben mich nach wie vor und ich habe diese Angst jetzt zumindest mal in der Hinsicht besiegt, yay! Und online wissen theoretisch auch alle Bescheid und ich kann jetzt Stück für Stück mich mehr darauf konzentrieren, meine Unsicherheiten zu überwinden.

Fazit:
  1. Vor einiger Zeit, als ich angefangen habe, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen, waren da noch sehr viele Vorurteile in meinem Kopf, die meine Unsicherheiten noch verschlimmert haben. Aber immerhin wurde mir schon mal klar, dass ich nicht weiß, was ich bin.
  2. In letzter Zeit habe ich mich verstärkt gefühlt, als wäre ich oder zumindest ein doch nicht unbedeutender Teil von mir gefangen und es wäre an der Zeit, mich zu befreien und mich nicht länger selbst einzuschränken und klein zu reden.
  3. Ich habe mich geoutet. Also zumindest bei meinen engsten Freunden und online auf Twitter, Youtube und jetzt auch hier. Ich bin sehr sehr froh darüber, endlich über dieses Thema reden zu können. Es ist ein befreiendes Gefühl.

Dienstag, 29. Mai 2018

Was bin ich? (2)

Damals und der Anfang


Hi an alle, die noch dabei sind oder gerade neu dazukommen oder was auch immer. Hier geht’s zum ersten Post, wo ihr gerne vorbeischauen könnt, wenn ihr wissen wollt, was hier eigentlich los ist oder zumindest nochmal das kleine Fazit am Ende nachschauen könnt, falls ihr euch nicht mehr richtig erinnert.
Dieser erste Post war ja als eine kleine Einführung beziehungsweise Hinführung zu dieser ganzen Geschichte hier gedacht. Wohin genau das alles hier noch führen wird, weiß ich nicht ganz genau, da ich nicht weiß, wohin genau meine Gedanken mich noch tragen werden. Aber ein paar Posts werden es schon werden.
In diesem Post jetzt wird es darum gehen, wie es war, bevor ich angefangen habe, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen und wie und wann genau ich damit angefangen habe, mich ein bisschen damit zu beschäftigen. Falls sich hier jetzt wer fragt „Welches Thema?“ - Es geht um Geschlechtsidentität und auch ein bisschen um sexuelle Orientierung. Zweites ist noch einmal ein etwas anderes Thema und ich weiß noch nicht genau, inwieweit ich mich um beides oder nur um ersteres kümmern werde, wahrscheinlich wird es eine etwas wirre Mischung.

Also... Damals...
In meinem Kopf fängt dieses 'Damals' in der Grundschule an, aber im Prinzip meint es einfach alles, was war, bevor dieses Thema angefangen hat, eine gewisse Rolle in meinem Leben zu spielen. Warum genau mein Kopf da in der Grundschule anfängt, ist mir jetzt selber auch ein Rätsel, aber na ja.
Sinnvoller ist, denke ich, beim Wesentlichen anzufangen und das ist erst einmal Folgendes: Sehr lange habe ich mir keine Gedanken über jegliche Themen in die Richtung gemacht, also weder was Geschlechtsidentität noch was sexuelle Orientierung und all die Nuancen, die noch zu beidem dazugehören, betrifft. Es gab für mich einfach keinen wirklichen Grund dafür, denke ich.

Klar könnte ich hier jetzt auf irgendwelche Kleinigkeiten eingehen und es ist einfach Fakt, das einem schon von Grund an beigebracht wird 'Du bist ein Junge' oder 'Du bist ein Mädchen', genauso wie Heterosexualität als die Norm, das Normale, das Übliche dargestellt wird.
Unsere Gesellschaft ist voll davon. Alles ist von diesen zwei Rollenbildern und Heteronormativität durchzogen und vieles davon fällt einem erst auf, wenn man die Augen dafür öffnet. Als Kind hat man dafür eher weniger den Blick und auch nicht den Kopf und sehr sehr oft auch einfach gar nicht die Möglichkeit oder Chance, würde ich jetzt mal behaupten. Zumindest gehe ich davon aus, dass es mir so ging.

Das ist der entscheidende Punkt: Junge oder Mädchen und hetero zu sein ist die Selbstverständlichkeit und alles, was damit zusammenhängt. Da gibt es dann wirklich krasse Extreme, wenn diese Rollenbilder und Heteronormativität so sehr verinnerlicht sind, dass sie einem fast wie ein Regelwerk vorkommen und eben schlicht und ergreifend als die Normalität dargestellt werden und alles, was davon abweicht, ist „unnormal“, anders, selten, seltsam.
Aber auch ohne gleich zu sehr in die Extreme zu gehen beeinflussen diese Rollenbilder und die Heteronormativität sehr sehr viel, eben halt unbewusst und nebenbei. Unsere Gesellschaft bessert sich in der Hinsicht ja momentan teilweise ein wenig oder versucht es zumindest oder so. Ganz im Bilde oder hinterher bin ich da nicht.

Rückblickend und auch wenn ich daran denke, wie es wahrscheinlich heute doch meistens noch ist und wohl auch noch eine Weile bleiben wird, macht es mich sehr traurig, wie mensch eingeschränkt wird und in bestimmte Rollen gezwungen und gedrängt wird, weil keine Offenheit besteht und gar nicht richtig die Möglichkeit geboten wird, sich eventuell in andere Richtungen zu orientieren und andere Richtungen zu sehen.
Gut, klar könnte mensch hier jetzt argumentieren, dass mensch sich ja offenbar gar nicht mit etwas auseinandersetzen will und dementsprechend auch nicht braucht, wenn keine Fragen in die betreffende Richtung gestellt werden. Mensch könnte, aber es wäre sehr blödsinnig. Wie will mensch bitte Fragen zu einem Thema haben, wenn das Thema demjenigen gar nicht bekannt ist!?

Nun zu mir: Hart in irgendetwas hineingezwungen habe ich mich nie gefühlt. Wie schon geschrieben habe ich lange lange Zeit nicht einmal irgendetwas hinterfragt und zu einem gewissen Grad ist das auch völlig normal. Gerade als Kind hat mensch doch eher anderes im Kopf und auch sonst passiert ja viel anderer Blödsinn. Die Identität entwickelt sich da doch vor allem nebenbei und daran an sich ist ja auch absolut nichts falsch oder unnormal oder was auch immer.
Es geht vor allem darum, wie selbstverständlich alle als Junge oder Mädchen definiert werden und danach in gewisser Weise zu leben haben, erzogen werden und so weiter. Es geht vor allem darum, dass etwas als gegeben hingestellt wird. Hier natürlich auch wieder bezogen auf Heteronormativität.

In meinem direkten Umfeld, gerade von meiner Familie habe ich mich nicht dazu gezwungen gefühlt, irgendetwas zu sein oder zu tun oder was auch immer. Ich habe mit Barbie gespielt, ja. Aber auch mit Playmobil und diesem einfachen Kinder-Lego. Ich habe aber auch mal mit Autos gespielt und so weiter und so fort. Gerade als Kind habe ich das nicht als irgendeinen Zwang angesehen, wobei es schon sein kann, dass ich manchmal auch gerne mit irgendwelchen 'Jungsspielzeugen' gespielt hätte, die aber einfach als 'Jungsspielzeuge' beworben wurden und ich deshalb das Gefühl hatte, ich dürfte das nicht. Aber konkret kann ich mich da jetzt an nichts erinnern.
Woran ich mich sehr gut erinnern kann: Der kleine Bruder von meiner besten Freundin hat damals auch mit Barbies gespielt und so getan, als wären sie Kens und er hatte auch eine Baby Puppe und hat mit der gespielt. Das war völlig normal, weil es völlig normal ist. Es sind Spielzeuge, meine Güte!

An dieser Spielzeugfront sind sich ja auch eigentlich inzwischen die meisten Leute sehr einig, dass es absoluter Blödsinn ist und Kinder mit allem spielen dürfen und es da kein 'Mädchen-' oder 'Jungenspielzeug' zu geben braucht. Na ja, zumindest in der Theorie sind sich da immer alle recht einig. In der Praxis sieht das zumindest meinem Gefühl nach dann doch wieder sehr anders aus. Ähnliche Geschichten was Kleidung und die Farben dieser betrifft.
Das sind alles so festgefahrene Klischeebilder, die in den Köpfen festhängen und ugh, es ist einfach so bescheuert.

Dies ist auch der Punkt, wo ich jetzt mit der Frage kommen kann „Was ist denn 'ein Junge sein' und was ist 'ein Mädchen sein'?“. Die meiste Leute kommen da ja mit Der Biologie!!!. Und ja, es gibt biologische Unterschiede – zwischen jedem einzelnen Menschen. 'Mann' und 'Frau' mögen da zwei Kategorien sein, die in einem großen Umfang funktionieren und auch irgendwo sinnig sind, weil das ja schon immer so gemacht wurde und alle das ja so machen und ja!!!.
Aber Biologie ist nicht so einfach, nie. Natürlich gibt es da bestimmte Organe, die für bestimmtes zuständig sind und bestimmte Hormone, die bestimmte Dinge tun. Das ist aber an sich auch schon alles. In der Hinsicht kann man es sich so einfach machen, ja. Der Körper tut Dinge und bei unterschiedlichen Menschen tut er unterschiedliche Dinge. Fertig. Diese Dinge allerdings sind sehr komplex und lassen sich nicht einfach damit abtun zu sagen 'Das ist bei einer Frau/einem Mädchen so' oder 'Das ist bei einem Mann/einem Jungen so'. Denn nein. Es ist immer unterschiedlich, weil es bei jedem anders ist.

Ich merke jetzt schon, wie ich mich im Überall und Nirgendwo verliere. Es ist nicht meine Aufgabe und nicht mein Ziel, hier zu unterrichten oder aufzuklären oder was auch immer. Andere können das sehr viel besser. Googelt einfach mal.
Was ich hier mit diesen Posts möchte, ist meine Geschichte erzählen, meine Sicht, meine Meinung. Zwangsweise fließen da halt solche Sachen mit rein, weil sie damit zusammenhängen. Aber ich erhebe hier auf keinen Fall Anspruch auf irgendeine Vollständigkeit oder vollkommene Richtigkeit oder irgendetwas in diese Richtung.

Um nochmal kurz zusammenzufassen und die eigentliche Sache beim Namen zu nennen: Ich habe lange Zeit angenommen, ich wäre eine heterosexuelle, weibliche Person. Und ich finde, das allein diese Annahme, ob sie nun für eine gewisse Zeit gestimmt hat oder nicht, schon irgendwie bedenklich ist und zwar aus den Gründen, die ich bereits eben genannt habe. Es ist einfach problematisch, dass einem diese zwei Rollenbilder und das Hetero Sein, wie sehr sie sich das momentan auch eher in eine sich auflösende Richtung bewegen mag, einfach als gegeben gelten, was sie nicht sind.

'Mann' und 'Frau' sind Bezeichnungen und Rollenbilder, die wir Menschen als Gesellschaft erfunden und geprägt haben. Sie mögen hier und dort auf biologischen Dingen beruhen, aber es ist alles sehr vereinfacht und diesen Rollenbildern dienlich gemacht. An sich hat das, was wir sind, keinen Namen. Es ist einfach so, wie es ist und wir können daraus machen, was auch immer wir daraus machen wollen.
Ähnliches gilt für die sexuelle Orientierung. Wir haben Namen dafür und die haben bis zu einem gewissen Grad ihre Berechtigung, aber letztendlich kommt es immer darauf an, was diese Namen für uns bedeuten und was wir daraus machen.

Hier könnte ich jetzt über Labels reden, aber dafür ist es noch etwas zu früh. Das wollte ich eher gegen Ende machen und wo ich jetzt so darüber nachdenke, kommt vielleicht nur noch ein Post, in dem ich meinen 'Jetzt'-Zustand erzählen würde.

Aber jetzt erstmal zum Anfang: Dadurch, dass ich selber diese Selbstverständlichkeit von Mann und Frau und allgemein Heteronormativität so sehr verinnerlicht hatte, habe ich sehr lange angenommen, ich wäre einfach ein heterosexuelles Mädchen, was an sich absolut kein Problem ist, wie bereits erwähnt. Und es kann gut sein, ich vermute es ist so, dass ich einfach die meiste Zeit meines Lebens ein heterosexuelles Mädchen war.
Gut, über den heterosexuellen Aspekt lässt sich vielleicht noch streiten, aber sexuelle Anziehung und allgemein mein Empfinden von Attraktivität gegenüber anderen und Sexuelles insgesamt sind noch einmal ein ganz ganz anderes Thema, quasi noch einmal einiges an Unterpunkten unter der Bezeichnung, die so allgemein als Sexualität verstanden wird.

Egal, auch darum geht es gerade gar nicht, sondern darum wie ich mich selber sehr lange wahrgenommen habe, weil ich einfach dachte, ich würde der Norm entsprechen und wäre 'nichts besonderes'. Was ich auch nicht bin. Nur weil der Großteil etwas ist, heißt es nicht, dass ich 'etwas besonderes' bin, nur weil ich nicht dieses Etwas bin, das die meisten sind. Ich bin einfach ich und ich bin mir ziemlich sicher, dass es niemanden gibt, der in allen Punkten so ist, wie der Großteil ist. Wir sind ja trotzdem alle individuelle Menschen, als was auch immer man sich identifizieren mag.

Bei mir war es einfach so, dass ich zwar natürlich irgendwo von der Möglichkeit wusste, dass es auch anderes gibt als heterosexuell und Mann oder Frau zu sein. Aber ich habe aus irgendeinem Grund gedacht, dass ich dafür irgendeine dramatische Geschichte brauchen würde oder sowas in der Art. Fragt nicht, was damals in meinem Kopf vorging. Es hat mir vor allem verunsichert, weil so gut wie nirgendwo direkt darüber informiert wurde und mensch sich alles irgendwie zusammensammeln und zusammenreimen muss, was zwangsläufig zu so Blödsinn wie 'Ich kann das ja nur sein, wenn mir auch irgendwas passiert ist' führt.
Die Sexualität ist eine Sache, da habe ich einfach irgendwann gemerkt, dass es nicht so ist, wie ich immer dachte und konnte das dann auch ziemlich schnell akzeptieren und habe mich deshalb auch nie extrem seltsam oder unsicher oder ähnliches gefühlt. Das ist vielleicht auch eher eine Geschichte für einen anderen Tag und einen anderen Post.
Was meine Geschlechtsidentität betrifft allerdings... Sobald ich wusste, dass da Dinge auch anders sein können, hat sich so viel Unsicherheit und Angst in mir aufgebaut, dass es mich schon irgendwo ein wenig zerfressen hat.

Ich habe kaum mit jemandem über das ganze Thema gesprochen, weil ich mich nicht getraut habe und sowieso viel zu oft bei Dingen, die andere nicht ganz nachvollziehen können, auf großes Desinteresse und mehr Unverständnis als alles andere gestoßen bin und gerade weil mich das alles so verunsichert und irgendwo beängstigt hat, wollte ich auch gar nicht wirklich darüber reden, sondern es lieber mit mir selber ausmachen.
An sich ist das ja auch absolut keine schlechte Idee. Im Leben macht mensch vieles mit sich selbst aus, manchmal zu vieles und vielleicht hätte ich schon sehr viel früher mal über dieses Thema reden sollen. Zumindest hätte ich mir sehr gewünscht, dass jemand schon früher mal über dieses Thema geredet hätte. Das hätte einiges erleichtert und mich weitaus weniger seltsam fühlen lassen.

So habe ich mich recht chaotisch durch verstreute Infos auf Twitter ein bisschen informiert und durch meine Offenheit dann gedanklich mehr und mehr mit der ganzen Geschichte beschäftigt. Das war keine unbedingt schlechte Methode, weil ich es eigentlich ganz schön finde, immer mal wieder Denkanstöße zu bekommen und das Auseinandersetzen mit diesen dann so nebenher laufen zu lassen.
Ich habe ja im ersten Post erwähnt gehabt, dass es eben keine so mega krass große Sache für mich ist und das war es am Anfang sogar noch viel weniger. Ich war einfach vor allem neugierig und je mehr ich gelernt und erfahren habe umso mehr habe ich auch auf mich bezogen darüber nachgedacht und nach und nach hat sich mein Bild von mir selbst verändert.

Wenn ich die Infos jetzt irgendwo anders her gehabt hätte, wäre diese Entwicklung bestimmt ähnlich verlaufen. Es hätte auch seine Zeit gebraucht und mir wäre vieles im Nachhinein aufgefallen. Aber die Unsicherheit und leise Angst wären eventuell weggefallen. Sowieso hätte ich mich selber weniger mit Vorurteilen konfrontiert sehen und belasten müssen, wovon immer noch sehr sehr viel vorhanden ist und wohl auch mein Leben lang vorhanden sein wird.
Aber Vorurteile sind eine Sache. Es wird immer gegen alles mögliche Vorurteile geben, weil es immer uninformierte und sture Menschen geben wird. Mit Vorurteilen an sich muss mensch eben klarkommen und ich komme mit ihnen klar. Ich bin und mag und tue ja sowieso viel zu oft Dinge, wofür mir lauter Vorurteile in den Schoß gelegt oder gegen den Kopf geworfen werden. Das ist halt so. Es ist nicht gut, aber na ja.

Uninformiertheit, Verschlossenheit und von Grund auf falsche Ansichten, die als Wissen und Fakt hingestellt werden – das ist es vor allem, was mich aufregt und wohl auch, weshalb ich mich mit dieser ganzen Sache so schwer tue. Ich habe absolut nichts dagegen, Leute, die noch nie irgendetwas von anderen Möglichkeiten gehört haben oder allgemein wenig über das Thema wissen, Dinge zu erklären. Ich erkläre furchtbar gerne Dinge, vor allem wenn es etwas ist, mit dem ich mich selber auf einer intensiveren Ebene auseinandersetze.
Es ist jedes Mal so schade, wenn andere dafür nicht offen sind. Es ist schade, dass unsere Gesellschaft einfach in vielerlei Hinsicht bei diesem Thema so schrecklich festgefahren ist.

Aber dadurch, dass ich durch Twitter so vieles auf eine so angenehme Weise in meinem ganz eigenen Tempo zu dem Thema lernen konnte, bekomme ich von den gleichen Leuten und einigen, die seitdem hinzugekommen sind, auch immer sehr schöne, fortschrittliche Dinge mit, die mich wiederum hoffen lassen, dass irgendwann die Akzeptanz und das Verständnis so groß ist, dass niemand mehr diese Unsicherheit fühlen muss, die das Ganze für mich mit sich gebracht und in mir ausgelöst hat.

Fazit:
  1. Ich dachte die längste Zeit meines Leben, dass ich ein „stinknormales“ heterosexuelles Mädchen war, weil ich es einfach nicht besser wusste und von anderen Möglichkeiten so gut wie keine Ahnung hatte und mich teilweise nicht getraut habe, zu denken, dass es bei mir ganz anders sein könnte, als das, was als Norm dargestellt und vorgegeben wird.
  2. Aus verschiedenen Gründen habe ich dieses ganze Geschlechtsidentitätsthema vor allem mit mir selbst ausgemacht, nachdem ich durch Twitter erfahren habe, dass es da sehr viel mehr als nur 'Mann' und 'Frau' gibt. Dadurch hat sich meine Unsicherheit bezüglich diesem Thema sehr verstärkt, bis sich sogar eine gewisse Angst entwickelt hat.
  3. Ich wünsche mir so sehr, dass unsere Gesellschaft offener und informierender, aufklärender mit dem ganzen Thema umgeht, sodass Unsicherheiten und Ängste entweder gar nicht erst entstehen oder zumindest nicht verdrängt werden müssen, weil einen doch sowieso niemand zu verstehen scheint.

Dienstag, 22. Mai 2018

Was bin ich? (1)

Mensch, 'Special', Unsichtbar


Ich bin ein Mensch. Das ist die einfache Antwort auf diese Frage und eigentlich auch die Antwort, die ich allen anderen möglichen Antworten gegenüber bevorzugen würde. Mensch Sein ist der Kern unser aller Wesens, würde ich behaupten. Ich fühle mich als Mensch, sogar so sehr, dass mein allererster Tattoo-Wunsch, der vielleicht mal irgendwann realisiert wird, darin besteht, mir 'human' auf die Hüfte tätowieren zu lassen.
Menschlich sein bedeutet für mich, nicht perfekt zu sein, Gefühle zu haben, verständnisvoll zu sein, Fehler zu machen und Fehler zu vergeben. Menschlich sein heißt für mich, okay zu sein, wie auch immer ich bin, wer und was auch immer ich bin.
In allererster Linie bin ich ein Mensch.

Natürlich bin ich weit mehr als nur Mensch. Alles, was ich bin, ist Mensch(lich), aber ich bin nicht „irgendein“ Mensch. Ich bin der Mensch, der ich bin, der ich im Laufe meines Lebens geworden bin, der jetzt gerade hier sitzt und diesen Text schreibt – das und noch so viel mehr. Dieser eine bestimmte Mensch bin ich.
Zu diesem einen bestimmten Menschen, zu mir, gehören eine Menge Details dazu – Charaktereigenschaften, Verhaltensmuster, Gewohnheiten, Gefühle, Gedanken, Hintergründe, Erinnerungen, Geschichten, Hobbys, Familie, Freunde und so weiter und so fort. Es ist eine endlose Liste, die sich immer wieder erweitert und verändert, während ich mich erweitere und verändere. Diese Liste, die alles beinhaltet, was mich ausmacht und dementsprechend weit mehr ist als bloß eine einfache Liste, denn alles ist miteinander verwoben, ergänzt und erklärt sich gegenseitig, spielt zusammen und spielt sich aus, verknüpft und trennt, sowie alles dazwischen, dahinter, daneben, darunter, drumherum.

Allein schon an dieser kleinen Aufzählung, diesem Ansatz zeigt sich, was für ein buntes Durcheinander die eigene Identität ist, woraus unweigerlich folgt, dass sie niemals so ganz verstanden werden kann.
Du kannst dir einer Menge Dinge über dich selbst bewusst sein und dich selbst gut kennen, selbstbewusst und selbstsicher auftreten, weil du dir deiner Selbst sehr bewusst und sicher bist.
Du kannst dich über bestimmte Dinge an, in, bei dir definieren und mit diesen Dingen identifizieren.
Du kannst dich von bestimmten Dingen bewusst oder unbewusst abgrenzen.
Du kannst bestimmte Dinge ausleben, einige exzessiver als andere.
Du kannst mit bestimmten Dingen abschließen, dazu lernen, dich verändern und weiterentwickeln.
(Mit Dinge meine ich hier nicht Gegenstände, sondern alle möglichen Details, die einen Menschen ausmachen.)

All das und noch so viel mehr gehört dazu.
Das Meiste passiert wahrscheinlich eher weniger bewusst, außer du beschäftigst dich ganz konzentriert mit einer bestimmten Sache oder denkst besonders intensiv über etwas nach, was beides Dinge sind, die ich doch dann und wann ziemlich ausdauernd und auch gerne tue.
Ich würde nicht behaupten, dass ich mich unheimlich gut kenne oder gar gut verstehen würde, aber bei einigen Dingen habe ich mit der Zeit einiges gelernt und mich mehr mit ihnen auseinandergesetzt, teilweise beabsichtigt, teilweise gezwungenermaßen und teilweise weil es einfach passierte.

Die Frage „Was bin ich?“ gehört so ein bisschen in alle drei dieser Kategorien. Ich wollte mich mehr damit auseinandersetzen, habe mich irgendwo auch dazu gezwungen gefühlt und das Meiste davon ist einfach so passiert, weil ich offen dafür war, auch wenn ich mich hier und dort gesträubt habe und noch immer sträube.
Letzterem versuche ich mit diesem Blogpost und denen, die noch zu dieser Reihe folgen werden, entgegen zu wirken. Ich will mich nicht dagegen sträuben oder seltsam deswegen fühlen. Ich will es nicht in mich hineinfressen oder als etwas behandeln „das niemanden etwas angeht“, auch wenn das rein theoretisch der Wahrheit entspricht. Ich will darüber schreiben und darüber reden, wie ich es bereits in einem Video auf meinem Youtube-Kanal getan habe. Ich will mich dieser Sache stellen, weil es an der Zeit ist diese nebenher mitlaufende Sache mal etwas unsanft ins Rampenlicht zu ziehen.

Aufklären möchte ich mit dieser Post-Reihe nur ein klitzekleines Bisschen und eher aus dem Grund, weil das automatisch nebenbei passieren wird. Doch meine Hauptmotivation besteht schlicht und ergreifend darin, meine Geschichte, meine Gedanken und Gefühle zu teilen, denn dafür war, ist und wird dieser Blog immer gedacht sein.
Ich entschuldige mich also jetzt schon einmal für mögliche Fehler, Fehlformulierungen und alles, was in die Richtung geht sowie eventuell Verletzendes, Triggerndes, auch alles in diese Richtung gehende. Ich möchte einfach ein bisschen von mir und meiner Beschäftigung mit diesem speziellen Thema erzählen.
Wem irgendetwas daran nicht gefällt, derjenige hat keinerlei Verpflichtung es zu lesen, ganz im Gegenteil. Tut lieber etwas, das euch in irgendeiner Weise Spaß bereitet oder euch weiterbringt. An alle anderen, die vielleicht neugierig sind, ihren Horizont erweitern wollen, Interesse an solchen Geschichten haben oder aus welchem Grund auch immer hier gelandet sind: Hi und willkommen zu meinem Versuch, meine Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung zu beschreiben.

Dieser Post dient erstmal nur als kleine Hinführung an alle, die aus welchem Grund auch immer interessiert sind, und als 'Warnung' an alle, die sich aus welchem Grund auch immer lieber nicht mit sowas beschäftigen wollen.
Ich muss mich selber langsam und vorsichtig an alles herantasten, da auch für mich viele Ängste und Unsicherheiten mit dieser ganzen Geschichte verbunden sind, auch wenn vieles davon eher unterschwellig und eben wie bereits erwähnt 'nebenher' mit reinspielt.
Für mich war und ist dieses ganze Thema keine unfassbar groß krasse Sache, die ich jedem unbedingt mit diesem Blogpost unter die Nase reiben will, darum geht es nicht und ich bin ziemlich sicher, dass es in den allerwenigsten Fällen darum geht. Ich will nicht 'special' sein. Alles, was ich will und jemals wollen werde, ist akzeptiert zu werden, wie ich bin und ich wünsche mir aus ganzem Herzen, dass mithilfe von mehr Awareness, was auch heißt mehr solcher Geschichten wie diese hier, andere es leichter haben werden und irgendwann sich niemand mehr irgendwelche Vorurteile anhören muss.
Ich bin, wie ich bin und du bist, wie du bist. Jeder ist, wie er ist. Leben und leben lassen. Akzeptieren und respektieren. – Darum geht es und um nichts anderes.

Ich erwarte nicht, verstanden zu werden, aber ich werde dennoch versuchen, mich in irgendeiner Weise zu erklären und vielleicht ein kleines bisschen verständlicher zu machen und somit auch gewisse Dinge ein kleines bisschen verständlicher zu machen. Ob mir das gelingen wird, kann ich selber natürlich nicht beurteilen, aber ich erwarte auch kein Feedback.
Ich möchte mir vor allem all diesen Kram von der Seele schreiben, da ich nie darüber rede, weil ich das Gefühl habe, es nicht zu können, nicht zu dürfen und es sowieso besser sein lassen sollte. Ich will dieses Gefühl nicht mehr haben. Ich hasse dieses Gefühl.

Mein Leben lang habe ich mich aus unterschiedlichsten Gründen unsichtbar gefühlt und dies ist einer der Gründe. Es mag noch ein recht frischer und vielleicht sehr dummer Grund sein, aber es ist ein Grund für mich. Und ich will gegen diese Gründe ankämpfen. Ich will nicht länger unsichtbar sein.

Fazit dieses ersten Posts / Erste Antwort auf die Frage „Was bin ich?“:
  1. Ich bin ein Mensch.
  2. Ich bin nicht 'special'.
  3. Ich will nicht unsichtbar sein.

Bis zum nächsten Post.